Die untalentierte Lügnerin

Roman. Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2019 (Longlist)
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Buchprofile - Rezension
Packendes Psychogramm einer gescheiterten Schauspielerin und ihrer Beziehungen.
Im neuen Roman der österreichischen Autorin (zul. "Ein langes Jahr", BP/mp 16/967) kehrt die Protagonistin als gescheiterte Schauspielerin in den Ort der Kindheit zurück: Maren, die haltlose, unglückliche Tochter einer ebenso narzisstischen wie erfolglosen Künstlerin und eines sie über alle Maßen vergötternden, reichen Stiefvaters, der das Leben beider Frauen großmütig finanziert. Doch weder zu ihnen noch zum eigenen Vater hat Maren eine enge Bindung. Soziale Bindungen allgemein sind für sie anstrengend und letzten Endes enttäuschend: die Mutter ist kaltherzig, ihre Brüder rufen nie zurück, die Männer wechseln, die Jobs und Freunde auch, allein der Stiefvater ist immer für sie da. Doch auch dieser führt ein Doppelleben und seine allgegenwärtige Nähe wird für Maren zunehmend zum Problem. Ob sich Maren davon lösen und ihren eigenen Weg gehen kann? - Eva Schmidt gelingt es in dem packenden und verstörenden Roman, gleichzeitig das Wesentliche kühl und sachlich zu beschreiben, wie alles Weitere gerade durch Aussparungen für den Leser intensiv und nah werden zu lassen - absolut zu empfehlen! (Nominiert für den Deutschen Buchpreis)
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Artikelbeschreibung

Nachdem ihr Versuch, Schauspielerin zu werden, gescheitert ist, kehrt Maren zurück an den Ort ihrer Kindheit. Mit ihrer bevormundenden Mutter, einer so egozentrischen wie erfolglosen Künstlerin, und ihrem Stiefvater Robert, einem reichen Unternehmer, der für alle und alles aufkommt, lebt sie in dem luxuriösen Haus am See. Als die Spannungen zwischen Maren und ihrer Mutter zunehmen, bietet ihr Robert die Firmenwohnung an. Dort findet sie bald heraus, dass er offenbar ein Doppelleben führt, dass er ihre Mutter nie geliebt hat, dass so vieles anders sein könnte in ihrer kleinen Welt, als es schien. Und dass der Zwang zu lügen stärker wird, je mehr sie weiß.So wie es hinter der stillen Oberfläche ihrer Sätze rumort, so monströs sind die scheinbar alltäglichen Verhältnisse, von denen Eva Schmidt hier erzählt, so berührend wirkt der kühle Ton, den sie anschlägt: ein Psychogramm ohne Psychologie, ein gleichermaßen feinsinniger wie aufregender Roman über den Wunsch nach Nähe und die Sehnsucht nach Grenzüberschreitung.

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Personeninformation

geboren 1952, lebt in Bregenz, Vorarlberg. Veröffentlichungen seit 1985, zuletzt, nach einer Unterbrechung von fast zwanzig Jahren, die beiden gefeierten Romane Ein langes Jahr (2016) und Die untalentierte Lügnerin (2019) sowie ein Band mit Erzählungen: Die Welt gegenüber (2021).
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