Jerusalem

Die Geschichte einer Stadt
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Buchprofile - Rezension
Graphic Novel zur 4000-jährigen Geschichte der heiligen Stadt der drei monotheistischen Weltreligionen.
Vincent Lemire ist ein französischer Historiker, der Jerusalem aus eigenen Forschungsaufenthalten vor Ort bestens kennt und schon etliche Sachbücher zu dieser Stadt publiziert hat. Seine umfangreiche, 2022 zusammen mit dem Comiczeichner Christophe Gaulthier erarbeitete Graphic Novel ist in Frankreich mit einer Auflage von 300.000 Exemplaren ein absoluter Bestseller und liegt nun in deutscher Übersetzung vor. Lemire lässt einen uralten, gegenüber der Stadt wachsenden Olivenbaum die höchst wechselvolle, über vier Jahrtausende reichende, von zahllosen Eroberungen und Zerstörungen geprägte Geschichte einer anfangs kleinen, auf einem Bergkamm zwischen Mittelmeer und Jordantal gelegenen Ansiedlung erzählen. Diese wurde zum Zentrum des antiken Judentums, bis die Römer im Jahre 70 den Salomonischen Tempel endgültig zerstörten. In der Spätantike machten Christen die Stadt, in der Jesus Christus gekreuzigt wurde, zu ihrem heiligen Ort. Im 7. Jh. wurden sie von Anhängern der neuen muslimischen Religion verdrängt. Seither und bis heute konkurrieren die drei monotheistischen Religionen um "ihr" Jerusalem. Neben den oftmals gewaltsamen Auseinandersetzungen gab es durchaus auch friedliche Phasen in der Stadtgeschichte, etwa unter der religionstoleranten osmanischen Herrschaft vom 16. bis 18. Jh. – Für seine Darstellung zieht Lemire zahlreiche historische Reiseberichte und andere Quellen heran, die zeichnerisch vielfach in kleine Szenen und Dialoge umgesetzt werden. Dabei entsteht ein sehr ausgewogenes und objektives Bild der Stadt, sowohl was die Berücksichtigung der einzelnen Epochen als auch das Handeln der jeweiligen Akteure betrifft. Angesichts der aufgeheizten Stimmung im aktuellen Israel-Palästina-Konflikt ein wohltuend neutrales Sachbuch, das allen Büchereien mit grafischer Literatur unbedingt empfohlen werden kann.
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Artikelbeschreibung

In dieser Graphic Novel, die Lebendigkeit und historische Genauigkeit miteinander verbindet, erzählt der Historiker Vincent Lemire eine viertausendjährige Geschichte der Heiligen Stadt, die einen ebenso erstaunt wie beunruhigt zurücklässt.Vor 4000 Jahren war Jerusalem eine kleine, isolierte Siedlung, die auf einem Gebirgskamm zwischen dem Mittelmeer und der Wüste lag. Heute ist es ein Ballungsraum mit fast einer Million Einwohnern, der die Blicke auf sich zieht und Besucher aus aller Welt anlockt. In der Zwischenzeit wurden hier der Monotheismus erfunden, die größten Eroberer haben sich der Stadt bemächtigt und die größten Imperien haben sich hier bekämpft. Jerusalem war abwechselnd ägyptisch, persisch, jüdisch, griechisch, römisch, byzantinisch, arabisch, kreuzfahrerisch, mameluckisch, osmanisch, englisch, jordanisch, palästinensisch und israelisch und steht im Zentrum der Interessen und Leidenschaften der Welt. Als Wiege des Judentums und des Christentums und als heilige Stadt des Islam ist es heute ein spiritueller Mittelpunkt für mehr als die Hälfte der Menschheit. In zehn Kapiteln erzählen berühmte und anonyme Akteure und Zeugen, die im Laufe der Jahrhunderte durch Jerusalem gewandert sind, von dieser Melange unterschiedlichster Einflüsse. Nichts in diesem Buch ist erfunden: Szenen und Dialoge stammen aus über 200 veröffentlichten Quellen und unveröffentlichten Archiven, um dieser chorischen Erzählung Fleisch zu verleihen.

Produktsicherheit

Hersteller: Verlagshaus Jacoby & Stuart GmbH
Anschrift: Esmarchstr. 25
DE-10407 Musterstadt
Kontakt: verlag@jacobystuart.de

Personeninformation

Vincent Lemire, geb. 1973, ist Historiker und langjähriger Leiter des französischen Forschungszentrums in Jerusalem (CRFJ). Er ist Dozent an der Universität Marne-La-Vallée und Direktor des europäischen Projekts Open-Jerusalem, finanziert vom Europäischen Forschungsrat. Er ist Autor mehrerer Standardwerke über die Heilige Stadt. Christophe Gaultier, geb. 1969, ist Comiczeichner. Nach seinem Studium des Kommunikationsdesign, arbeitete er lange als Trickfilm-Animator u.a. für Das große Rennen von Belleville, bevor er sich dem Comic zuwandte. Seitdem hat er zahlreiche Comics veröffentlicht und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Pressestimmen

»In zehn Kapiteln stellt die Graphic Novel die Zyklen von Leben und Tod, von Krieg und Frieden, von Höhepunkten und Verfall dar. Jerusalem fällt immer wieder und steht von Jahrhundert zu Jahrhundert wieder auf. Jede Periode der Toleranz macht einer Zeit der Eiferer Platz, und alle, die die alleinige Kontrolle über die Stadt wollten, haben sie schließlich verloren. An diesem Ort, an dem die drei großen monotheistischen Religionen aufeinandertreffen, bekämpfen sie sich, kopieren sich und erfinden sich mit den Werkzeugen ihrer Zeit neu.« Libération
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