Geschichte der Unordnung

Roman
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Buchprofile - Rezension
Der Tod des Vaters löst bei Simon in der Kindheit eine Angststörung aus, die sein ganzes Leben beherrscht.
Simons Kindheit im Hamburg der 1980er Jahre ist idyllisch. Seine Eltern sind überzeugte Anthroposophen und lassen Simon und seinen Geschwistern allen Freiraum. Doch mit dem Unfalltod des Vaters ändert sich für Simon, der seinen Vater sehr bewundert hat, alles. Die Mutter versinkt selbst in ihrer Trauer und vernachlässigt darüber die Kinder und den Haushalt. Simon rebelliert, indem er kaum noch zu Hause ist und bei den Eltern seiner Freunde emotionalen Ersatz sucht. Je älter er wird, desto ausgeprägter wird seine soziale Phobie. Lieber ergreift er zuerst die Flucht vor jeglicher Bindung, trinkt, nimmt Drogen und zieht schließlich nach Berlin, um dort Anerkennung als Schriftsteller zu bekommen. Erst mit 40 Jahren erschüttert ihn der Beinahe-Tod einer Bekannten wieder so stark, dass er sich seine Ängste endlich eingesteht und Hilfe sucht. – Der Roman mit autobiographischem Bezug schildert sprachgewandt, mit viel Witz, aber auch wachsender Beklemmung den Werdegang eines Menschen, der in früher Kindheit schon einen schweren Verlust erleiden musste und danach keinen Halt mehr findet, um das Geschehene aufzuarbeiten. Ein lesenswertes Buch darüber, wie die Ängste ein Leben beherrschen und zerstören können, wenn Betroffene keine Hilfe bekommen oder annehmen wollen. Gerne empfohlen!
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Artikelbeschreibung

Als der Vater bei einem Unfall stirbt, findet die idyllische Waldorf-Kindheit des Erzählers ein plötzliches Ende. Nun regiert Unordnung, auch in ihm. Er versteckt seine Trauer und seine Angst. Die Mutter zieht sich zurück, und er wohnt ständig bei Freunden, entwickelt ein fatales Gespür dafür, was er tun muss, um gemocht zu werden. Und das will er. Er will geliebt und bewundert werden, will Schriftsteller sein und dazugehören: zur coolen kulturellen Hautevolee Berlins, wohin er nach der Schule zieht, ausgeht, feiern geht. Doch wie eine verborgene Strömung lauern die Angstgefühle in ihm. Bis er sich seiner Geschichte stellt.

»In einer klaren poetischen Sprache erzeugt Simon Elson intensive Bilder.« Bücher - Das Magazin

»In diesem gradlinig geschriebenem Coming-of-Age-Roman gewinnt am Ende das Zarte und Zugewandte.« Monopol

»Es ist lange her, dass ich ein Buch gelesen habe, das so ehrlich und doch so schön und sorgfältig geschrieben ist. Es gibt kein Verstecken, keine Nebengeräusche, und es will sich nicht an das passen, was die meisten Schriftsteller heutzutage tun - nicht an den Literaturbetrieb -, sondern allein an eine innere Stimme. Und dabei werden auch hervorragende Porträts von Freunden, Bekannten, Familienmitgliedern gezeichnet - das ist eine echte literarische Leistung. Mit einem Wort, ein sehr schönes Buch, das mich tief berührt hat. Es war für mich ein Erlebnis, es zu lesen.« László F. Földényi 

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Personeninformation

Simon Elson, geboren 1980 in Hamburg, schreibt in Berlin hin und wieder für »Weltkunst« und »Monopol«, eigentlich aber Bücher. Sein DER KUNSTKENNER (2016) ist die erste Biografie des deutsch-jüdischen Kunstkenners und Museumsdirektors Max J. Friedländer. Mit DER WOLKENSAMMLER (2020) taucht Elson tief in das kulturelle und naturwissenschaftliche Phänomen der Wolke. MACHT DER STILLE (2022) ist die erste deutschsprachige Monografie zum dänischen Landschaftsmaler Janus la Cour (1837-1909) - und jüngst hat Elson als redaktioneller Mitarbeiter das historische Monumentalwerk Die Flamme der Freiheit (2022) zur Revolution von 1848 intensiv betreut. »Geschichte der Unordnung« ist sein erster Roman. 

Pressestimmen

»Ein literarisches und emotionales Erlebnis.« Ellen Korelus-Bruder Die Rheinpfalz 20240914
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