Die Beschützerin

Roman
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Buchprofile - Rezension
2014. Nach dem Tod ihrer Mutter versucht Shanna sich ein eigenständiges Leben aufzubauen und gerät dabei in den Sog der gewalttätigen Auseinandersetzungen im Donbass.
Kurz vor der Beerdigung ihrer Mutter, die nach einer schweren Krankheit stirbt, meldet sich Shannas Jugendliebe Valet, der die Zechensiedlung Marat im Donbass vor Jahren verlassen hat, bei ihr. Was kaum einer weiß: Valet ist im Auftrag der Moskauer Regierung zurück, um den Aufstand in der Ostukraine voranzubringen. Er träumt aber auch davon, sich Shanna, die er schon so lange begehrt, gefügig zu machen. Als Freischärler ein Passagierflugzeug abschießen, setzen die Toten, die vom Himmel fallen, die lange Reihe der Opfer der Vergangenheit fort, deren Überreste im Schacht 3/4 ruhen; jüdische Opfer der Nazis ebenso wie die während der Sowjetherrschaft getöteten Menschen. – Lebedews Roman stellt die leidvolle, eng mit Russland verknüpfte Geschichte der Ukraine, die Herrschaft von Krieg und Diktatur, in den Mittelpunkt des Beziehungsgeflechtes der einfühlsam gezeichneten Figuren, aus deren Perspektiven er die Handlung erzählt. Der Abschuss eines Passagierflugzeuges im Juli 2014 über dem Osten der Ukraine knüpft dabei an die Opfer der Vergangenheit an, die in Gestalt des Ingenieurs lebendig werden, der im Schacht 3/4 verschüttet liegt. Das Buch ist eine Auseinandersetzung mit Fragen der Ethik, der Menschlichkeit und der Verantwortung für das eigene Handeln. – Empfehlenswert!
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Artikelbeschreibung

Ein großer europäischer Roman von der Vorgeschichte des Ukraine-Kriegs

Juli 2014: Trümmer und Leichenteile fallen nach dem Abschuss des Passagierflugzeugs MH-17 auf die ukrainische Landschaft des Donbass. Genau hier, unter der Erde, liegen Tausende Juden, die im Zweiten Weltkrieg ermordet und in Bergwerksstollen geworfen wurden. Und genau hier, zwischen all der Gewalt, lebt die junge Studentin Shanna bei ihrer Mutter Marianna, der »Beschützerin«, die dreißig Jahre lang Leiterin der Wäscherei war ... In bestürzenden, poetischen Bildern erzählt Sergej Lebedew vom Schmutz, der nicht wegzuwischen ist, und vom Bösen, das immer wiederkehrt.

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Personeninformation

Sergej Lebedew arbeitete nach dem Studium der Geologie als Journalist. Gegenstand seiner Romane sind für den 1981 Geborenen die russische Vergangenheit, insbesondere die Stalin-Zeit mit ihren Folgen für das moderne Russland. Bei S. FISCHER sind seine Romane »Der Himmel auf ihren Schultern« (2013), »Menschen im August« (2015), »Kronos' Kinder« (2018) und »Das perfekte Gift« (2021) erschienen. Zuletzt erschienen der Erzählband »Titan oder Die Gespenster der Vergangenheit« (2023) und der Roman »Die Beschützerin« (2025). Sergej Lebedew lebt zurzeit in Potsdam.

Franziska Zwerg, geboren 1969, studierte in Berlin und Moskau Slawistik, Germanistik und Theaterwissenschaft und übersetzt zeitgenössische russische Literatur, neben den Romanen von Sergej Lebedew u.a. Werke von Dmitry Glukhovsky, Viktor Martinowitsch, Viktor Remizov.

Pressestimmen

[Lebedew] gelingt [...] eine unerhörte Verdichtung seines Wissens, die den Roman in ein packendes Leseerlebnis verwandelt. Thomas Linden Kölnische Rundschau 20260211
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