Ingeborg Bachmanns München

Eine Chronik zum 100. Geburtstag
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Bayern im Buch-Rezension
Die Bedeutung Münchens für die große Literatin.
Anlässlich des 100. Geburtstags von Ingeborg Bachmann beschäftigt sich der Schweizer Schriftsteller und Wahlmünchner Nicola Bardola mit der Rolle Münchens im Leben dieser Dichterin. Meist gilt das knappe Jahr, das Bachmann im Stadtteil Schwabing wohnte, als wenig bedeutend für das Leben der berühmten Dichterin. Bardola legt dagegen Wert auf das dichte Beziehungsnetz, das in dieser Zeit noch ausgebaut worden ist. Dort lebt auch z.B. die enge Verbindung zu Paul Celan erneut auf, und am Ende bahnt sich die Partnerschaft mit Max Frisch an. Bachmann arbeitet beim Bayerischen Rundfunk, wird dort Dramaturgin fürs Fernsehen. Sie fühlt sich mit dem Münchner Piper-Verlag eng verbunden. Der Redakteur Reinhard Baumgart dieses Verlages zeichnet übrigens in der Mitte dieses Buches ein schönes Charakterbild der Dichterin. Bardola nennt München die Stadt ihres Herzens und der Leidenschaft, den Mittelpunkt ihrer romantischen Gefühle und Zentrum sentimentaler Momente. Gegliedert ist diese historische Nachzeichnung in die Ereignisse von 1947 bis 1956, das München-Jahr 1957 und die Zeit danach, spürt also auch den Bezügen zu dieser Stadt in anderen Jahre nach. Der Text ist im Wesentlichen eine Zusammenstellung in zeitlicher Abfolge von Briefzitaten mit kurzen Zwischeninformationen zu Reisen und weiteren Personen, verlangt demnach ein eher konzentriertes Lesen. Die Kapitelüberschriften wirken etwas plakativ. Abgerundet wird dieser thematische Überblick zum Thema München durch ein Gespräch des Autors mit Ingeborgs Bruder Heinz und einen Hinweis auf Bachmanns Briefe an den Schriftsteller Hermann Kesten. Auf der letzten Seite des Buches findet man einen Stadtplanausschnitt mit 21 Markierungen für eine „Spurensuche“. Ein lesenswerter Detailblick auf das Leben von Ingeborg Bachmann.
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Artikelbeschreibung

Wer an Ingeborg Bachmann denkt, denkt an Klagenfurt, Wien, Rom, Neapel, Paris oder Zürich. Dass auch München ein zentraler Ort in Bachmanns Leben war, wird häufig übersehen. Eben das will diese Biografie ändern: Sie beleuchtet den Einfluss der bayerischen Landeshauptstadt auf das Leben der Ingeborg Bachmann in allen Aspekten - von ihrer Arbeit mit dem Piper Verlag über die Zeit beim Bayerischen Rundfunk bis hin zu den diversen Bekanntschaften und Freundschaften mit heute oft vergessenen Weggefährten.

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Personeninformation

Lic. Phil. Nicola Bardola wurde 1959 in Zürich geboren und ist dort zweisprachig aufgewachsen. Bardola studierte in Bern, München und Zürich Germanistik, italienische Literatur und Philosophie. Er schloss mit einer Arbeit über Theorien moderner Lyrik ab. 1984 veröffentlichte er den Gedichtband Liebesxenien ("Bardola hat den sicheren Blick für Tragik und Komik der aus dem Rahmen fallenden Liebe", Tages-Anzeiger). 1985 gründete er im Münchner Buch Magazin die Lyrik Revue, die heute online auf dasgedichtblog.de fortgeführt wird. Bekannt wurde er 2006 mit dem Roman Schlemm, der den assistierten Suizid als Todesart thematisiert. 2019 veröffentlichte er den "Identitäts-Krimi" (NDR) Elena Ferrante - Meine geniale Autorin. Darin besucht er Orte in Neapel und auf Ischia, die für Ferrante und auch für Ingeborg Bachmann und Hans Werner Henze wichtig waren. 2021 wurde sein Buch Mercury in München über den Sänger der Band Queen ein Spiegel-Bestseller. Bardola lebt seit über 40 Jahren in und um München. Er ist Vorsitzender des Freunde der Monacensia e.V.
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