Gespräch über die Trauer

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Buchprofile - Rezension
Ergreifendes literarisches Essay über die Trauer und das Trauern in Tagebuchform.
Wie kommt man mit dem Verlust eines lieben Menschen klar, wie findet man in ein unbeschwertes Leben zurück, kann man den Schmerz besiegen? Diese Fragen bewegen uns, seit es Menschen gibt. Die renommierte Schriftstellerin Olga Martynova, seit 1991 in Deutschland lebend und schreibend, hat ihre Trauer über den Tod ihres geliebten Mannes Oleg Jurjew auch dadurch zu kompensieren gelernt, dass sie über vier Jahre an diesem literarischen Essay über die Trauer und das Trauern geschrieben hat. In Tagebuchform lässt sie den Leser an ihrem Schmerz und dem Gelingen und immer wieder Nicht-Gelingen von dessen Bewältigung teilhaben. Sie schildert aber auch Beispiele über die Trauer und das Trauern in Geschichte und Literatur, vom Gilgamesch-Epos bis Elias Canetti, von Petrarca bis Patti Smith. Dieses Buch ist zutiefst erschütternd, zumal für den, der sich selbst in einem Trauerprozess befindet, aber es zeigt auch Wege auf, wie man mit seiner Trauer fertig wird. Vor allem aber zeigt es - und das ist irgendwie ermutigend: Mit seiner Trauer ist man nicht allein, so ziemlich jeder weiß, was man durchmacht, und das ist hilfreich! - Ein ebenso nachdenklich machendes wie sinnstiftendes Buch, geeignet für alle Trauernden, deren Angehörigen, eigentlich aber jedermann, der auf literarische Weise versucht, dem Phänomen Trauer und deren Bewältigung näherzukommen. Allen Büchereien sehr zu empfehlen.
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Artikelbeschreibung

'Der Kopf eines Trauernden ist nicht viel klarer als der Kopf eines Verliebten und jedem Quatsch ausgeliefert.' 
Wer die Trauer nicht überwinden kann oder will, hat eine andere Option: mit ihr leben zu lernen. Olga Martynova hat nach dem Tod ihres Mannes, des russischen Dichters Oleg Jurjew, vier Jahre lang an diesem großen Essay geschrieben. Wie, will sie wissen, gehen andere Menschen mit etwas um, mit dem man eigentlich nicht umgehen kann und das zugleich so unumgänglich ist. Olga Martynova sucht nicht nach Ratschlag oder Trost, sondern gerät in ihrer Trauer in ein ebenso intimes wie reflektiertes, ein ebenso schamloses wie kluges 'Gespräch' - nicht zuletzt mit berühmten Texten über Trauer und Tod von Roland Barthes bis Joan Didion, von Elias Canetti bis Emmanuel Lévinas. - Begreife mich, sagt das Unbegreifliche. Darauf zu antworten, versucht dieses erschütternde Buch.

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