Country Place

Roman | »Mit präzisem Blick legte die afroamerikanische Autorin Ann Petry 1947 in 'Country Place' die Verlogenheit der provinziellen Nachkriegsgesellschaft offen.« Carola Ebeling, taz
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Buchprofile - Rezension
Wiederentdeckung einer großen afroamerikanischen Schriftstellerin des 20. Jh.
Dieser Roman der afroamerikanischen Autorin Ann Petry erschien in seiner Originalfassung 1947 und liegt nun in deutscher Erstübersetzung vor. Petry gehörte einer Gruppe schwarzer Nachkriegsschriftstellerinnen an, die auch Romane über weiße Protagonist/-innen schrieb. Das Leben der weißen, damals normgebenden Gesellschaftsschicht konnte so beleuchtet und ihre vermeintliche Integrität literarisch-künstlerisch in Frage gestellt werden, ohne direkt anzuklagen. In "Country Place" entwirft Ann Petry das Bild einer fiktiven Kleinstadt in Connecticut, in der das gutbürgerliche, sittsame Leben vordergründig den Alltag bestimmt. Ausgehend von der Heimkehr des jungen Weltkriegsveteranen Johnnie, der schnell feststellen muss, dass die ersehnte "heile Welt" zu Hause während seiner Abwesenheit erhebliche Risse bekommen hat, bröckeln die beschaulichen Kleinstadtfassaden im Verlauf der Geschichte zunehmend. Die Bewohner spielen fast ausnahmslos ein Spiel zwischen Betrug und Selbstbetrug. Persönliche Gier, Intrigen, Diffamierung und Klatschsucht bestimmen die Beziehungen untereinander. Häufige Perspektivwechsel zwischen den soziokulturell unterschiedlich situierten Figuren vermitteln dem Leser ein sehr vielschichtiges Bild der sich zuspitzenden Situation in der Kleinstadt. Schließlich mündet die Verquickung aller (Schein-)Interessen in einen finalen Zusammenbruch, aus dem dennoch Gewinner hervorgehen, verdiente und unverdiente. - Ein psychologisch und sprachlich sehr vielschichtiger Roman, der das Gesellschaftsbild im Amerika der Nachkriegszeit abbildet. Die Grundthematik wird nie an Aktualität verlieren, denn die Frage nach Schein und Sein, nach Lüge und Wahrheit bestimmt ebenso wie die gegensätzlichen Pole Gut und Böse seit jeher unser menschliches Miteinander.
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Artikelbeschreibung

Ebenso zeitlos wie »The Street«: Ann Petrys Roman über Idealisierung und Desillusionierung und über menschliche Abgründe.

Ein kleiner Ort in Connecticut: Johnnie kommt aus dem Zweiten Weltkrieg zurück. Die Kleinstadt ist nicht das Idyll, zu dem Johnnie sie in seiner Sehnsucht gemacht hat - ebenso wenig wie Glory die wunderbare Ehefrau ist, die Johnnie in ihr sehen wollte, wie er nach und nach erkennen muss. Johnnie empfindet sich nicht nur als Kriegsveteran, sondern auch als Veteran »des nicht enden wollenden Kampfes zwischen denen, die zu Hause blieben, und denen, die weggingen«.
Das Städtchen Lennox ist klatschsüchtig, böswillig und dünkelhaft. Es pflegt seine Verachtung für alles Fremde: das schwarze Dienstmädchen Neola, der portugiesische Gärtner, der jüdische Anwalt und die irischen Katholiken der Stadt gelten als »anders« und nicht dazugehörig.
Ann Petry zeigt, was passiert, wenn alle Fassaden bröckeln und ein großer Teil der Einwohner von Lennox sich als menschlich mies, intolerant, reaktionär oder gierig entpuppen. Bis auf wenige Ausnahmen: Johnnie und die alte Mrs. Gramby. Diese beiden ordnen ihr Leben oder das Leben ihrer Mitmenschen neu und besser...

»Berechnung, Untreue, Ehebruch, versuchter Mord, plötzlicher Tod und eine Reihe von überraschenden Erbschaften, die die Dinge mehr oder weniger in Ordnung bringen - das sind einige der vorherrschenden Themen, die in Country Place behandelt werden.« Richard Sullivan, New York Times, 1947


Erstmals auf Deutsch. Übersetzt von Pieke Biermann.

Produktsicherheit

Hersteller: Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH
Anschrift: Valentinskamp 24
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Kontakt: info@harpercollins.de

Personeninformation

Ann Petry (1908-1997) war Journalistin, Pharmazeutin, Lehrerin und Gemeindeaktivistin. Ihre drei Romane, zahlreichen Kurzgeschichten, journalistischen Texte und Kinderbücher beschäftigen sich mit Rassismus in all seinen Facetten.The Streetwar der erste Roman einer afroamerikanischen Frau, der sich über 1,5 Millionen Mal verkaufte.

Pieke Biermann, geb. 1950, lebt in Berlin als Schriftstellerin und Übersetzerin. Ihre mehrfach ausgezeichneten Kriminalromane gelten als Klassiker der Berlin-Literatur und sind seit 2022 als "Berlin Quartett" (Ariadne) wieder auf dem Markt.Aus dem Englischen übersetzt hat sie ua Dorothy Parker, Liza Cody, Walter Mosley, Ben Fountain, Ann Petry, Gayl Jones. Ihre Übersetzung von Fran Ross' Oreo wurde 2020 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet.

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