Das Verschwinden des Josef Mengele

nach Olivier Guez
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Buchprofile - Rezension
Nach dem Zweiten Weltkrieg taucht Josef Mengele, der berüchtigte Lagerarzt aus dem KZ Auschwitz, in Südamerika unter.
Einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg setzt sich der brutale und für seine unmenschlichen medizinischen "Forschungen" berüchtigte Lagerarzt aus dem KZ Auschwitz, Josef Mengele, nach Argentinien ab. Dank eines Netzwerkes von gleichgesinnten alten Nazis und über Mittelsmänner unterstützt von Teilen seiner reichen bayerischen Familie aus Günzburg kann er dort zunächst recht unbehelligt leben. Doch als der Verfolgungsdruck durch den israelischen Geheimdienst und durch Fritz Bauer, den Staatsanwalt, der die Auschwitz-Prozesse führt, wächst, weicht er zunächst nach Paraguay und dann nach Brasilien aus. Für Jahre taucht er bei einer ungarischen Bauernfamilie unter. Zunehmend paranoid und vereinsamt will er Kontakt mit Rolf, seinem Sohn aus erster Ehe, aufnehmen. Dieser sucht ihn eines Tages tatsächlich in Brasilien auf, nur um festzustellen, dass sein Vater ein unbelehrbarer Nazi geblieben ist, der sein Handeln nicht bereut. Mengele stirbt unentdeckt 1979 in Brasilien und erst etliche Jahre später, als Personen aus seinem Umfeld ihr Schweigen brechen, wird dieser Tod amtlich bestätigt. – Die Bilderzählung setzt eine vor einigen Jahren erschienene Romanerzählung von Olivier Guez (BP/mp 18/922) um, der mit der Materie bestens vertraut ist und u.a. auch das Drehbuch für das 2015 veröffentlichte Politdrama "Der Staat gegen Fritz Bauer" mitgeschrieben hat. Auch zeichnerisch beeindruckt diese von Guez ausdrücklich gelobte Adaption seines Buches ungemein durch die atmosphärisch dichten Bilder im Stile eines Hugo Pratt bei einer insgesamt gut abgestimmten Farbwahl. Uneingeschränkt empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Olivier Guez' Tatsachenroman über die Flucht und Verfolgung von Joseph Mengele, dem Lagerarzt von Auschwitz, erzählt als rasante Graphic Novel

1949: Josef Mengele gelangt per Schiff nach Buenos Aires. Unter verschiedenen Pseudonymen versteckt, glaubt der ehemalige Folterarzt von Auschwitz, er könne sich ein neues Leben erfinden. Er trifft auf ein dichtes Netzwerk weiterer Geflüchteter und andere Unterstützer, denn Peróns Argentinien ist wohlwollend und die ganze Welt will die Naziverbrechen vergessen. Doch der Mossad, Nazi-Jäger Simon Wiesenthal und auch Generalstaatsanwalt Fritz Bauer nehmen Mengeles Verfolgung wieder auf, woraufhin er über Paraguay nach Brasilien flieht. Eine rasante Verfolgungsjagt beginnt, bis Mengeles Irrfahrt nach 30 Jahren Flucht mit seinem mysteriösen Tod 1979 an einem Strand in Brasilien abrupt endet.

Eine temporeiche und fesselnde Comic-Adaption des preisgekrönten Romans von Olivier Guez über die Flucht und die Jagd nach Mengele, dem bestialischen "Todesengel" von Auschwitz.

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Personeninformation

Alexis Nolent, alias Matz, wurde 1967 in Rouen geboren. Nach einer Kindheit auf Martinique kehrte er als Jugendlicher nach Frankreich zurück. Seither in Paris wohnhaft, absolvierte er sein Jura Studium an der renommierten Universität Science Po, bevor er sich der Gestaltung und dem Verfassen von Comics widmete. Neben Veröffentlichungen bei Delcourt und Casterman arbeitet Matz parallel für Ubisoft, wo er das Drehbuchschreiben für Videospiele betreut. Zudem ist er an der Entwicklung von Spielen wie Splinter Cell und Assassin's Creed beteiligt und übersetzt Romane und Comics. Jörg Mailliet, 1970 in Toulon geboren, wuchs in Berlin auf. Für sein Studium kehrte er in sein Geburtsland zurück und ließ sich an der École Émile Cohl in Lyon zum Grafikdesigner ausbilden. Seither als freier Grafiker tätig, illustriert er unter anderem Kinderbücher und ist Mitgründer des Kinderbuchverlages Le Buveur d'Encre. Für seine Illustration des Comic Tagebuchs 14/18 wurde er 2015 für den deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Heute lebt und arbeitet Mailliet in Rennes. Olivier Guez, am 15. Juni 1974 in Straßburg geboren, studierte zunächst Internationale Beziehungen in seiner Geburtsstadt. Neben dem Auslandsaufenthalt an der London School of Economics absolvierte er parallel ein Fernstudium im Fach Jura an der Universität Lille II. Von 2000 bis 2005 war Guez für die französische Tageszeitung La Tribune tätig, hier schrieb er zu internationalen Wirtschaftsfragen. Nach einem einjährigen Aufenthalt in Berlin, der im Rahmen des European Journalist Fellowship stattfand, wurde Guez 2009 vom französischen Außenministerium als Leiter einer Beobachtermission nach Afghanistan und Pakistan entsandt. Hiernach kehrte er in seine Heimatstadt zurück und arbeitet heute als Kulturberichterstatter für die FAZ. Zudem ist Guez als Autor und Drehbuchautor tätig. Für das Drehbuch von Der Staat gegen Fritz Bauer erhielt er den deutschen Filmpreis.

Pressestimmen

»Zeichner Jörg Mailliet [...] zeichnet Mengeles Nachkriegsleben als tropisches Versteckspiel in expressivem, leicht zittrigem Strich, der gut zum gehetzten Dasein des Kriegsverbrechers passt [...].«
Tagesspiegel

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