Heimatland

Zähne zeigen gegen die Feinde der Demokratie | SPIEGEL-Bestseller
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Buchprofile - Rezension
Das Leben einer Migrantentochter in ihrer Heimat Deutschland.
Heimat – das ist für die türkischstämmige Autorin ihr Kiez im Berliner Stadtviertel Neukölln. Heimatland – das ist für sie die Bundesrepublik, in der Kinder von Migranten aufwachsen und leben und mit vielerlei Problemen zu kämpfen haben. Mit ihrem Blick "von innen" erzählt Balci detailreich und mit viel Empathie und dabei überaus informativ und spannend von einem Leben, das den meisten Nicht-Migranten hierzulande unbekannt ist: Vom Wechsel der Werte in ihrem Kiez, einst durchaus heile Welt, heute sozialer und politischer Brennpunkt, von Vorurteilen und Ungerechtigkeiten, von Gewalt und Härte, aber auch von den schönen Momenten des Lebens, von Freundschaften und dem Verlust geliebter Menschen, von der oft schwierigen Suche nach der eigenen Identität. So vermittelt sie ein Bild ihrer Heimat Deutschland (das sie trotz allem liebt und mit dem sie sich untrennbar verbunden fühlt) jenseits aller Klischees und Vorurteile und schafft sie einen Heimatbegriff, der so ganz anders ist als der übliche, heutzutage oft in Verruf geratene. Dieses Buch ist absolut lesenswert. Gerade für Leser ohne Migrationshintergrund informativ und wertvoll und aufschlussreicher als viele soziologische und sozialpolitische Studien. Allen Beständen sehr zu empfehlen.
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Artikelbeschreibung

Als türkische Gastarbeiter kamen Güner Balcis Eltern nach Berlin, ins Neuköllner Rollbergviertel, eine Großsiedlung mit achteckigen Betonklötzen. Für sie war der Einzug in eine Wohnung mit eigenem Bad ein Meilenstein des Ankommens in der Fremde. Anfang der 1980er-Jahre verwandelte sich der Kiez, in dem ihre Tochter noch eine unbeschwerte Kindheit erlebte, in einen sozialen Brennpunkt. Die Söhne arabischer Großfamilien beherrschten das Geschehen. Ein reaktionärer Islam machte sich breit, der Mädchen und Frauen die Selbstbestimmung verweigerte.

Zähne zeigen gegen die Feinde der Demokratie - egal, von welcher Seite sie angreifen

Güner Balci erzählt von Selbstbehauptung und Scheitern, von Freundschaft und Verlust in einem Viertel, das zu ihrer Lebensschule wurde. Eine leidenschaftliche Liebeserklärung an ihr Heimatland.

Klartext über die Probleme einer Einwanderungsgesellschaft

»Ich liebe meine Heimat, meine Sprache, meine Hood, meine Leute und unsere in der Verfassung garantierten Werte, Menschenwürde, Gleichberechtigung, freie Entfaltung der Persönlichkeit. Lange Zeit galten sie als unbestreitbar, heute sehe ich sie bedroht.«

Erstmals erzählt Güner Balci sehr persönlich über ihr Aufwachsen im Berliner Rollbergviertel.

»Güner Balci ist eine hochbegabte Fernsehjournalistin und Schriftstellerin.« Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Eine Demokratin mit einem klaren Kompass - immer kritisch und mit dem Finger auf den schmerzhaften Realitäten, aber auch getrieben von der Zuversicht, dass sich zusammen eine bessere Welt schaffen lässt. Eine Heldin unserer Zeit, die sich weder von Drohungen noch von Beleidigungen einschüchtern oder gar ausbremsen lässt.«

Tolerantia Awards 2025

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Personeninformation

Güner Yasemin Balci ist Journalistin, Schriftstellerin, Filmemacherin und seit 2020 Integrationsbeauftragte für den Berliner Bezirk Neukölln. Sie hat die Herausforderungen einer Einwanderungsgesellschaft zu ihrem Lebensthema gemacht. In ihren Büchern "Arabboy - Eine Jugend in Deutschland oder das kurze Leben des Rashid A.", "ArabQueen oder der Geschmack der Freiheit", "Aliyahs Flucht" und "Das Mädchen und der Gotteskrieger" widmet sie sich vor allem den Zwängen und Geboten, mit denen Jungen und Mädchen aus muslimischen Einwandererfamilien aufwachsen.

Bis Ende 2008 war Balci Redakteurin beim ZDF für das Politmagazin Frontal 21. Danach arbeitete sie regelmäßig als Regisseurin für Arte, die ARD und das ZDF. Für ihre Reportage "Tod einer Richterin - auf den Spuren von Kirsten Heisig" gewann sie 2012 den Civis Fernsehpreis. 2017 realisierte sie für das kleine Fernsehspiel beim ZDF den Dokumentarfilm "Der Jungfrauenwahn", der den Bayrischen Fernsehpreis gewann. "Die große Reise - Seyran Ates und der Weg zu einem reformierten Islam" ist ihr zweiter langer Dokumentarfilm. Für die ZDF-Sendung 37° produziert sie regelmäßig Filme zu gesellschaftspolitisch relevanten Themen.

Pressestimmen

»Güner Yasemin Balci (...) ist einer der klarsten politischen Köpfe unseres Landes.« Jan Philipp Reemtsma Frankfurter Allgemeine Zeitung 20250929

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