Neue unheimliche Geschichten

Band 28215
Neuübersetzung
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Buchprofile - Rezension
Leuchtturm der Moderne: Baudelaires epochemachende Poe-Edition in neuer Übersetzung.
Der US-Schriftsteller Edgar Allan Poe ist ein Taufpate der literarischen Moderne, und sein französischer Kollege Charles Baudelaire hat diesen Gründungsakt sozusagen zelebriert. Im Jahr 1857 gab er einen Band mit "Neuen unheimlichen Geschichten" heraus, einen von Fünfen, die er aus dem Englischen übersetzte und mit einer Reihe von Essays flankierte. Baudelaire war der erste, der Poes Modernität erkannte. Sie bestand darin, dass Poe Elemente aus der Tradition aufnahm - schwarze Romantik, Fortschrittsdenken, Religion -, aber in einen völlig neuen Zusammenhang stellte, der auf krasse Weise irritierte. Das Vertraute wurde in Poes Erzählungen unheimlich, das Wahre erschreckte, der Instinkt für das Schöne dient der Darstellung unschöner Welten, das schlechte Gewissen wird zum verlängerten Arm der Gerechtigkeit, wie in der Geschichte "Das verräterische Herz". Genau das hat Baudelaire erkannt und auf ebenbürtige Weise, ebenfalls im Jahr 1857, in seinem Band "Fleurs du Mal" für die europäische Moderne umgesetzt. Baudelaire würdigt Poes symbolistische Neugier, seinen Sinn für seelische Krankheiten, seine Hoffnungen und Berechnungen über ein Leben nach dem Tode, seine fast mathematische Planungskunst und seine Freude am Erzählen in Krisenzeiten.
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Artikelbeschreibung

Zum Sterben schön - die Poe-Werkausgabe für das 21. Jahrhundert

Die Abgründe der menschlichen Seele, die Schattenwelt zwischen Leben und Tod - niemand hat sie so genau beschrieben wie Edgar Allan Poe. Elektrisiert von den Umbrüchen seiner Zeit und den kühnen Experimenten der Wissenschaft hat Poe der Angst alles Schauerlich-Beschauliche genommen - der Beginn der literarischen Moderne. Sein Werk war von Anfang an eine Provokation im puritanischen Amerika. Erst in Frankreich fand er posthum geistiges Exil: Kein Geringerer als Charles Baudelaire übersetzte Poes Werk in fünf Bänden und legte damit den Grundstein für seinen weltweiten Ruhm.

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Personeninformation

Edgar Allan Poe, geboren 1809 in Boston als Sohn von Schauspielern, gilt als eigenwilligste und faszinierendste Dichterpersönlichkeit im Amerika des 19. Jahrhunderts. Sein kurzes, aber bewegtes Leben, das 1849 in Baltimore unter geheimnisvollen Umständen ein Ende fand, wurde schon bald zur Legende.

Charles Baudelaire, geboren 1821 in Paris, begründete als Herausgeber und Übersetzer der Werke Edgar Allan Poes dessen Weltruhm. Mit seinem Gedichtzyklus Les Fleurs du Mal (1857) setzte er ein neues Datum in der Dichtungsgeschichte. Er starb 1867 in seinem Geburtsort.

Andreas Nohl wurde 1954 in Mülheim an der Ruhr geboren. Seine Übersetzungen u. a. von Mark Twains 'Tom Sawyer & Huckleberry Finn' und Rudyard Kiplings 'Dschungelbuch' wurden von der Presse hochgelobt. 2016 erhielt er den Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis.

Pressestimmen

Doch nicht nur Poe selbst verdient Anerkennung, sondern auch die Übersetzung von Nohl, dem es gelang, Poes Stil mit einer modernen Sprache in Einklang zu bringen. Wolfgang Hauptmann APA - Austria Presse Agentur 20200313
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