Potenziale entfalten – und das eigene Licht leuchten lassen
Wer seine Gaben und Stärken lebt, tut nicht nur sich selbst etwas Gutes – sondern bringt auch Licht in das Leben anderer. Unser inneres Potenzial möchte nicht versteckt, sondern entfaltet werden.
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Ich selbst bin der Mensch, mit dem ich lebenslang zusammenlebe. An manchen Tagen klappt das ganz gut. An anderen Tagen finde ich es ziemlich anstrengend, ich zu sein. Und auch für Sie gilt: Wo auch immer Sie gerade sind oder was Sie auch tun, immer befinden Sie sich in ihrer eigenen Gesellschaft. Was kann helfen, im Großen und Ganzen mit sich selbst befreundet zu sein? Ein Leben zu führen, das sich stimmig und lebendig anfühlt?
Ein wichtiger Schritt liegt darin, die eigenen Gaben und Potenziale zu kennen und zu leben. Denn jeder Mensch ist ein Bündel an Lebensenergie – und diese Energie will fließen. Jeder sind bestimmte Potenziale und Kräfte mitgegeben – und diese wollen entfaltet und realisiert werden. Unsere Fähigkeiten schreien geradezu danach, gut eingesetzt zu werden, anstatt zu verkümmern. Unser Leben fühlt sich „im Fluss“ an, wenn wir unsere Stärken und Talente einbringen können. Und es ist wie Wasser auf unsere Mühlen, wenn die eigenen Fähigkeiten gefragt sind und wir sie für etwas Sinnvolles einsetzen können.
Das bedeutet: Berücksichtigen wir, was wir an Potenzialen in uns tragen, dann leben wir mehr in Übereinstimmung mit uns selbst. Wir verwirklichen Möglichkeiten, die in uns gelegt sind. Und das weckt Lebendigkeit und Freude. Eng damit verbunden: Wir geben das, was nur wir zu geben vermögen. Wir verändern und bereichern unser konkretes Umfeld. Und das tut gut. Wir tun gut!
In jedem Menschen: göttliches Licht
„Unsere tiefste Angst ist nicht, ungenügend zu sein.
Unsere tiefste Angst ist, dass wir über alle Maßen kraftvoll sind.
Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, die uns am meisten Angst macht.
Wir fragen uns selbst –
wer bin ich, von mir zu glauben,
dass ich brillant, großartig, begabt und einzigartig bin?
Aber genau darum geht es,
warum solltest Du es nicht sein?
Du bist ein Kind Gottes.
Dich klein zu machen nützt der Welt nicht.
Es zeugt nicht von Erleuchtung, sich zurückzunehmen,
nur damit sich andere Menschen um dich herum nicht verunsichert fühlen.
Wir alle sind aufgefordert, wie die Kinder zu strahlen.
Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes, die in uns liegt, auf die Welt zu bringen.
Sie ist nicht in einigen von uns, sie ist in jedem.
Und indem wir unser eigenes Licht scheinen lassen,
geben wir anderen Menschen unbewusst die Erlaubnis,
das Gleiche zu tun.“
Bei zahlreichen Veranstaltungen habe ich diese Zeilen von Marianne Williamson vorgetragen. Wenn es im Saal mucksmäuschenstill wird oder wenn Leute die Hände vors Gesicht schlagen, dann weiß ich, dass ich eine heiße Spur verfolge. Beim obigen Text kommt es immer wieder zu solchen Reaktionen.
[inne]halten - das Magazin 10/2026
Uralt und wunderschön
Eine einzigartige Lage, eine über tausendjährige Geschichte und eine romanische Kirche voller Schätze: Das ist Kloster Seeon.
Lesen Sie im [inne]halten-Magazin unseren Themenschwerpunkt und weitere Geschichten und Berichte aus dem kirchlichen Leben.
Marianne Williamson deutet die Größe und Schönheit jedes Menschen religiös: Alle verdanken sich einem göttlichen Ursprung. Allen wohnt ein göttliches Licht inne. Es ist jeder und jedem anvertraut, das eigene Licht leuchten zu lassen und – auch dadurch – andere zu ermutigen, ihr Licht zum Strahlen zu bringen. Wo das geschieht, verwirklicht sich die neue Welt Gottes, für die Jesus eingetreten ist. (Mehr dazu in: Melanie Wolfers, Freunde fürs Leben. Von der Kunst, mit sich befreundet zu sein, adeo Verlag 6. Auflage 2023, S. 97-104)



