Wachs

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Buchprofile - Rezension
Roman über Marie Bihéron (1719 – 1795), die als eine der ersten Anatominnen im Paris der Französischen Revolution Wachsmodelle menschlicher Knochen und Weichteile herstellte.
Schon mit 15 Jahren versucht die Pariser Apothekertochter Marie Bihéron im 18. Jh., an Leichen zu gelangen, um den menschlichen Körper zu erforschen. Bei der Prinzipalin der königlichen Zeichenschule, Madeleine Basseporte, lernt sie zeichnen. Lehrerin und Schülerin verlieben sich und werden ein Paar. Schon bald gelingt es Marie, präzise Wachsmodelle ihrer humanen Objekte zu erstellen und zu verkaufen. Ihren Lebensunterhalt verdient sie auch mit ihrem anschaulichen Unterricht an den Modellen. Abwechselnd erzählt Wunnicke die fiktive, aber sich an historisch belegbare Fakten haltende Lebensgeschichte Marie Bihérons, die als junge Frau begeistert forscht und als alter Mensch verwahrlost. Der Wechsel zwischen der einfachen Sprache, die der Junge spricht, der Marie im Alter pflegt, und der Fachterminologie, die die Anatomin verwendet, trägt zusammen mit der im altertümlichen Deutsch erzählten Story ebenso zur Realitätsnähe des Geschehens bei wie die ihrer Epoche entsprechend handelnden Figuren. Für Leser:innen, die plastische Darstellungen chirurgischer Eingriffe an Leichen nicht stören, ein lohnendes Leseerlebnis. Wünschenswert wäre ein Glossar der lateinischen Ausdrücke und Zitate im Anhang gewesen.
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Artikelbeschreibung

Eine Liebesgeschichte, so schön, so verwegen, wie nur Christine Wunnicke sie schreibt. Schauplatz ist Frankreich im 18. Jahrhundert, das vorrevolutionäre und das überaus revolutionäre. Und es lieben sich zwei Frauen, die verschiedener nicht sein könnten: Marie Biheron, die schon im zarten Alter Leichen seziert, um deren Innenleben aus Wachs zu modellieren; und Madeleine Basseporte, die zeichnend die Anatomie von Blumen aufs Papier zaubert, weil Menschen einen ja doch nur von der Arbeit abhalten und meist keine Ahnung haben. Männer kommen auch vor, in schönen Nebenrollen - ein nervöser Bestseller-Autor, ein junger Nichtsnutz und Diderot, der Kaffee trinkt und viel redet. Ein hinreißender Liebesroman, der hin und her schwingt zwischen der Zeit, als Küchenschellen friedlich am Wegesrand wachsen, und jenen Schreckenstagen, als nicht allein der Königin wie einer schönen Blume der Kopf abgeschlagen wurde.

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Pressestimmen

»Wer [Christine Wunnicke] heute immer noch nicht kennt, hat wirklich mehrere Leben versäumt.« Marie Schmidt, Süddeutsche Zeitung »Historische Romane müssen nicht a) als Wälzer erscheinen, b) von Tatsachen berichten, c) ihre Leserschaft langweilen. Sie können auch von Christine Wunnicke sein.« Jürgen Kaube, FAZ Höchste Zeit, einen Kometen nach der wunderbaren Schriftstellerin Christine Wunnicke zu benennen.« Hubert Winkels, Die Zeit
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