Die geheimste Erinnerung der Menschen

Roman / Prix Goncourt 2021
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Buchprofile - Rezension
Ein senegalesischer Student wird bei seinen Studien auf einen Landsmann aufmerksam, der vor über 80 Jahren als Schriftsteller kurzfristig Erfolg hatte.
Diégane, aus dem Senegal stammender Doktorand, lernt 2018 bei seiner Suche nach der wahren Literatur und beseelt vom Traumberuf Schriftsteller in Paris das 1938 erschienene Debüt seines Landmanns T.C. Elimane "Das Labyrinth des Unmenschlichen" kennen. Die intensive Suche nach dem Autor konfrontiert ihn mit dem Lebensweg eines Senegalesen, in der französischen Besatzungszeit von Missionaren ausgebildet und zu weiteren Studien nach Paris geschickt, der am Lebensende wieder in dem von naturreligiösen Mythen und Lebensregeln dominierten Heimatdorf ankommt und seinen Frieden findet. Der Roman ist für Diégane und alle Menschen, mit denen er auf seinen Recherchereisen über den Text spricht, der Inbegriff einer gelungenen Suche nach Wahrheit. Der französische Literaturbetrieb jedoch straft nach einer kurzen Jubelphase ("schwarzer Rimbaud") den Roman als eine einem "Neger" nicht zustehende Literaturcollage von Ideen und Textstücken von Homer bis Baudelaire ab. Diégane zeichnet die Faszinationen der Leser:innen sowie die Wirrungen literarischer Kolonisationsgeschichte ebenso nach wie die Konfrontation afrikanischer Spiritualität mit Islam und Christentum. Der Lebensweg Elimanes lässt Diégane Besessenheit und Einsamkeit als notwendig, unverzichtbare Phänomene wirklichen literarischen Schaffens erahnen. - Ein faszinierender - mit dem Prix Goncourt 2021 preisgekrönter - Bericht über die Bedingungen literarischen Schaffens voller sprachlicher Phantasie, Blickwechsel, Erotik, historischer Bezüge und emotionaler Tiefgänge. Die gelegentlich verwirrenden Bezüge zwischen den handelnden Personen innerhalb von 80 Jahren motivieren zu gewinnbringendem wiederholtem Lesen. - Breitestens empfohlen, zur erfolgreichen Ausleihe werden nachhaltige Empfehlungen - auch wegen des wenig aussagekräftigen Covers - nötig sein.
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Artikelbeschreibung

Ausgezeichnet mit dem Prix Goncourt - Mohamed Mbougar Sarrs großer Roman über die Suche nach einem verschollenen AutorMohamed Mbougar Sarr erzählt virtuos von der Suche nach einem verschollenen Autor: Als dem jungen Senegalesen Diégane ein verloren geglaubtes Kultbuch in die Hände fällt, stürzt er sich auf die Spur des rätselhaften Verfassers T.C. Elimane. Dieser wurde in den dreißiger Jahren als "schwarzer Rimbaud" gefeiert, nach rassistischen Anfeindungen und einem Skandal tauchte er jedoch unter. Wer war er? Voll Suchtpotenzial und unnachahmlicher Ironie erzählt Sarr von einer labyrinthischen Reise, die drei Kontinente umspannt. Ein meisterhafter Bildungsroman, eine radikal aktuelle Auseinandersetzung mit dem komplexen Erbe des Kolonialismus und eine soghafte Kriminalgeschichte. Ein Buch, das viel wagt - und triumphiert.

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