Nekropolis

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Buchprofile - Rezension
Schmerzhafte Erinnerungen eines Holocaust-Überlebenden.
Der slowenische Schriftsteller und Holocaust-Überlebende Boris Pahor erinnert sich während eines Besuchs des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof an sein Martyrium während des Krieges. Inmitten von Touristen besichtigt der ehemalige Widerstandskämpfer seine Leidensstätte nach Gefangennahme durch die Nazis. Damals musste er Leichen transportieren, wurde von Krankheit, Schikanen und Tod bedroht und erhielt dank eines belgischen Lagerarztes eine Chance zum Überleben. Sein 1966 in Triest verfasstes und ein Jahr später erschienenes Buch erlangte weltweites Aufsehen. Jurij Devetak adaptiert es als durchgehenden Bewusstseinsstrom in Schwarzweiß, der an surreale Scherenschnitte erinnert. Schwarz wird als todbringendes Unheil und bleibender Schatten der Vergangenheit eingesetzt. Die teils wörtlichen, mitunter neu arrangierten Texte finden sich neben oder unter der Grafik platziert. Pahor und Devetak stellen moralische Fragen nach den Gewissensbissen der Überlebenden gegenüber den Toten und ob Fröhlichkeit oder Liebe in den ehemaligen Schreckensorten noch möglich sind. Ein ebenso diskussionswerter, künstlerisch anspruchsvoller Band wie die fast gleichzeitig erschienene Primo Levi-Comicbiografie (Besprechung in diesem Heft).
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Artikelbeschreibung

Der allgegenwärtige Tod, ein Anlass, das Leben zu lieben? - Der slowenische Autor Boris Pahor, der fünfzehn Monate in fünf verschiedenen Konzentrationslagern überlebt hatte, ist kürzlich im Alter von 108 Jahren (!) verstorben. Sein weltweit bekanntes Meisterwerk »Nekropolis« (ursprünglich veröff entlicht 1967) wurde nun von Jurij Devetak in eine ergreifende Graphic Novel adaptiert. Seine dokumentarische Herangehensweise und sein kunstvoller Umgang mit Bild-Metaphern erzeugen lang im Gedächtnis bleibende filmische Sequenzen; Gesprächsfetzen, die Tagtraum und Bewusstseinsstrom zugleich sind. Bild- und Textebene fließen gekonnt ineinandern und schildern so eindrücklich die Zerrissenheit eines slowenischen Widerstandskämpfers angesichts seiner grausamen Erfahrungen während des 2. Weltkriegs und seiner späteren Erinnerungsversuche als Holocaust-Überlebender bei der Wiederbegehung der Orte seines Schreckens. Trotz der Düsterheit erstaunt, die dieser Graphic Novel innewohnende Lebenskraft , die bei aller Hoffnungslosigkeit auch von Menschlichkeit und Solidarität im Ausweglosen zeugt.

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Hersteller: Schaltzeit Verlag
Anschrift: Auerstraße 23
Berlin
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Kontakt: info@schaltzeitverlag.de
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