Der Glöckner von Notre-Dame (Graphic Novel)

nach Victor Hugo
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Buchprofile - Rezension
Paris im Spätmittelalter – Individuum und Gesellschaft, Politik und Religion, Liebe und Verachtung, Macht und Unterdrückung.
1831 schuf Victor Hugo mit "Notre-Dame de Paris" ein Werk, das einen kritischen Blick auf das spätmittelalterliche Leben in Paris, fokussiert auf die unmittelbare Umgebung der Kathedrale, warf. Georges Bess, der bereits Dracula (BP/mp 21/453) und Frankenstein illustrierte, gelingt es insbesondere aufgrund seiner brillanten Zeichentechnik, Hugos Prosa angemessen, teils in kleinen dialogbegleitenden Formaten, teils in opulenten ganzseitigen Szenarien, illustratorisch umzusetzen. Eng am Original präsentiert er, beginnend mit dem Mysterienspiel des Poeten Gringoire und der Wahl des Narrenpapstes, die Quasimodo, Glöckner von Notre-Dame, aufgrund seines missgestalteten Körpers gewinnt, dessen Lebens- und Leidensgeschichte. Quasimodo verliebt sich in die Roma Esmeralda, die jedoch nur Augen für den selbstgefälligen Hauptmann Phoebus hat. Archidiakon Frollo verfällt Esmeralda ebenfalls und bringt sie mit seiner unerwiderten Liebe bis auf den Scheiterhaufen. Neben diesem Handlungsstrang über unglückliche, unerwiderte Gefühle nimmt jedoch auch die ganze Pariser Gesellschaft mit Armut, Reichtum, Schicksalshaftigkeit und Ungerechtigkeit Gestalt an. Haupt-, aber auch die Nebenfiguren erscheinen ganz lebendig. Durch ihre detaillierte Zeichnung wird ihre Gemütsverfassung, ja ihr ganzes Wesen offenbar. Begierde, Lust, Abscheu, Angst, Demut, Blasiertheit, Naivität und Hinterlist, all das spiegelt sich wider. Auch die Diskrepanz der Lebensweise der unterschiedlichen Schichten wird sehr detailreich herausgearbeitet. Durch die Schwarz-Weiß-Zeichnungen wirkt das Buch mitunter sehr düster, passt aber zu der jeweiligen Stimmung. – Ein sehr gelungenes, in Hinblick auf Ungerechtigkeit und Schicksalshaftigkeit aktuelles Werk für ausgebaute Graphic Novel-Bestände, eventuell auch in Ergänzung zu Hugos klassischem Werk.
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Artikelbeschreibung

Der Autor dieser Geschichte ist der emblematischste aller französischen Schriftsteller, Humanist und Politiker, Realist und Exilant: Victor Hugo war ein facettenreicher Mann und 'Der Glöckner von Notre Dame' ist sein wohl vielseitigstes Werk. Das Epos wirft uns mitten hinein ins Paris des Jahres 1482, in den zügellosen Trubel der Dreikönigsfeier rund um die Kathedrale Notre-Dame de Paris, wo ein bunter Strauß von Figuren das Werden und Vergehen des Mittelalters illustriert. Der junge Dichter Gringoire, der Diakon Frollo, die schöne Esmeralda und natürlich der bucklige Quasimodo begegnen dort einander und uns. Hugo erzählt von Liebe und Hass, von Neid, Heldentum, Intrige und Opfermut - kurzum, von allem, was menschlich ist. Wer könnte sich dieses Stoffes besser annehmen als Georges Bess? Der unangefochtene Meister der literarischen Comic-Adaption macht sich Hugos Werk mit müheloser Meisterschaft zu eigen und legt nach 'Dracula' und 'Frankenstein' eine Graphic Novel vor, die so prunkvoll ist wie Notre-Dame selbst.

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