Rudolf Hess

Der Stellvertreter. Eine Biographie
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Buchprofile - Rezension
Detaillierte Biografie des Hitler-Stellvertreters, die mit zahlreichen Mythen um dessen Person aufräumt.
Der Zeithistoriker Manfred Görtemaker legt nach fast 20-jähriger akribischer Recherchearbeit eine umfangreiche Biografie des Hitler-Stellvertreters Rudolf Hess (1894 - 1987) vor, in der er dessen politisches Credo und seine steile Karriere in den Mittelpunkt stellt und zugleich mit den in der rechten Szene noch heute gängigen Mythen mit großem Nachdruck aufräumt. In seiner Darstellung stützt er sich auch auf den bisher nicht veröffentlichten Schriftwechsel aus dem Nachlass von Hess (Berner Bundesarchiv), auf diverse Dokumente von Lord Selkirk of Douglas, zu dessen Vater Hess nach Schottland flog, sowie auf weitere bislang unbekannte Quellen. In gut zu lesenden Kapiteln (ausführlicher Anhang) gelingt dem Autor ein umfassendes Bild von Hitlers Privatsekretär und Stellvertreter, der - entgegen früheren Behauptungen - für Hitler selbst, die NSDAP und den NS-Staat von großem Nutzen war. 1894 in Alexandria (Ägypten) als Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns geboren und aufgewachsen, absolviert er in Deutschland verschiedene Schulen, bricht seine ungeliebte Kaufmannslehre ab und meldet sich 1914 als Kriegsfreiwilliger. Nach Kriegsende radikalisiert er sich im rechten, antisemitischen Milieu (Freikorps), begegnet Adolf Hitler, wird zu dessen glühendem Anhänger und beteiligt sich begeistert an dessen Putschversuch (8./9.11.23). Nach Haft und Neugründung der NSDAP (1925) steigt Hess zum Privatsekretär Hitlers auf, der ihn 1933 zu seinem Stellvertreter ernennt. In dieser Funktion nimmt er Einfluss u.a. auf die Religions- und Rassenpolitik sowie auf die "Lösung der Judenfrage". Seinen von Spekulationen umwehten mysteriösen Flug nach Schottland (Mai 1941) wertet Görtemaker aufgrund von Beweisen nicht als "Friedensmission", sondern als Versuch, Deutschland zu entlasten; ebenso verwirft er die Mutmaßungen, Hess sei 1987 im Spandauer Kriegsverbrechergefängnis ermordet worden und habe nicht - wie offiziell bestätigt - Selbstmord begangen. Für geschichtlich Interessierte!
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Artikelbeschreibung

DER MANN, DER HITLERS STELLVERTRETER WAR - DIE ERSTE GROSSE BIOGRAPHIE ÜBER RUDOLF HESS

"Welch ein Anblick für die Welt", notierte Joseph Goebbels geschockt in seinem Tagebuch. "Ein geistig zerrütteter zweiter Mann nach dem Führer. Grauenhaft und unausdenkbar." Da war Rudolf Hess soeben zu seinem mysteriösen Flug nach England aufgebrochen, um im Alleingang Frieden zu stiften. Wer war dieser von Rätseln umgebene Mann, der wie ein Schatten Hitlers wirkte, in Nürnberg zu lebenslanger Haft verurteilt wurde und nach seinem Tod in Spandau zu einer Ikone der Neonazis werden sollte? Manfred Görtemaker legt die erste grundlegende Biographie vor, die mit neuen Quellen einen außergewöhnlich präzisen Einblick in die Chefetage des NS-Regimes ermöglicht.

Der Potsdamer Zeithistoriker Manfred Görtemaker hat fast zwanzig Jahre lang an dieser akribisch recherchierten Biographie gearbeitet. Erstmals konnte er ca. 4.100 Briefe und 50.000 Blatt Schriftwechsel aus dem Hess-Nachlass im Berner Bundesarchiv auswerten, mit einer Sondergenehmigung die Papiere von Lord Selkirk of Douglas, dem Sohn des Duke of Hamilton, zu dem Hess nach Schottland flog, einsehen sowie eine beeindruckende Zahl von weiteren bislang unerschlossenen Archivalien heranziehen. Das Resultat ist ein ungemein plastisches Lebensbild des Mannes, der von Anfang an mit Hitler durch dick und dünn ging, dessen wachsende Machtfülle wie ein Alter Ego verwaltete und über dessen Einfluss als "Stellvertreter des Führers" sich kein Rivale Illusionen machte.

  • Manfred Görtemaker konnte als Erster Briefe und Schriften aus dem Nachlass von Rudolf Hess auswerten
  • Hitlers treuester Paladin in einer präzisen biographischen Rekonstruktion
  • Eine exemplarische Studie darüber, wie jemand zum Nazi wird

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Personeninformation

Manfred Görtemaker ist emeritierter Professor für Neuere Geschichte an der Universität Potsdam.

Pressestimmen

„Görtemaker räumt mit allerlei Mythen auf, die den Mann umranken.“
SZ, Die wichtigsten Bücher des Jahres 2023
„Die erste wirklich umfassende Biographie des ‚Führer-Stellvertreters‘ Rudolf Heß, auf dem aktuellen Stand der Forschung und auf breiter, zum Teil bisher nicht ausgewerteter Quellenbasis. … Görtemaker räumt entschieden mit einer Reihe von weitverbreiteten Mythen auf.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Peter Longerich

„Genau dieses Narrativ dekonstruiert nun der Historiker Manfred Görtemaker mit einer bemerkenswerten Heß-Biografie … Schritt für Schritt gelingt es dem Autor, stets entlang belastbarer Quellen, die tatsächliche Macht Heß? sichtbar zu machen.“
Cicero, Julien Reitzenstein

„Manfred Görtemaker liefert mit 'Der Stellvertreter' ein umfassendes und mitunter packendes Lebensbild von Rudolf Hess.“
Neue Zürcher Zeitung, Florian Keisinger

„Eine überaus gründliche, mehr als 750 Seiten lange Arbeit. Sie ist das Standardwerk für jede künftige Beschäftigung mit Rudolf Hess.“
Bücher am Sonntag, Linus Schöpfer

„Der Historiker Manfred Görtemaker ermöglicht mit seiner Biografie über Hitlers Stellvertreter einen präzisen Einblick in die Chefetage des NS-Regimes."
WDR2, Jörg Thadeusz

„Eine umfassende, seriöse Biografie gab es bisher jedoch nicht. … Diesem Mangel schafft jetzt Manfred Görtemaker Abhilfe.“
WELT am Sonntag, Sven Felix Kellerhoff

„Manfred Görtemaker hat mit seinem sorgfältig und verständlich geschriebenen Buch, das in seinem historischen Zugriff weit über das Leben von Rudolf Hess hinausgeht, eine Forschungslücke über den ‚Stellvertreter des Führers‘ geschlossen. … Man lernt viel aus Görtemakers Buch, wieder einmal auch, dass gerade dubiose historische Gestalten Stoff für fesselnde Bücher bieten.“
Süddeutsche Zeitung, Cord Aschenbrenner

„Manfred Görtemaker … legt jetzt die erste grundlegende Biografie vor … räumt mit einigen Mythen auf.“
Sächsische Zeitung, Christian Ruf

„Görtemaker versteht es glänzend, ein sachkundiges Panorama der politischen Entwicklungen dieser Zeit und Hess' Rolle darin zu entwerfen.“
Das Parlament, Jörg von Bilavsky
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