Mama und der verhexte Spiegel

Ein Bilderbuch über Depression
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Buchprofile - Rezension
Eindringliches Bilderbuch über die Auswirkungen der Depression eines Elternteils.
Timmy fühlt sich verantwortlich dafür, dass die Mutter unter Depressionen leidet; das macht er daran fest, dass sie auf ihn manchmal emotionslos, abwehrend oder gleichgültig reagiert. Zum Glück gibt es eine engagierte Oma, die Timmy die Situation anhand einer Geschichte erklärt, die sehr an Andersens Schneekönigin erinnert: eine böse Hexe hat einen verzerrenden Spiegel geschaffen und zerschlagen, dessen Scherben im Auge eines Menschen zu einer negativen Sicht des Lebens führen. Die Mutter ist nicht bereit, eine "Medizin" zu nehmen und ohne die Großmutter geht es nicht, sie hält das Alltagsleben aufrecht. Timmys Gefühle schwanken zwischen Mitleid und Sorge, aber auch Wut auf die Mutter. Als sie nicht zu einem wichtigen Kindergartenfest erscheint, fürchtet er, selbst eine Scherbe abbekommen zu haben und ergreift die Initiative: mit Hustensaft in der Hand will er die Mutter dazu bewegen, endlich eine Medizin zu nehmen und diese kindliche Hilflosigkeit bewegt sie endlich dazu, in eine Klinik zu gehen. Am Ende ist nicht wirklich alles gut, aber es gibt Hoffnung und Perspektiven, denn die Mutter geht die Situation aktiv an. Der Text ist sehr umfangreich und bedarf einer geeigneten Vermittlung. Die Illustrationen bleiben trotz klarer Aussage insgesamt freundlich, sie ängstigen nicht, sondern haben immer ausgesprochen positive Aspekte (freundliche Personen oder Szenen, Lichteffekte), dadurch ist der atmosphärische Eindruck trotz des bedrückenden Inhalts sehr angenehm - eine sehr gelungene Konstellation. Ein großes Plus ist auch die Verdeutlichung der widerstreitenden Gefühle, die in einem Kind vorgehen, ebenso die klare Anerkennung der Depression als Krankheit, gegen die es aber genauso Medizin gibt wie gegen Husten. Das Buch ist für die Begleitung einschlägig betroffener Kinder ab 5 Jahren sehr geeignet.
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Artikelbeschreibung

Timmy wohnt bei Mama. Seine Eltern haben sich getrennt, als er noch ganz klein war. Damals ist Mama mit Timmy zurück in ihre Heimatstadt gezogen, ganz nah zu Oma und Opa. An den Wochenenden holt Papa Timmy manchmal ab. Timmy ist gern bei Papa und seiner neuen Freundin, aber hinziehen möchte er nicht. Er will Mama nicht allein lassen. Timmys Mama hat in letzter Zeit zu nichts mehr Lust, sie liegt nur im Bett und starrt vor sich hin. Weil sie so abweisend ist, hat Timmy Angst, dass sie ihn nicht mehr gern hat oder er schuld an ihrer Krankheit ist. Kann er etwas tun, damit Mama wieder gesund und fröhlich wird? Dieses Buch zeigt aus Sicht eines Kindes auf, wie es die Depression eines Elternteils miterlebt. Mittels kindgerechter Text- und Bildsprache wird das komplexe Thema anhand eines Märchens einfach erklärt sowie mit einfühlsamen Illustrationen begleitet. Ein schwieriges Thema, ehrlich, aber hoffnungsvoll erzählt.

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