Fabelland

Der Osten, der Westen, der Zorn und das Glück | Nominiert für den Deutschen Sachbuchpreis 2025
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Buchprofile - Rezension
Kritischer Blick auf die Entwicklung der politischen Verhältnisse im Osten und Westen unseres Landes.
35 Jahre nach dem Mauerfall betrachtet Ines Geipel, Schriftstellerin und Professorin für Verskunst in Berlin, was aus unserem Land nach der Wiedervereinigung geworden ist. Beim Fall der Mauer war sie bereits in den Westen geflüchtet und studierte in Darmstadt. Familiäre Gegebenheiten – beide Großväter in der SS, der Vater jahrelang Spion für die Staatssicherheit der DDR und die Mutter, die Bescheid wusste – all das spielt mit hinein in ihre Betrachtungsweise über den Osten und den Westen. Aber sie hinterfragt alles: versetzt sich in die Zeit der Umbrüche, der politischen Entwicklungen, erinnert sich an Verleugnungen, Verharmlosungen und Lügen, erzählt schonungslos, wie sich das Glück der Anfänge in den Zorn der Gegenwart wandeln konnte. Es ist ein gnadenloser Blick auf unser Land, auf die vergangenen Jahrzehnte mit ihren schwerwiegenden und auch falschen Entscheidungen in Politik und Gesellschaft, die zu den rechtsextremen politischen Entwicklungen geführt haben, mit denen wir zurzeit konfrontiert werden. Es ist eine Mischung aus Familiengeschichte und persönlicher Betrachtungsweise, aber auch die politische Analyse von 35 Jahren deutscher Zeitgeschichte. – Das Buch ist anspruchsvoll und nicht immer leicht zu lesen, bietet aber viele Denkanstöße. Gern empfohlen für am Thema interessierte Leser:innen, die mehr als gängige Klischees lesen möchten.
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Artikelbeschreibung

Eine unverzichtbare Stimme zur Lage der Demokratie in Ost und West

Der 9. November 1989. In Berlin fällt die Mauer. Es ist einer der glücklichsten Momente der deutschen Geschichte. Ines Geipel ist bereits im Sommer in den Westen geflüchtet und erlebt den Zeitriss, die Hoffnungen und Aufbrüche als Studentin in Darmstadt. 35 Jahre danach erinnert sie sich: Wie fühlte er sich an, dieser historische Moment des Glücks? Wie erzählen wir uns Ost und West und die Wiedervereinigung? Woher kommt all der Zorn, woher die Verleugnung, wenn es um den aktuellen Zustand des Landes geht? Mit großer Klarheit und Offenheit geht Ines Geipel in ihrem Buch »Fabelland« noch einmal zurück. Zurück in die politische Umbruchslandschaft nach 1989, in die eigene Familie, zurück in all die verstellten, besetzten Räume der Erinnerung, zurück zu den Verharmlosungen und Legenden, die die Gegenwart so vergiften. Ein fesselndes, nein, ein befreiendes Buch, das auf die Frage zuläuft: Können die Deutschen ihr Glück auch verspielen?

Produktsicherheit

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Personeninformation

Ines Geipel, geboren 1960, floh 1989 nach ihrem Germanistik-Studium von Jena aus nach Darmstadt und studierte dort Philosophie und Soziologie. Das zentrale Thema ihrer Arbeit als Autorin und Herausgeberin ist die deutsche Gewaltgeschichte sowohl des Nationalsozialismus als auch der DDR-Diktatur. 2011 erhielt Ines Geipel das Bundesverdienstkreuz am Bande, 2020 den Lessingpreis für Kritik, 2021 den Marieluise-Fleißer-Preis und 2023 den Erich-Loest-Preis. Von 2001 bis 2025 war Ines Geipel Professorin für Verskunst an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«. Ihr Buch »Fabelland« wurde für den Deutschen Sachbuchpreis 2025 nominiert. Zuletzt erschien ihr Buch »Landschaft ohne Zeugen«, mit dem sie für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026 in der Kategorie Sachbuch/Essayistik nominiert ist.

Pressestimmen

so argumentationsstark wie stilistisch überzeugend Volker Oesterreich Rhein-Neckar-Zeitung 20250605
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