Der Bär, der nicht da war

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Buchprofile - Rezension
Ein junger Bär macht sich auf die Suche nach seinem wahren Ich.
Plötzlich ist der Bär da, Wald beginnt um ihn herum zu wachsen. Er lernt andere Waldbewohner kennen, mit manchen freundet er sich an. Letztendlich bringt ihn ein Schildkröten-Taxi nach Hause. Hat er dort schon einmal gelebt und bloß alles vergessen? Vieles deutet darauf hin, aber die Hauptsache ist, dass er sich glücklich fühlt. Ein wenig erinnert diese Geschichte an die Erzählung "Der kleine Prinz" und der Bär scheint mit Winnie-the-Pooh verwandt zu sein (so hat folgerichtig auch Harry Rowohlt den Text übersetzt). Nichts (mehr) zu wissen, kann jedoch den Vorteil haben, alles (wieder) kennenlernen zu dürfen, sogar sich selbst - und wenn dieser Prozess dazu beiträgt, mit sich zufrieden zu sein, verhält es sich bestens. Der Illustrator hat für diese philosophische Übung bezaubernde Bilder geschaffen: großformatige Collagen (wohl aus alten botanischen Lehrbüchern), die das wuchernde Lebensumfeld des Bären so wiedergeben, wie er es selbst sieht: ohne Richtung und Ziel, mit sich selbst im Zentrum. Eine solipsistische Sicht auf die Welt, die Kindern von ihrer eigenen Welterfahrung und -aneignung bekannt vorkommen wird. - Sehr empfehlenswert!
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Artikelbeschreibung

Da ist er, der Bär, der gerade noch nicht da war, und zieht aus seiner Tasche einen Zettel, auf dem steht: "Bist du ich?" Gute Frage, denkt er sich, finden wir es heraus! Sofort macht er sich auf und wandert in den wundersamen Wald. Dort trifft er das Bequeme Bergrind und den Saumseligen Salamander, die ihm versichern, er sei ein sehr netter Bär! Glücklich wandert er weiter. Bis zum Kompass-Baum. Von da aus geht es in acht Richtungen: Norden, Süden, Osten, Westen, Falsch, Richtig, Mittagessen und Frühstück. Welche sollte er einschlagen: Frühstück? Mittagessen? Und wäre nicht das Träge-Schildkröten-Taxi gekommen, würde der Bär immer noch überlegen. Wir aber wissen jetzt schon: Dieser Bär ist sehr nett, und er ist glücklich. Er könnte ein entfernter Verwandter von "Pu, der Bär" sein, so wie er auf die Welt schaut. Und weil jeder gerne wissen will, wer er ist, werden Kinder und Erwachsene diesen Bären und diese zauberhafte, philosophische Geschichte mit den unvergesslichen Bildern von Wolf Erlbruch lieben.

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Personeninformation

Oren Lavie, geboren 1976 in Tel-Aviv, ist Komponist, Musiker und schreibt Theaterstücke. Sein erstes Album "The Opposite Side of the Sea" (2007) wurde mit dem angesehenen ASCAP-Preis für die besten Lyrics ausgezeichnet. Heute lebt Oren Lavie in Tel Aviv. "Der Bär, der nicht da war" ist sein erstes Buch. Wolf Erlbruch, geboren 1948, war bis 2009 Professor für Illustration an der Bergischen Universität Wuppertal. 2017 erhielt Wolf Erlbruch als erster deutscher Künstler den renommierten Astrid Lindgren Memorial Award für sein Gesamtwerk. Zudem wurde er mit dem Gutenbergpreis der Stadt Leipzig, dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises sowie mit der Hans Christian Andersen Medaille ausgezeichnet. Am 11. Dezember 2022 ist Wolf Erlbruch gestorben.
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