Der Riss

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Buchprofile - Rezension
Mit verfremdeten Fotografien und Textbausteinen zeigen die Autoren Orte Europas, wo die Gemeinschaft auseinanderzubrechen droht.
Was haben der Norden Finnlands und die europäische Enklave Melilla in Marokko gemeinsam? Es sind zwei von vielen Orten, an denen die Autoren dieser Graphic Novel den Riss aufspüren, der ein geeinigtes Europa zu zerstören droht. Man könne den Riss auch reparieren, wenn man ihn rechtzeitig erkennt, so ihre Botschaft. Und dann nehmen sie den Leser mit auf eine Reise zu den Brennpunkten an streng bewachten Außengrenzen, wo Flüchtlingsströme gestoppt werden sollen - tödlich für viele dieser Flüchtlinge, komfortabel für viele, die innerhalb der Grenzen leben. Doch dieser Komfort ist trügerisch. Der Riss teilt Arm und Reich, Sicherheit und Lebensgefahr, Demokratie und Diktatur. Und er breitet sich auch innerhalb der Europäischen Gemeinschaft aus, die die eigenen Werte verteidigen will, indem sie andere von diesen Werten fern hält. Die oft ergreifenden Bilder sind echte Fotografien, leicht verfremdet und so an das Genre der Graphic Novel angepasst. Alles beginnt mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges, als Churchill seine Vision vom Wohlstand in einem geeinigten Europa proklamierte. Europa war auf dem Weg dahin. Doch der Riss droht alle Errungenschaften zu zerstören. Deutlich wird das an allen Hotspots der Abschottung an der Ostgrenze, auf Lampedusa und im hohen Norden, wo die NATO mit den Finnen militärische Übungen abhält. Aufrüttelnd ist das Buch, informativ und emotional und eine Empfehlung nicht nur für Jugendliche, die sich durch die vorliegende Form eher angesprochen fühlen als durch reine Texte.
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Artikelbeschreibung

Der Riss ist eine ungewöhnliche Graphic Novel. Eine Fotoreportage in Form eines Comics, ein Reisebericht mit authentischem Bildmaterial - in vielerlei Hinsicht eine Grenzerfahrung. Für das spanische Magazin El País Semanal machen sich der Fotograf Carlos Spottorno und der Journalist Guillermo Abril auf den Weg an die Außengrenzen der EU: Von Melilla, der spanischen Enklave in Marokko, schwer bewacht und durch einen schier unüberwindbaren Zaun geschützt bis in den Norden Finnlands, bis in die Wälder Weißrusslands, wo NATO-Truppen für einen Grenzkonflikt mit Russland trainieren. Die Autoren merken schnell, dass die europäische Grenze sehr viel komplexer ist, als dass man sie an einem einzigen Ort vollständig begreifen könnte. Sie treffen Flüchtende, Grenzsoldaten und Kommunalpolitiker, und halten ihre Erlebnisse in Wort und Bild fest. Ein einmaliges Dokument der Herausforderungen welche tagtäglich an den Grenzen der EU auftreten.Dieses Buch basiert nicht auf realen Ereignissen - es ist die Realität.Wer Der Riss gelesen hat, wird Europa mit anderen Augen sehen."Ein notwendiges Zeitzeugnis, um zu verhindern, dass die Fehler von heute die Welt von morgen bestimmen." La Vanguardia

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