Mama, ich höre dich

Mütter, Kinder und Geburten in Auschwitz
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Buchprofile - Rezension
Wie Kinder die Schrecken von Auschwitz erlebten und für ihr ganzes Leben traumatisiert wurden.
"Überleben ist noch nicht leben, ist Zwischenzustand, bedeutete Leben lernen." Diesen Satz stellt Alwin Meyer, der seit vielen Jahren mit großem Engagement auf der Suche nach Kindern ist, die im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz geboren wurden oder dort als Kinder bzw. Jugendliche täglich den brutalen Verbrechen der SS ausgesetzt waren und den Tod stets vor Augen hatten, seinem aufrüttelnden Buch voran, das sich diesen Kindern widmet, deren Schicksal jahrzehntelang kaum beachtet wurde. Das Leben der hier zu Wort kommenden ehemaligen "Kinder von Auschwitz" - sie waren bei ihrer Befreiung am 27.1.1945 Säuglinge oder im Alter zwischen 1 und 13 Jahren, meist Waisen und ohne Kenntnis ihrer Herkunft - beschreibt der Autor nach akribisch durchgeführten Recherchen mit großer Empathie und stets auf dem Boden der historischen Realität. Aufgrund von mit Geduld und Zurückhaltung geführten Gesprächen mit den traumatisierten Überlebenden und anhand ihrer persönlichen Dokumente, die meist die einzige Quelle für ihre Identität und für schmerzhafte, aber hilfreiche Erinnerungen an die Familie sind, gelingen Meyer erschütternde Einblicke in das grauenvollste Kapitel der deutschen Geschichte. Die Aufarbeitung dieser Themas ist sehr wichtig, da bei zunehmendem Antisemitismus und rechten Tendenzen die Stimmsen der letzten Zeitzeugen unbedingt gehört werden müssen. - Für größere Bestände oder bei besonderer Nachfrage.
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Artikelbeschreibung

Nur 60 in Auschwitz geborene Kinder konnten 1945 befreit werden. Doch Überleben hieß noch nicht Leben, es war ein Zwischenzustand, bedeutete Leben lernen. Sie mussten lernen, wieder jung zu werden, um wie andere Menschen altern zu können. Denn vor allem die Kleinen kannten die Vorstufen des Todes oft besser als das Leben. Narben blieben in den Seelen dieser Kinder, so wie die Häftlingsnummer, die am linken Unterarm, am Oberschenkel oder Po eintätowiert ist. Unruhig und verzweifelt sind manche bis heute, weil sie nicht wirklich wissen: Wer bin ich? Lebt meine Familie noch? Wo ist meine Schwester? Wurde mein Vater tatsächlich getötet? Manche wussten nichts über ihre Herkunft. Fast alle waren Waisen.
Über die deutschen Verbrechen im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz ist vieles geschrieben worden. Nahezu unbekannt blieb für viele Jahrzehnte die Geschichte der Kinder. In diesem Buch wird sie erzählt. Alwin Meyer hat mit großer Akribie, Mitgefühl und Geduld die Geschichten der Kinder von Auschwitz recherchiert, erfragt und aufgeschrieben. Viele erzählten ihm erstmals vom Leben im Lager und danach. Meyer liefert nicht allein erschreckende Zahlen und Fakten, sondern gibt den am Leben Gebliebenen Namen, Gesichter und lässt sie ausführlich zu Wort kommen.

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Personeninformation

Meyer, Alwin Alwin Meyer wurde 1950 in Cloppenburg geboren. Seit 1972 ist er in vielen Ländern auf Spurensuche nach den Kindern von Auschwitz. Mehrere Ausstellungen, Bücher, zahlreiche Artikel und einen Dokumentarfilm hat er zum Thema veröffentlicht. 1982 wurde er mit dem Preis »Das politische Buch des Jahres« ausgezeichnet. 2015 erschien bei Steidl sein viel beachtetes Buch Vergiss deinen Namen nicht. Die Kinder von Auschwitz.
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