Vom Überleben ins Leben

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Bayern im Buch-Rezension
Autobiografie eines Holocaust-Überlebenden.
Roman Haller kennt weder seinen genauen Geburtsort noch sein genaues Geburtsdatum. Er wurde im Mai 1944 in einem Bunkerversteck in einem Wald bei Tarnopol (heute: Ternopil, Ukraine) geboren. Seine Eltern waren Teil einer Gruppe von zwölf Juden, die ein deutscher Major und seine polnische Haushälterin vor den deutschen Besatzern versteckt hatten. Nach dem Krieg kam die Familie Haller nach München mit dem Ziel, in die USA auszuwandern. Letztlich wurden sie hier aber doch im Land der Täter sesshaft. Roman machte Abitur, stieg etwas widerwillig in das elterliche Pelzgeschäft ein und übernahm Aufgaben in jüdischen Organisationen. In kurzen illustrierten Kapiteln erzählt Roman Haller seine ungewöhnliche Lebensgeschichte, über seine Heimatstadt München in der Nachkriegszeit und wie er seinem Retter und seiner Retterin wieder begegnete. Bewegend und von einer positiven Lebenseinstellung geprägt, ist das Buch ein Zeitzeugnis ersten Ranges. Überall möglich.
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Artikelbeschreibung

»Ich wurde geboren, weil andere den Mut hatten, nicht wegzusehen.«Dieser Satz steht sinnbildlich für das Leben von Roman Haller - ein Leben, das nur möglich wurde, weil zwei Menschen in finsterster Zeit Menschlichkeit bewahrten. Von ihrem Mut berichtet dieses Buch - und davon, wie wenige es waren, die vergleichbar handelten. Hätten mehr Menschen hingesehen, hätten mehr geholfen, wären Millionen nicht dem Tod ausgeliefert gewesen.Roman Haller ist das Kind zweier Holocaust-Überlebender. Seine Eltern entkamen der Vernichtung - zunächst versteckt im Keller eines Wehrmachtsoffiziers, später im Wald, stets unter Lebensgefahr. In diesem Wald, noch während des Krieges, kommt Roman zur Welt, in einem Bunker, unter Bedingungen, die jedes Leben unmöglich erscheinen lassen. Weil ein weinender Säugling alle Insassen des Bunkers in Gefahr hätte bringen können, beriet man seinen Erstickungstod. Doch man entschied sich anders. Dieses Buch erzählt seine Geschichte: Von einer Geburt im Ausnahmezustand. Vom Überleben und Weiterleben. Vom Ringen um Zugehörigkeit in einem Land, das Täterland war - und doch Heimat wurde. Mit Humor, Beharrlichkeit und Bewusstsein für seine Herkunft geht Roman Haller seinen Weg.Ein bewegendes Zeitzeugnis - persönlich, berührend und lebensbejahend.

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Personeninformation

ROMAN HALLER wurde 1944 in einem Versteck im Wald geboren - als Sohn jüdischer Eltern, die den Holocaust mit Hilfe mutiger Helfer überlebten. Er kennt weder den genauen Ort noch sein exaktes Geburtsdatum.Aufgewachsen in München, erlebte er früh die Spannungen zwischen jüdischer Erinnerung und deutscher Nachkriegswirklichkeit.Viele Jahrzehnte leitete er ehrenamtlich verschiedene gemeinnützigen Organisationen.Roman Haller veröffentlichte Bücher zur deutsch-jüdischen Nachkriegsgeschichte, darunter »Davidstern und Lederhose« (2000) und »Und bleiben wollte keiner« (2004). Er lebt in München. ANDREA LÖW, geboren 1973 in Hagen, studierte Geschichte, Germanistik, Theater-, Film- sowie Fernsehwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum, wo sie 2005 zur Dr. phil. promoviert wurde. Von 2004 bis 2007 war sie an der Arbeitsstelle Holocaustliteratur der Justus-Liebig-Universität Gießen tätig. Seit Oktober 2007 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Zeitgeschichte (IfZ) beschäftigt, zunächst für drei Jahre in der Außenstelle Berlin (Editionsprojekt »Judenverfolgung 1933-1945«) und anschließend in München. Seit 2025 leitet sie das Zentrum für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte in München und ist außerdem an der Universität Mannheim als Honorarprofessorin tätig. Andrea Löw forscht, betreut Projekte und publiziert zur NS-Judenverfolgung, insbesondere zum Themenkomplex Ghettos im deutsch besetzten Polen.

Pressestimmen

"Franzpeter Messmer (*1954) studierte Musikwissenschaft, Germanistik, Kunstgeschichte und Violine (Promotion: 1981). Er arbeitete als Journalist, Buchautor und Festivalleiter. Er war von 1990-2022 künstlerischer Leiter der Landshuter Hofmusiktage, konzipierte und koordinierte für den Bayerischen Staat die Gedenkjahre zu Richard Strauss (1999, 2014), Werner Egk (2001) und Karl Amadeus Hartmann (2005). Kulturpolitisch engagierte er sich als Vorsitzender des Tonkünstlerverbandes Bayern, im Präsidium des Bayerischen Musikrates und im Vorstand der Landesvereinigung für Kulturelle Bildung Bayern. Er ist im Kuratorium der Orffstiftung und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Franz Hofmann und Sophie Hagemann Stiftung. Seit 2008 ist er Herausgeber der Buchreihe »Komponisten in Bayern.« Franzpeter Messmer veröffentlichte zahlreiche Artikel und Bücher über Musik und Kulturgeschichte, u.a. die Romane Der Venusmann, Das Traumelixier und Tanz auf der Brücke, die Kulturgeschichte Musiker reisen und Biografien über Orlando di Lasso, Richard Strauss und Georg Friedrich Händel.", Wochenanzeiger Wochenanzeiger

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