Die Giehse

Ein Leben für das Theater 1898 - 1975
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Buchprofile - Rezension
Comicbiografie der gefeierten Schauspielerin Therese Giehse samt zusätzlicher Aufsätze.
Im Auftrag der Münchner Kammerspiele schuf Barbara Yelin eine Comicbiografie der Theaterikone Therese Giehse als einstiger Star des Hauses. Mit ihren raumgreifenden Darstellungen in Klassikern wie „Mutter Courage und ihre Kinder“, „Hamlet“ oder „Der Besuch der alten Dame“ sorgte sie für Aufsehen. Friedrich Dürrenmatt änderte das Geschlecht des strippenziehenden Anstaltsleiters in „Die Physiker“ für sie. Als linke, jüdische und queere Akteurin musste sie 1933 vor den Nazis in die Schweiz fliehen. Dort durften sie und das Kabarettensemble der „Leipziger Pfeffermühle“ bald nicht mehr auftreten. Doch auch nach Kriegsende wurde sie in München mit Ewiggestrigen konfrontiert. In schimmernden, mitunter unruhigen Panels entwirft Yelin das Bild einer scharfsinnigen, widerständigen Akteurin, die über private Dinge keine Auskunft erteilen wollte. Der eigenwillige Comic nimmt allerdings nur zwei Drittel des schmalen Bandes ein. Fotos, Skizzen und vier Aufsätze, etwa von FAZ-Redakteur Andreas Platthaus oder Kammerspiele-Intendantin Barbara Mundel, ergänzen das Bild der ungebundenen, arbeitswütigen Theaterlegende. Empfehlenswert für größere Bestände.
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Artikelbeschreibung

Sie war Hauptdarstellerin in den Uraufführungen von Bertolt Brechts MUTTER COURAGE UND IHRE KINDER und Friedrich Dürrenmatts DER BESUCH DER ALTEN DAME, begründete mit Erika und Klaus Mann das politische Kabarett »Die Pfeffermühle« und spielte in den Filmen des französischen Regisseurs Louis Malle: Vor 50 Jahren starb Therese Giehse, eine deutsche Ausnahme-Schauspielerin.Barbara Yelin erzählt Therese Giehses Leben in Ausschnitten und Rückblicken: Ende der 1920er-Jahre bereits ein Star der Münchner Kammerspiele, floh sie 1933 als linke, jüdische und queere Frau aus Deutschland in die Schweiz und hat danach rastlos schauspielernd das Weltgeschehen kommentiert, karikiert und dramatisiert - überbordend auf der Bühne, ungehörig präsent und widerständig auch in ihrem Engagement gegen Nationalsozialismus und Krieg und für eine offene Gesellschaft. Mit lebendigem, mal suchendem, mal plakativem Strich und nuancierten Farben, vielstimmig in Dialogen, Selbstzeugnissen, Erzähltexten, nähert sich die Comiczeichnerin Barbara Yelin der Schauspielerin Therese Giehse an und schafft ein Comicerlebnis, das an die Unmittelbarkeit eines Bühnenstücks anknüpft.»Ganz großes Theater ist dieser Comic.«Andreas Platthaus, faz.netHerausgegeben von den Münchner Kammerspielen

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Personeninformation

* 1977 in München, zählt zu den bekanntesten deutschen Comic-Künstler:innen. Ihr Comic IRMINA wurde in mehr als zehn Sprachen übersetzt. Mit EMMIE ARBEL. DIE FARBE DER ERINNERUNG legte sie einen in vielerlei Hinsicht wegweisenden Comic vor, für den sie u. a. 2024 mit dem Gustav-Heinemann- Friedenspreis bedacht wurde. 2016 erhielt sie den Max und Moritz-Preis als »Beste deutschsprachige Comic-Künstlerin«, 2023 die Auszeichnung PRO MERITIS SCIENTIAE ET LITTERARUM des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst und 2024 den Spezialpreis der Max und Moritz-Jury.
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