Im Vertrauen

Band 258
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Buchprofile - Rezension
Tiefsinnige Erzählung über Identität zwischen Selbstinszenierung, inneren Verletzlichkeiten und Abgründen.
Pietro Vella ist Lehrer einer süditalienischen Stadt, eloquent und wohl anregend genug, um Teresa, einer ehemaligen Schülerin und vielversprechenden Naturwissenschaftlerin, ein Liebhaber zu werden. Es ist eine amour fou, die in Katastrophen münden könnte, und so knüpfen die beiden einen Deal, der sie ewig aneinander binden würde: Sie vertrauen sich gegenseitig das Unaussprechlichste in ihrem Leben an und liefern sich damit dem anderen aus. Die Beziehung bricht und Pietro gründet mit der zurückhaltenden Kollegin Nadja eine Familie. In seiner Freizeit verfasst er einen Essay über die Ungerechtigkeit des Schulsystems, der ungeahnt hohe Wellen schlägt und ihn zum umworbenen Redner der intellektuellen Elite Italiens macht. Das so geschmeichelte und starke Ego erinnert sich an Teresa und bekommt Angst, hat sie es ja in der Hand, ihn mit geheimem Wissen zu demontieren. Das Wertesystem, das er öffentlich vertritt, bildet nur einen Teil seiner Persönlichkeit ab. Starnone wechselt nun die Perspektiven und erzählt aus der Sicht der Tochter Pietros weiter, die in Verehrung des Vaters um den Preis des Staatspräsidenten für sein Lebenswerk kämpft. Eine dritte Variante ist im letzten Drittel Teresas Sicht, die den frühen Geliebten immer durchschaut hat und als hochdotierte Naturwissenschaftlerin immer seinen Lebensweg beobachtete, wenn auch, bis auf wenige Ausnahmen, aus der Ferne. Sie kann wiederum die ersten beiden Ebenen in Frage stellen. Das Neugier weckende Geheimnis wird nicht aufgedeckt, es bleibt poetische Finesse; so erinnert sich Teresa an das, was ihr ihr Lehrer zu Schulzeiten beigebracht hat: "Erzählen heißt immer lügen, und wer am besten lügt, erzählt am besten." Leicht, raffiniert und entblößend. Sehr empfehlenswert!
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Artikelbeschreibung

Nach einem Streit vertrauen Pietro und Teresa einander ihre schlimmsten, immer verschwiegenen Geheimnisse an. Das soll die beiden unzertrennlich machen, ihre stürmische Beziehung retten. Kurz darauf gehen sie trotzdem auseinander.<BR>Pietro, Lehrer an einem Vorstadtgymnasium in Rom, verliebt sich in seine Kollegin Nadia. Die ist das genaue Gegenteil der aufbrausenden, spöttischen Teresa, und Pietro bemüht sich von nun an, ein besserer Mensch zu sein: ein aufmerksamer Partner, fürsorglicher Familienvater, begeisternder Lehrer, ein Mann, der scheinbar überall gefällt. Bis Teresa wieder auftaucht - und mit ihr die Vergangenheit und die ständige Drohung, ihn auffliegen zu lassen ...<BR>Domenico Starnone treibt ein spannendes und ausgeklügeltes Spiel mit den nicht immer zuverlässigen Geschichten, die Menschen von sich und anderen erzählen: Wem ist hier zu trauen? Und kann einen die Angst vor den eigenen Geheimnissen zu einem guten und glücklichen Menschen machen?<BR>

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