Das Meer der Aswang

Roman
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Buchprofile - Rezension
Philippinische Mythen neu erzählt: Ein Mädchen verwandelt sich in ein krokodilartiges Wesen.
Dieses Buch ist in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich. Schon die wunderbare haptische Gestaltung des Umschlags und die feinen Illustrationen stechen aus der Masse hervor. Inhaltlich ist es genauso besonders: Es erzählt die Verwandlung der 15-jährigen Luklak in eine Aswang, ein hexenartiges Zwischenwesen in Gestalt eines Krokodils, auf der philippinischen Inselgruppe Visayas im 18. Jh. Während die Verwandlung geschieht, erfährt man nebenbei Näheres über das Leben zur damaligen Zeit, mit ihren Wunderheilern, den unbarmherzigen spanischen Besatzern und dem schwierigen Alltag. Man muss sich auf dieses kuriose Sammelsurium von tradierten Mythen, geisterhaften Wesen, bildhaft-grausamen Szenen und fremden Begriffen aus den verschiedenen philippinischen Sprachgruppen einlassen. Dann öffnet der Roman den Horizont für bisher unbekannte literarische Welten und man wird belohnt mit einer Fülle an grotesken Episoden, die sich aus den mündlich überlieferten Epen einer Volksgruppe auf den Visayas speisen. Als Beschäftigung mit den Philippinen als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2025 bestens geeignet und für alle, die gerne gewohnte Lesepfade verlassen und sich offen auf interessante Abenteuer begeben wollen.
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Artikelbeschreibung

Die Anzeichen sind nicht mehr zu übersehen: Das Mädchen Luklak verwandelt sich in ein Krokodil. Genau genommen in eine Aswang, ein mythisches Wesen der Philippinen. Fasziniert entdeckt Luklak die Kraft ihres neuen Körpers, doch ihr Vater verzweifelt.

Auf der Suche nach einem Heilmittel zieht er durchs Dorf, wo die Bewohner sich fürchten vor einem drohenden Piratenangriff. Luklaks Vater möchte bei den Weisen Beistand erbitten, doch als sich ein spanischer Pater, ein Affe in einer roten Hose und ein Haufen Seelenvögel einmischen, gerät das Unterfangen außer Kontrolle.

In einem rauschenden Roman erzählt Allan Derain von Geisterwesen, Mythen und Legenden, von eifrigen Priestern und Kolonialherren, von Vater und Tochter und dem erstaunlichen Weg eines mutigen Mädchens.

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Personeninformation

Allan N. Derain ist Autor und unterrichtet Kreatives Schreiben, Kunstgeschichte und Philippinische Literatur an der Ateneo de Manila University. Zudem ist er Direktor des AILAP (Ateneo Institute of Literary Arts and Practices). Mehrere seiner Bücher wurden mit dem Philippine National Book Award ausgezeichnet. Er lebt in Manila. Annette Hug, geboren 1970 in Zürich, studierte Geschichte in Zürich und Women and Development Studies in Manila. Nach Tätigkeiten als Dozentin und Gewerkschaftssekretärin arbeitet sie seit Januar 2015 als freie Autorin, seit 2017 übersetzt sie philippinische Gegenwartsliteratur ins Deutsche. Sie verfasst zudem die Kolumne »Ein Traum der Welt« in der Wochenzeitung WOZ und veröffentlicht Reportagen aus den Philippinen, Shanghai und Seoul. 2017 wurde sie mit dem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet.

Pressestimmen

»Wie ein wild gewordener philippinischer Ovid webt Derain Geschichten in Geschichten, singt alte Lieder von Himmelswanderungen. Alles hier ist Spiel, Spiel der Götter, Spiel der Wandelwesen und Spiel des Autors mit seiner Erzählmacht. Derain hat es geschafft, eine Leichtigkeit in das schwere Kolonialerbe zu bringen, das bis heute auf den Philippinen lastet.« Anna Rothenfluh Watson

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