Der geraubte Himmel

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Buchprofile - Rezension
Raffinierter Krimi um einen alternden Notar, der durch eine mysteriöse Kunsthändlerin in eine gefährliche Geschichte verwickelt wird.
Ein ordentlicheres Leben als das des Michele Riotta kann man sich kaum vorstellen. Doch der Brief einer unbekannten Frau, Alma Corradi, der den über siebzigjährigen Notar im italienischen Agrigent eines Tages erreicht, bewirkt in diesem einen schlagartigen Wesenswandel. Besonders fasziniert ist Riotta von Corradi, weil sie gleich zu Beginn des Briefverkehrs Riottas - nicht besonders umfangreiches und nie bekannt gewordenes - Buch über vier verschwundene Renoirs lobt, das dieser etwa 50 Jahre zuvor herausgegeben hat. Angeblich teilt sie seine Leidenschaft für Renoir und schlägt ihm im Lauf der Zeit vor, gemeinsam mit ihm ein Buch darüber zu schreiben, weswegen der Maler fast alle Landschaften Italiens malte, mit Ausnahme einer einzigen: der von Girgenti, das nahe an Agrigent liegt. Mit jedem Brief und vor allem durch Intimfotos, die der alte Witwer Riotta von der unbekannten Schönen erhält und in der Vorfreude auf die gemeinsame Forschungs- und Publikationsarbeit mit ihr, steigt in ihm das Verlangen, jene Frau endlich persönlich kennenzulernen. Doch sie schiebt die Treffen immer wieder auf mit der Entschuldigung, sich aufgrund ihrer Beschäftigung als Kunsthändlerin und Galeristin angeblich im Augenblick keinen freien Tag leisten zu können. Die Sorgen des Neffen, Giorgio Riottas, der die Kanzlei bereits zum Großteil übernommen hat und dem die zunehmenden Leichtsinnsfehler des sonst so akkuraten Onkels bei der Arbeit auffallen, bleiben nicht unbegründet. Denn die Affäre mit Alma Corradi bringt nicht nur ein Geheimnis Michele Riottas in Gefahr, sondern auch ihn selbst. - Mittels des Briefverkehrs zwischen dem ungleichen Liebespaar und des Berichtes des Neffen Giorgio bringt Camilleri den Leser selbst in die Position des Kommissars und hält den Spannungsbogen bis zum Ende der Geschichte. Sehr zu empfehlen. (Übers.: Christiane von Bechtolsheim)
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Artikelbeschreibung

Eine geheimnisvolle junge Frau schreibt an einen älteren Herrn, Michele<BR>Riotta, der seit langem als Notar in Agrigento lebt. In seiner Jugend hat er ein<BR>Buch über den impressionistischen Maler Auguste Renoir veröffentlicht, in<BR>dem er den Weg zu einem unbekannten Werk des Künstlers weist, das - abgelegen<BR>in einer kalabresischen Dorfkirche - von der Kunstwelt nie entdeckt<BR>worden ist. Die Briefe Riottas lassen ahnen, dass er noch anderes Wissen über<BR>Renoir zurückhält, etwa über eine seltsame Reise des Künstlers nach Agrigento,<BR>wo dieser in Schwierigkeiten geriet und ein Bild malte, von dem niemand etwas<BR>weiß ...<BR>In seiner Liebe zu jener rätselhaften Dame verliert Riotta dagegen zunehmend<BR>die Kontrolle, und bald enden seine Briefe und die Geschichte der beiden<BR>abrupt.<BR>Allein aus den Briefen Riottas entwickelt Andrea Camilleri eine Liebesgeschichte<BR>und einen Kunst- Krimi, der - natürlich, Camilleri enttäuscht seine Leser<BR>nicht - eine verblüffende Wendung nimmt.

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