Rebis - Ein Kind der Natur

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Buchprofile - Rezension
Als Albino gilt der kleine Martino in einer frühneuzeitlichen italienischen Kleinstadt aufgrund seiner Andersartigkeit als Unglücksbringer und wird von seinem Vater verstoßen.
Martino kommt in einer frühneuzeitlichen italienischen Kleinstadt in der Zeit der Hexenverfolgungen als Albino zur Welt. Eigentlich wächst der Junge in der warmherzigen Umgebung einer Großfamilie mit älteren Schwestern heran, doch seine Andersartigkeit macht ihn in der Stadt zum Außenseiter und schließlich wird er von seinem Vater als Unglücksbringer verstoßen. Im Wald findet er Aufnahme in einer einsamen Hütte bei der alleinlebenden Viviana und lernt von dem zu leben, was die Natur hergibt. Erst später erfährt Martino, dass die verstoßene Viviana als Hexe gilt. Hier findet Martino langsam zu seiner eigenen Identität als Frau und Hexe, nimmt den Namen Rebis an und findet Aufnahme in einen liebevollen Kreis von seelenverwandten Frauen. Als er eines Tages anlässlich der Hochzeit seiner älteren Schwester, zu der er nie den Kontakt ganz verloren hat, inkognito in die Kleinstadt zurückkehrt, erkennt ihn sein Vater wieder und es kommt zu einem Eklat. – Somit werden in dieser vordergründig fantastischen, in einer ferneren Vergangenheit handelnden Erzählung die Themen Andersartigkeit, Außenseitertum, Identitätsfindung und Transgender geschickt eingeflochten, ohne dass diese explizit als solche angesprochen werden. Auf einer Metaebene symbolisiert dabei das Reifen einer Insektenlarve, die Martino jahrelang als Schatz hütet, zu einem kapitalen Hirschkäfer diesen Selbstfindungsprozess. Die am Computer entstandenen Zeichnungen gefallen in ihrer detaillierten Ausgestaltung und der situativ angepassten Farbgebung. Diese Coming-Out-Bilderzählung kann in Jugendbeständen überall gut angeboten werden.
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Artikelbeschreibung

Eine märchenhafte Reise ins Innere eines AußenseitersMartino ist das jüngste und am wenigsten geliebte Kind in einer sonst heiteren Familie. Als Albino wird er als Grund für alles Unglück angesehen. Das geht so weit, dass sein Vater ihn eines Tages verstößt. Martino läuft von zu Hause weg und muss nicht nur lernen, seine Andersartigkeit zu akzeptieren, sondern vor allem verstehen, dass es nicht die Blässe seiner Haut oder seine Haarfarbe ist, die ihn so einsam und falsch fühlen lässt.Irene Marchesini und Carlotta Dicataldo erschaffen eine fantastische Welt, die wunderbar plausibel und deshalb umso beängstigender ist, in der sich Ausgestoßene gegenseitig beschützen, in der das Finden der eigenen Identität das Herz zum Klopfen bringt, als würde man ein Geheimnis erfahren, das vielleicht noch niemand zu hören bereit ist.

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