Hitlers Fotograf Heinrich Hoffmann

Eine Biografie
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Buchprofile - Rezension
Ein Fotograf als Motor der NS-Propaganda.
"Heinrich Hoffmann war als Fotograf von 1933-1945 in der einzigartigen Stellung, Adolf Hitler wie ein Schatten folgen zu können ... Er war Fotograf und Vertrauter gleichermaßen". Diese in der Einleitung zur umfassenden Studie über "Hitlers Fotograf" (1885-1957) geäußerte Kurzcharakteristik belegt und erläutert der Historiker Sebastian Peters detailliert und mit großer Sorgfalt. Aufbauend auf verschiedenen schriftlichen Quellen – Literatur und Berichterstattungen aus der NS-Zeit, Dokumente und Protokolle aus den ersten Nachkriegsjahren sowie wenige autobiografische Aufzeichnungen – wie auf reichhaltigem Bildmaterial bietet der Autor eine fundierte Analyse des Mannes, der durch seine Fotografien das Bild des nationalsozialistischen Deutschlands bis heute prägt. In 10 chronologisch aufgebauten Kapiteln – eingeordnet in drei Lebens- bzw. Entwicklungsphasen (Der engagierte Fotograf; Propagandist und Profiteur; Hoffmann nach Hitler) erarbeitet Peters den Werdegang Hoffmanns als Fotograf, seine Spezialisierung als Presse- und Porträtfotograf, seine früh einsetzende Begeisterung für die NS-Ideologie – teils aus Überzeugung, teils aus politischer wie beruflicher Berechnung –, seine durch ihn gesteuerte Bildberichterstattung und die durch ihn entstandene Verkettung von Fotografie, Ideologie und Macht. Seine Aufnahmen trugen maßgeblich zur Verbreitung und Akzeptanz des NS-Gedankenguts bei und die von ihm erstellten Bilder des Führers und anderer bedeutender Ereignisse – sorgfältig inszeniert, Schnappschüsse gab es nicht – wurden in zahlreichen Bildbänden und auf Postkarten aus seinem eigenen Verlag veröffentlicht und machten ihn zu einem einflussreichen Propagandisten und reichen Mann. Das Ende des NS-Regimes bedeutete für ihn das berufliche Aus: Verhaftung, Arbeitslager, Vermögensverlust, Freilassung, teilweise Vermögensrückerstattung. – Eine interessante Studie, für große Bestände.
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Artikelbeschreibung

Die erste Biografie über Heinrich Hoffmann, den Fotografen, Propagandisten und engen Vertrauten Adolf Hitlers.Unser Bild von Adolf Hitler wird bis heute entscheidend von den Fotografien eines Mannes geprägt: Heinrich Hoffmann. Der Münchner Fotograf war Nationalsozialist der ersten Stunde und stellte seine beruflichen Fähigkeiten rasch in den Dienst der Partei. Seit den frühen 1920ern prägten seine Aufnahmen das visuelle Image der NSDAP und ihres »Führers«, den Hoffmann im Sinne der NS-Propaganda inszenierte. Aus dem Leibfotografen wurde ein enger Vertrauter Hitlers, der aus dem inneren Kreis bald nicht mehr wegzudenken war. Und der diese einzigartige Position zu nutzen wusste: Ab 1933 stieg Hoffmann zum Verleger eines großen Unternehmens auf, das zur regelrechten Bildfabrik des »Dritten Reichs« expandierte. Mit Hunderttausenden Propagandafotos schuf es den schönen Schein, der nicht zuletzt die brutale Gewalt des Regimes vertuschen sollte. Der Fotograf wurde so selbst zum einflussreichen Propagandisten - und zum Multimillionär. Erst mit der deutschen Niederlage ging das Imperium des selbsternannten »Reichsbildberichterstatters« unter. Doch auch wenn Hoffmanns Person nach 1945 allmählich in der Bedeutungslosigkeit versank, führen seine Bilder ein Nachleben - das bis heute anhält.

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Personeninformation

Sebastian Peters, geb. 1991, ist Historiker und Kurator für die Dokumentation Obersalzberg am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin.

Pressestimmen

»(Eine) gut zu lesende und trotz ihrer Länge an keiner Stelle langweilige (Arbeit)« (Dirk Walter, Münchner Merkur, 24.03.2025) »Ein wichtiges Buch (...) nicht zuletzt, weil es zeigt, welch große Rolle auch solche Figuren jenseits der unmittelbaren Sphäre und Hierarchien spielen.« (Silke Hennig, DLF Kultur Lesart, 10.05.2025) »Im Unterschied zu Filmemacherin Leni Riefenstahl und ihrer NS-Propagandakunst geriet Heinrich Hoffmann weitgehend in Vergessenheit. Diese Lücke füllt der Historiker Sebastian Peters mit einer ersten umfassenden Biografie über den wahrscheinlich einflussreichsten Fotografen der NS-Zeit.« (Sibylle Peine, Wildeshauser Zeitung, 10.05.2025) »eindrucksvoll und ungemein instruktiv« (Bernd Stiegler, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.06.2025) »(...) ei(n) lesenswerte(r) Einblick in Leben und Werk von Hitlers Leibfotografen und in die Bildpropaganda des 'Dritten Reichs'.« (Florian Keisinger, Neue Zürcher Zeitung, 02.07.2025) »Sebastian Peters Buch (...) wird für lange Zeit nicht eine, sondern die Biografie Heinrich Hoffmanns sein und höchstwahrscheinlich zum Standardwerk werden dank der quellengesättigten Informationsdichte.« (Rudolf Walther, Süddeutsche Zeitung, 07.07.2025) »Derart vielschichtig und mit Tiefenschärfe versehen, wurde Hoffmanns Wirken und Wüten in der NS-Zeit noch nie dargestellt« (Wolfgang Paterno, Profil, 26.07.2025) »Peters' Biographie liefert (...) wichtige neue Erkenntnisse zur deutschen Fotografen-Szene im Dritten Reich, insbesondere zu den Mechanismen der Propaganda, den Netzwerken führender Fotografen und deren Rolle im NS-System« (Profi-Foto. Magazin für Fotokultur und -Technik, 08.04.2025)

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