Mats Hummels auf Parship

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Buchprofile - Rezension
Ein erfolgloser Provinz-Fußballtrainer aus dem Osten rechnet mit der Welt, dem Leben, den Frauen und dem Fußball ab.
In diesem Buch sind drei Monologe "Leben bis Männer", "Schiedsrichter fertig" und "Mats Hummels auf Parship" zum Teil aktualisiert zusammengefasst. Ein weitestgehend erfolgloser, aber durchaus engagierter Fußballtrainer von "Tatkraft Börde" träumt davon, mit seiner Kindermannschaft mitzuwachsen, bis aus ihnen eine erfolgreiche Profimannschaft geworden ist. In seinen drei Monologen lässt der Autor ihn über alles Mögliche nachdenken und seine Ergebnisse extrem kritisch veröffentlichen. Dabei bewegt er sich in einem Umfeld, das u.a. den Frauen gegenüber sehr negativ ist. Er kritisiert Frauen als Richter, weil eine Richterin bei seiner Scheidung sehr deutlich auf Seiten seiner Frau ist. Er ist auch überzeugt, dass Frauen im Fußball nicht zu brauchen sind, dass dies nicht der Realität entspricht, will er nicht einsehen. Auch Themen wie die Konflikte zwischen der DDR und der Bundesrepublik werden extrem subjektiv gesehen. Klar, dass der Sieg der DDR-Nationalmannschaft durch ein Tor von Jürgen Sparwasser gegen die Wessis bei der Fußballweltmeisterschaft sehr positiv aufgearbeitet wird. Egal, ob Theater, Goethe oder Shakespeare herhalten müssen, ob er über die Unterschiede zwischen Fußball und Tischtennis philosophiert und selbst die Weltmeisterschaft in Katar; die Vielzahl an Themen geht ihm nicht aus. - Nachdem die Monologe an Theatern aufgeführt wurden, war auch die Breitenwirkung da, und selbst die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel ist ein Fan des Autors. Oft wird man beim Lesen zum Lachen gereizt oder man schüttelt ungläubig den Kopf und selbst ein kritisches Hinterfragen der Aussagen bleibt oft nicht aus. - Eine satirische Betrachtung des Alltags im Spiegel des Fußballs, die nicht nur Fußballfans gut unterhalten wird.
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Artikelbeschreibung

»Ein Trainer muss brüllen können. Ich übrigens brülle nicht. Es sieht aus wie Brüllen, aber in Wirklichkeit ist es Denken, und zwar sehr leidenschaftliches Denken.« Von Selbstzweifeln angekränkelt und introvertiert ist Brussigs Trainer nicht gerade, wenn er über die Parallelen zwischen Theater und Fußball schwadroniert, gleich mal Goethe und Shakespeare bemüht und über die Unterschiede zwischen Fußball und Tischtennis philosophiert. Ohnehin lässt er kein Thema aus, ob Corona-Impfungen, Frauenfußball, Sprachverbote oder die WM-Vergabe nach Katar. Selbst darüber, ob man gern einen Boateng zum Nachbarn hätte, sinniert er und stellt die Rettungstat, als der 2016 im Spiel gegen die Ukraine den Ball noch von der Linie spitzelte, in aktuelle Bezüge.Mit »Mats Hummels auf Parship« führt Thomas Brussig seinen Fußballmonolog »Leben bis Männer« fort und aktualisiert ihn. Aus dem Wendeverlierer aus der Börde ist gewissermaßen ein Wutbürger geworden. Brussig hat mit »Schiedsrichter fertig« einem Schiedsrichter eine so wahre wie Widerspruch fordernde und hoch komische Litanei im Bernhard`schen Ton gewidmet.Dieses Buch vereint alle drei Fußball-Monologe des Autors.

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Personeninformation

Thomas Brussig, 1964 in Berlin geboren, hatte 1995 seinen Durchbruch mit »Helden wie wir«. Es folgten u.a. »Am kürzeren Ende der Sonnenallee« (1999), »Wie es leuchtet« (2004) und »Das gibt's in keinem Russenfilm« (2015). Seine Werke wurden in über 30 Sprachen übersetzt. Thomas Brussig ist der einzige lebende deutsche Schriftsteller, der mit einem seiner literarischen Werke wie auch mit einem Kinofilm und einem Bühnenwerk ein Millionenpublikum erreichte.

Pressestimmen

»Man muss weder Fußballspieler noch Zuschauer (...) sein, um Spaß an diesen Texten zu haben. Man muss nicht mal was von Abseitsregeln verstehen. Denn Brussigs Monologe erzählen viel mehr: von Leidenschaft und Verzweiflung, von Hingabe und Enttäuschung.« (Karin Großmann, Sächsische Zeitung, 24.01.2023) »der Fußball als Quell der Freude und Verzweiflung zugleich« (Jens Kirschneck, 11 Freunde, März 2023) »(ein) dichte(r) innere(r) Monolog, der oft in einen klugen Essay über Fußball und Gesellschaft kippt« (Michael Helbing, Theater der Zeit 4/2023) »Eine satirische Betrachtung des Alltags im Spiegel des Fußballs, die nicht nur Fußballfans gut unterhalten wird.« (Gerd Fleder, Buchprofile/medienprofile, Jg. 68 Heft 1 2023) »ein intensives Leseerlebnis« (Anpfiff, Nr. 2 2023)
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