Landschaft ohne Zeugen

Buchenwald und der Riss der Erinnerung | Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026 (Sachbuch)
25,00 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Buchprofile - Rezension
Wie ist es im wiedereinigten Deutschland um die Erinnerungskultur bestellt? Insbesondere geht es um Ideologie und Mythenbildung in der DDR.
Ines Geipel greift als Soziologin deutsche Gewaltgeschichte im Nationalsozialismus und in der DDR-Diktatur auf. Anhand des Konzentrationslagers Buchenwald geht es ihr um einen kritischen Umgang mit Erinnerungskultur. Sie beginnt ihr Sachbuch mit der Schilderung eines Klassenbesuchs 1974 in der Gedenkstätte Buchenwald. Diesen Ort sehen die DDR-Machthaber als Beispiel heldenhaften kommunistischen Widerstands. Geipel legt nach akribischen Archivrecherchen und neu entdeckten Dokumenten aber offen, dass die Realität eine andere war, denn manche kommunistischen Funktionshäftlinge kooperierten mit der SS, um das eigene Überleben zu sichern, und waren aktiv an der Selektion und Liquidierung von Mitgefangenen beteiligt. Ein weiteres Beispiel ist das Buch von Bruno Apitz „Nackt unter Wölfen“. Der Autor musste sich der Parteidisziplin und Zensur unterwerfen, damit der Mythos des unfehlbaren kommunistischen Helden gewahrt blieb. Ergänzend zu ihren Ausführungen, werden Auszüge aus ihren Archivfunden abgedruckt, die grau abgesetzt durch das ganze Buch laufen. – Ines Geipel fand Leerstellen im kulturellen Gedächtnis des wiedervereinigten Deutschlands und leuchtete sie aus. Der Titel war nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse.
Weiterlesen

Artikelbeschreibung

Vom Staatsmythos Buchenwald zum Angriff auf die Demokratie

Auch 80 Jahre nach der Befreiung von Buchenwald ist die Erinnerung an den Holocaust nicht in der demokratischen Mitte angekommen. Die Angriffe auf das, was im Land Gedächtniskultur heißt, kommen nicht mehr nur von rechts. Warum? Was ist da los? Ines Geipel taucht in ihrem neuen Buch »Landschaft ohne Zeugen« noch einmal in die Vergangenheit ein, sucht nach den Quellen der Lagerwelt und befragt die Legenden nach 1945: von der vorbildlichen Aufarbeitung im Westen bis zum antifaschistischen Staatsmythos der DDR. Ein bestürzendes, hochaktuelles Buch über die alte und neue Unfähigkeit zu trauern und die Erinnerungskälte nach zwei Diktaturen.

Platz 1 der Sachbuch-Bestenliste von NZZ, Die Welt, radio 3 RBB und ORF Radio Ö1 im Mai 2026

Produktsicherheit

Hersteller: S. Fischer Verlag GmbH
Anschrift: Hedderichstraße 114
DE-60596 Frankfurt am Main
Kontakt: produktsicherheit@fischerverlage.de

Personeninformation

Ines Geipel, geboren 1960, floh 1989 nach ihrem Germanistik-Studium von Jena aus nach Darmstadt und studierte dort Philosophie und Soziologie. Das zentrale Thema ihrer Arbeit als Autorin und Herausgeberin ist die deutsche Gewaltgeschichte sowohl des Nationalsozialismus als auch der DDR-Diktatur. 2011 erhielt Ines Geipel das Bundesverdienstkreuz am Bande, 2020 den Lessingpreis für Kritik, 2021 den Marieluise-Fleißer-Preis und 2023 den Erich-Loest-Preis. Von 2001 bis 2025 war Ines Geipel Professorin für Verskunst an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«. Ihr Buch »Fabelland« wurde für den Deutschen Sachbuchpreis 2025 nominiert. Zuletzt erschien ihr Buch »Landschaft ohne Zeugen«, mit dem sie für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026 in der Kategorie Sachbuch/Essayistik nominiert ist.

Pressestimmen

Ines Geipel ist es [...] gelungen, auf etwa 300 Seiten ein sehr gut lesbares, eingängiges und im besten Sinne aufklärerisches Buch zu schreiben. Norbert Reichel Demokratischer Salon 20260630
Mehr von Geipel, Ines

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.