Fürchtetal

Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2022 für den Sonderpreis Illustration „Neue Talente“
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Buchprofile - Rezension
Ein Geschwisterpaar erlebt die psychische Erkrankung des Vaters als Trauma.
Das "Fürchtetal" ist der Ort der Kindheit eines Geschwisterpaars. Mit dem Vater sind sie durch die Wälder gestreift, wanderten zum "Heißen Stein", spielten am Ufer des Teichs, entdeckten Tierspuren. Aber diese Landschaft ist auch geprägt von der psychischen Erkrankung des Vaters und seinem späteren Freitod. Die nun erwachsenen Kinder gehen in ihrer alten Heimat auf Spurensuche, sie erinnern sich an die Besuche beim Vater in der Psychiatrie und sie durchleben ihre eigenen Traumata. Entstanden ist diese autobiografische Graphic Novel als Korrespondenz zwischen Schwester und Bruder nach dem Tod des Vaters. Die Autorin schrieb jeden Tag einen Satz an ihren Bruder, worauf dieser mit einem Bild antwortete. So entspann sich ein Geflecht aus Erinnerungsbildern und Satzfetzen, die sich nicht zu einer durchgängigen Geschichte runden lassen. Vielmehr verweben sich Text und Bild zu zerfaserten und schemenhaften Gedächtnisspuren, welche die Psychose des Vaters und das Entsetzen der Kinder vor Augen führen. Sehr wirkungsvoll zeichnen die Illustrationen in ihren düsteren Tönen und der harten Strichführung die Brüche dieser Lebensspuren nach. Die Versuche, sich des Verstorbenen als Lebendigem zu erinnern und zu vergewissern, stehen im Schatten seines Leidens und des gewaltsamen Todes. Und auch im Text, der mit seinen Zeilen wie ein Gedicht anmutet, wird das Scheitern erfahrbar, das Vergangene zu verlebendigen. Insofern gewährt diese Arbeit der Trauer einen Raum und lässt sich gleichwohl als Versuch der Bewältigung eines Traumas lesen. Ab 14
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Artikelbeschreibung

Wie ein Scheinwerfer lässt die eine Entscheidung ein ganzes Leben im Schatten liegen. Die Dunkelheit verschluckt die Erinnerungen. Auch wenn jemand nach ihm fragt. Wie ein Hammer zertrümmert dann das Ende Worte über Reisen, Freunde, Familie und das Glück." Nach dem plötzlichen Suizid des Vaters beginnen zwei Geschwister eine stille Korrespondenz: Sie schreibt ihm, er zeichnet zurück. Jede gefüllte Seite macht sichtbar, wofür oft Worte fehlen. Der Dialog eröffnet eine Welt voller verwunschener Erinnerungen, Rätsel und Gefühle die, so intim sie auch sein mögen, etwas Universelles ans Licht bringen: Dass nichts so ist, wie man es erwartet, befürchtet oder erhofft. Schwester und Bruder lassen sich ein Stück durch ihr Jetzt und Damals begleiten. Im Wald ihrer Kindheit, auf dem Weg durchs Tal zeigen sie in mehrschichtigen Bild-Wort-Kompositionen, in allegorischen und hin und wieder ironischen Zeichnungen, dass am Ende ein Ort oft überraschenderweise mehr ist, als nur eine Katastrophe.

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Personeninformation

Christine Färber wurde 1978 geboren und wuchs in einer oberfränkischen Kleinstadt am Rande des Waldes auf. Nach ihrem Germanistik-Studium in Leipzig blieb sie in der Großstadt und arbeitet seitdem als Journalistin und freie Autorin. 2017 veröffentlichte sie zusammen mit Simone Unger ihr erstes Buch "Alles auf jetzt" im Christoph Links Verlag. Am liebsten läuft sie durch den Wald und über Wiesen. Markus Färber wurde 1981 im Frankenwald geboren. Er studierte in Würzburg Kunstpädagogik und später in Kassel und Halle Visuelle Kommunikation mit Schwerpunkt Illustration. Sein erstes Buch "Reprobus" erschien 2012 bei Rotopol. Jetzt lebt er in Leipzig und arbeitet von dort aus als Illustrator und Comiczeichner für die unterschiedlichsten Agenturen und Auftraggeber. Als Teil des Posterkollektivs "Busy Hands" gestaltet er unter dem Pseudonym "Holob" Konzertplakate und macht auch selbst unter diesem Namen Musik.
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