Das ferne Feuer

Roman
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Buchprofile - Rezension
Eine junge amerikanische Studentin mit afghanischen Wurzeln geht für ein ehrgeiziges Forschungsprojekt zurück in die Heimat ihrer Eltern.
Parvin Schams möchte im Rahmen ihres Ethnologie-Studiums die Situation afghanischer Frauen untersuchen. Angeregt dazu wurde sie durch das Buch "Mutter Afghanistan", in dem der Autor Gideon Crane beschreibt, wie er durch den Bau einer Klinik das Leben von Dorfbewohnerinnen entscheidend verbessern konnte. Nach einer abenteuerlich gefährlichen Anfahrt über kaum passierbare Straßen kommt Parvin endlich in einem abgelegenen afghanischen Seitental an. Es gibt zwar eine kleine Krankenstation, die mit Spendengeldern funktionell ausgestattet ist, die aber über keinerlei medizinisches Personal verfügt. Nur gelegentlich kommt eine einheimische Ärztin vorbei und leistet medizinische Nothilfe. Die archaischen Verhältnisse, besonders die Situation der Frauen, und die mehr als ärmlichen Zustände erschüttern die junge Frau. Immer deutlicher wird für Parvin, dass Cranes Buch wenig bis gar nichts mit der afghanischen Realität zu tun hat. Mehr noch: Vieles, was er als die Errungenschaften seines Wirkens beschreibt, ist einfach erlogen. Als US-Soldaten das Dorf durch eine neue Straße besser erreichbar machen wollen, stoßen sie auf Ablehnung bei den Dorfältesten. Die Einheimischen wissen, dass dieses Unternehmen die Taliban anlocken und den Krieg in ihr Dorf holen wird. Kaum dass die Bauarbeiten begonnen haben, kommt es auch schon zu Anschlägen, die wiederum als Reaktion der Amerikaner zu einem Blutbad unter den Aufständischen und unbeteiligten Dorfbewohnern führen. Als dabei auch die afghanische Ärztin erschossen wird, gibt Parvin auf und lässt sich verbittert und desillusioniert ausfliegen. - Ein Buch, das an Aktualität kaum zu überbieten ist. Es ist nicht nur ein äußerst spannender Roman, sondern auch eine schonungslose Auseinandersetzung mit dem Sinn westlichen Engagements in Afghanistan. Absolut empfehlenswert!
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Artikelbeschreibung

Die ehrgeizige Berkeley-Studentin Parvin Schams fühlt sich zwischen den liberalen Ideen ihrer charismatischen Professorin und den Erwartungen ihres konservativen afghanisch- amerikanischen Umfelds hin- und hergerissen. Da eröffnet ihr ein Buch eine ungeahnte Möglichkeit, die Theorie in die Praxis umzusetzen und ihre Bestimmung zu finden: Ein Arzt erzählt darin von seinem humanitären Engagement für afghanische Frauen. Parvin ist so begeistert, dass sie für seine Stiftung arbeiten und zugleich ihre Wurzeln erkunden will. Doch vor Ort entdeckt sie, dass die von ihm erbaute Geburtsklinik leer steht und die Bewohner des Dorfes sich seltsam abweisend verhalten. Nach und nach findet Parvin im Gespräch mit ihnen heraus, was es damit auf sich hat. Als Parvins Professorin vertrauliche E-Mails ungefragt veröffentlicht, eskaliert der schwelende Konflikt zwischen Einheimischen und ihren selbsternannten Wohltätern. Erneut muss Parvin entscheiden, wo sie steht. Was bestimmt, wer wir sind und wo wir hingehören? Wie formen die Medien unseren Blick auf die Welt? Und können wir unsere Vorurteile je ablegen? Wie in ihrem gefeierten Roman 'Der amerikanische Architekt' stellt sich Amy Waldman den brennenden Fragen unserer Gegenwart in einer packenden und überraschenden Geschichte.

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