Zukunft
08.08.2025

Innenstädte müssen aufblühen!

Zu viele Ortszentren wirken im Sommer wie heiße, lebensfeindliche Steinwüsten, findet der ÖDP-Landesvorsitzende Tobias Ruff. Er appelliert an Politiker, aber auch an die Kirche: Wir brauchen mehr Grün statt Grau! 
    

Viel Grau, kaum Grün – so präsentiert sich der Münchner Marienplatz. Viel Grau, kaum Grün – so präsentiert sich der Münchner Marienplatz. Foto: © imago/ZUMA Press Wire

Der Frühsommer 2025 zeigte uns wieder eindrucksvoll, was versiegelte Städte bedeuten: aufgeheizte Plätze, flirrende Luft, Menschen, die Schutz vor der Hitze suchen – und oft keinen finden. Besonders spürbar ist das auf zentralen Orten wie dem Münchner Marienplatz. Gerade hier wird der Ruf nach Begrünung lauter, und das ist gut so. Städte und Gemeinden müssen sich klimafit machen. Es geht nicht nur um Großstädte – auch kleinere Orte und ihre Zentren leiden unter der zunehmenden Hitze, fehlender Aufenthaltsqualität und fehlendem Grün. 

Bäume sind Lebensretter 

Bäume sind keine Dekoration – sie sind Lebensretter. Schon wenige Grad Temperaturunterschied entscheiden über das Wohlbefinden, ja sogar über Gesundheit und Leben. Begrünung wirkt wie eine natürliche Klimaanlage: Bäume spenden Schatten, kühlen durch Verdunstung, filtern Schadstoffe und fördern das Wohlbefinden. Dabei geht es nicht um romantische Vorstellungen, sondern um ganz konkrete Maßnahmen für mehr Lebensqualität, Aufenthaltsqualität und Klimaschutz. 
    

Anzeige

Wir brauchen grüne Plätze statt Steinwüsten. Denn Innenstädte sind mehr als Einkaufsorte oder Verkehrsknotenpunkte – sie sind das Herz unserer Städte. Wenn wir sie begrünen, beleben wir sie. Menschen halten sich gerne dort auf, verweilen, begegnen einander. Das stärkt auch den lokalen Handel und das gesellschaftliche Miteinander. Investitionen in Stadtgrün sind Investitionen in ein lebenswertes Morgen. 

[inne]halten - das Magazin 10/2026

Uralt und wunderschön

Eine einzigartige Lage, eine über tausendjährige Geschichte und eine romanische Kirche voller Schätze: Das ist Kloster Seeon.

Lesen Sie im [inne]halten-Magazin unseren Themenschwerpunkt und weitere Geschichten und Berichte aus dem kirchlichen Leben.

Auch kleinere Orte haben Potenzial 

Besonders wichtig: Auch kleinere Städte und Gemeinden haben enorme Potenziale. Dorfplätze, Schulhöfe, Kirchplätze – all diese Räume können grün werden. Und genau hier kommt auch die Kirche ins Spiel. Kirchliche Einrichtungen verfügen über viele Flächen: Pfarrhöfe, Dächer, Friedhöfe, Gemeindezentren. Hier kann Begrünung sichtbares Zeichen gelebter Schöpfungsverantwortung werden. Die Kirche kann Vorbild sein – nicht nur mit Worten, sondern durch konkrete Maßnahmen. Sie kann zeigen: Wir handeln – für die Schöpfung, für die Menschen, für das Gemeinwohl. 

Mein Appell an kirchliche Entscheidungsträger ist daher: Werden Sie aktiv! Begrünen Sie kirchliche Flächen, kooperieren Sie mit Kommunen, öffnen Sie Ihre Räume für gemeinsame Projekte. Denn wenn Innenstädte und Ortszentren aufblühen, profitieren wir alle – heute und morgen. 

Tobias Ruff, Co-Landesvorsitzender der ÖDP in Bayern und Stadtrat in München