Emmie Arbel

Die Farbe der Erinnerung
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Buchprofile - Rezension
Die Lebensgeschichte der Holocaustüberlebenden und Zeitzeugin Emmie Arbel (*1937).
Die 1937 in Den Haag geborene Emmie wurde zusammen mit ihrer jüdischen Familie 1942 von den Nazis zunächst in das KZ Ravensbrück und später nach Bergen-Belsen deportiert. Nur sie und zwei Brüder überlebten das KZ, die Mutter starb kurz nach der Befreiung im Mai 1945 an Entkräftung. Nach einigen Jahren in Schweden und in den Niederlanden emigrierte Emmie 1949 in den jungen Staat Israel. In den 60er-Jahren lebte sie mit ihrem Mann und ihren Kindern in Brasilien und kehrte nach der Scheidung später wieder nach Israel zurück. Als 40-Jährige, 1977, holte sie die schreckliche Vergangenheit, die sie bis dahin zu verdrängen versucht hatte, wieder ein. Seit rund 20 Jahren kehrt Emmie Arbel immer wieder auch nach Deutschland zurück, um in Schulen und im KZ Ravensbrück über die Schrecken des Holocausts zu sprechen. Dort lernte 2019 die Autorin dieser Graphic Novel diese Zeitzeugin kennen. Im Laufe der nächsten vier Jahre und auf der Basis vieler Gespräche und Interviews in Deutschland und Israel hat Barbara Yelin eine beeindruckende, nicht chronologisch geordnete, facettenreiche Lebensgeschichte der Holocaust-Überlebenden erzählt und gezeichnet. Das Werk wurde von der Biografierten autorisiert. Zeichnerisch gekonnt wechselt Yelin dabei zwischen der jeweiligen Gegenwart in bunten Farben und düsteren, teils schwarzen Panels, wenn Arbel etwa durch einen Flashback wieder in die Vergangenheit von Erlebnissen und Erinnerungen an das KZ zurückgeworfen wird. Die Graphic Novel schließt mit einer knapp 20-seitigen Dokumentation zu Emmies Leben. Gerade in Zeiten, wo Ausgrenzung und Herabwürdigung vermeintlicher Nicht-Deutscher in Deutschland wieder zunehmend salonfähig wird, ein Stück Erinnerungsliteratur, dem man nur weiteste Verbreitung in Bibliotheken wünschen kann.
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Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur empfiehlt:

Geboren 1937, wird Emmie Arbel mit ihrer jüdischen Familie 1942 deportiert und überlebt Ravensbrück sowie BergenBelsen. Barbara Yelin hat sich mit ihr getroffen, um ihre Geschichte zu erzählen. Dabei spielen Farben eine Rolle, denn Emmies Farbe der Erinnerung ist Schwarz und damit reflektiert Yelin auch den Prozess des Erinnerns, denn die Geschichte endet nicht mit der Befreiung. Vielmehr zeigt der Comic die Traumata der Überlebeden, wechselt auch zu hellen Farben – etwa in Israel – und erzählt von einem Menschen, der nicht nur als Opfer wahrgenommen möchte. Ein eindringliches, berührendes Porträt!

Artikelbeschreibung

Geboren 1937 in Holland, wird Emmie Arbel mit ihrer jüdischen Familie 1942 deportiert. Sie überlebt als Kind die NS-Konzentrationslager Ravensbrück und Bergen-Belsen. Als der Krieg vorbei ist, ist sie acht Jahre alt, beide Eltern sind im Holocaust umgekommen. Mit ihren Brüdern wird sie von einer Pflegefamilie adoptiert und wandert mit ihnen nach Israel aus. Im Kibbuz fühlt sie sich isoliert und nirgends zugehörig. Bis Emmie ihr Leben in die eigenen Hände nimmt.Emmie Arbel lebt heute nahe Haifa. Immer wieder reist sie nach Deutschland, um als Zeitzeugin zu sprechen. Ihre Jugend war geprägt von Tod, Sprachlosigkeit und Einsamkeit. Sie blickt aber auch zurück auf ein Leben voller Rebellion, Selbstermächtigung und Humor. Bei ihrer steten Anstrengung, die Erinnerungen aus dem Schweigen zu holen, werden die Folgen des Holocaust sichtbar - auf ihr Leben, ihre Familie, auf jeden einzelnen Tag.Auf Basis persönlicher Begegnungen und zahlreicher intensiver Gespräche mit Emmie Arbel schafft Barbara Yelin eindringliche Erinnerungsliteratur, die zugleich eine Reflexion über das Erinnern selbst ist.

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Personeninformation

Barbara Yelin, geboren1977 in München, zählt zu den bekanntesten deutschen Comic-Künstler:innen. Ihre mehrfach ausgezeichnete Graphic Novel "Irmina" wurde in mehr als zehn Sprachen übersetzt. 2015 erhielt sie den Bayerischen Kunstförderpreis für Literatur, 2016 folge der Max und Moritz-Preis als beste deutschsprachige Comic-Künstlerin. In ihrem Beitrag zur vielbeachteten Antholgie "Aber ich lebe" (C.H. Beck) widmete sich Barbara Yelin erstmals den Erinnerungen von Emmie Arbel.
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