Lukusch

Roman
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Buchprofile - Rezension
Mockumentary über das ungewöhnliche und rätselhafte Leben des Schachwunderkinds Anton Lukusch.
Eine Mappe voller unvollständiger Aufzeichnungen über das Leben des Schachtalents Anton Lukusch, mehr ist nicht geblieben von Simon Ritters Arbeit der letzten Jahre. Er hatte systematisch das Leben Antons erforscht, der nach dem Tschernobyl-Unglück 1987 als Strahlenflüchtling nach Deutschland kam und dort einige Zeit bei Ritters Eltern lebte. In dieser Zeit wurde sein Talent für das Schachspiel entdeckt und er über Nacht berühmt. Einige Jahre später holte ihn seine Großmutter allerdings zurück in die Ukraine und seine Karriere endete so plötzlich, wie sie begonnen hatte. Simon Ritter versucht nun herauszufinden, was seitdem mit Anton passiert ist, und bringt sich dadurch in große Gefahr. Unbekannte vernichten den größten Teil seiner Aufzeichnungen und er selbst verschwindet nach einem Besuch bei Antons Familie in Prypjat. Die Reste seiner Aufzeichnungen werden nun in diesem Roman veröffentlicht. Eine Aneinanderreihung von Interviews und Berichten, ergänzt durch Zeitungsausschnitte, Fotos und Arztberichte lässt die Geschichte so realistisch wirken, dass man leicht vergessen kann, dass es sich eigentlich um Fiktion handelt. Die Erzählweise ist einzigartig und innovativ, weist an manchen Stellen aber unnötige Längen auf. Trotzdem ist der Roman insgesamt gelungen und definitiv lesenswert. Wer aber eine reine Geschichte über ein Schachwunderkind erwartet, wie beispielsweise in "Das Damengambit" von Walter Tevis (BP/mp 21/730), der wird hier enttäuscht werden. Denn Anton steht nicht im Mittelpunkt des Buches, vielmehr werden die Geschichten der Personen aus seinem Umfeld erzählt. Das Leben seines Begleiters Igor aus Kindertagen, zu dem er eine parapsychologisch anmutende Verbindung hat, seiner Jugendliebe Maria und nicht zuletzt Simon Ritters Geschichte selbst.
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Artikelbeschreibung

EIN ROMAN ZWISCHEN FACTS UND FAKES VOLLER SPANNUNG, WITZ UND MELANCHOLIE <BR> <BR>Benjamin Heisenbergs Roman Lukusch ist eine wilde und witzige Fahrt durch die unfassbare Geschichte des jungen Schachtalents Anton Lukusch und seines grobschlächtigen Sidekicks Igor. Klug und lässig zugleich spielt dieser Roman mit den Möglichkeiten des Erzählens und sprengt dabei seine eigenen Grenzen. <BR> <BR> Anton Lukusch war ein ganz normaler Junge aus Prypjat bis zur Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986. Gemeinsam mit anderen Kindern wird er von der Hilfsorganisation Shelta nach Westdeutschland gebracht, um der hohen Strahlenbelastung zu entkommen. Dort beginnt für ihn ein ganz neues Leben: Durch Zufall wird Lukuschs analytisches Talent beim Schachspielen entdeckt. Ein Überflieger, ein Wunderkind die Bundesrepublik jubelt! Vor den Augen der Öffentlichkeit gewinnt er eine Partie gegen Bundeskanzler Helmut Kohl, knackt ein scheinbar unlösbares Rätsel bei "Wetten, dass" und wird sogar von internationalen Konzernen als Berater verpflichtet. Ihn selbst scheint seine spektakuläre Erfolgsgeschichte kaum zu interessieren. Wie ferngesteuert löst Anton alle ihm gestellten Aufgaben, lächelt brav in die Kameras und lässt sich von seinem Umfeld herumreichen wie ein teures Spielzeug, mit dem man im Scheinwerferlicht glänzen kann. Ist dieser Junge wirklich nur ein herausragendes Talent, und was hat es mit seinem ständigen Schatten Igor auf sich? Antons spurloses Verschwinden ist nur der Anfang höchst kurioser Entwicklungen <BR><BR> - Über den ukrainischen Schachgroßmeister Anton Lukusch, den es vielleicht wirklich gegeben hat<BR> - Ein Roman voller Spannung, Witz und Melancholie <BR> <BR>

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