Strom für Bayerisch-Schwaben

Die Geschichte der Lechwerke
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Bayern im Buch-Rezension
Wie Bayerns Schwaben zu Strom kam - nicht nur eine Wirtschaftsgeschichte.
Die im Auftrag der Lechwerke AG (LEW) von Mitarbeitenden der Neumann & Kamp Historische Projekte erarbeitete Firmengeschichte zeichnet detailreich die Firmengeschichte der LEW und damit letztlich die Geschichte der Elektrifizierung in Bayerisch-Schwaben nach - von Vorläufern der LEW und ihrer Gründung 1903 bis heute. Die Moderne lebt und arbeitet mit Strom - von Beleuchtung und Verkehr über zahllose große und kleine Maschinen. Die Geschichte eines Stromversorgers wie den LEW ist damit auch eine Geschichte der Moderne selbst, in diesem Falle eine Geschichte der Moderne in Bayerisch Schwaben. Von Augsburg und Gersthofen bis hinaus aufs Land war und sind die LEW Stromversorger und damit auch Motor von Industrialisierung und Entwicklung der Region. Im Zentrum stehen dabei eine ganze Reihe von Flusskraftwerken an Lech und auch Iller. Die Firmengeschichte bildet diese Prozesse nach, wobei die ansprechende Bebilderung zumeist aus den Bildbeständen der LEW selbst stammt. Vom ersten großen Kraftwerk bei Gersthofen bis zu modernen Anlagen für erneuerbare Energie, von der Zeit als de-facto Monopolist bis zum heutigen offenen Strommarkt wird dabei die Geschichte der LEW anschaulich erzählt. Positiv hervorzuheben ist die gelungene Einbettung der Firmengeschichte der LEW in die allgemeine Wirtschaftsgeschichte Bayerisch-Schwabens. Auch die Zeiten des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs, in denen die LEW Teil der Kriegswirtschaft und Nutznießer von Zwangsarbeit waren, werden ausführlich betrachtet. Dies gilt auch für andere eher unrühmliche Kapitel der Firmengeschichte wie dem letztlich gescheiterten Projekt eines Atomkraftwerks der LEW in Pfaffenhofen an der Ilm. Die Unabhängigkeit der Autorinnen und Autoren von den LEW wird betont, wobei eine gewisse Sympathie für den Auftraggeber des Bandes trotzdem durchweg spürbar ist. Es bleiben wenig Kritikpunkte. Sicher hätte man die neueste Vergangenheit und den Ausblick auf die Zukunft der LEW weniger pathetisch schildern können. Auch fällt auf, dass de facto keine Kritik zur intensiven Bewirtschaftung von Lech und Iller und der Verbauung beider Flüsse durch zahlreiche Staustufen aufkommt. - Zumindest Büchereien in Bayerisch-Schwaben empfohlen.
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Artikelbeschreibung

"Scheen reden kannscht, aber wia wird's halt schmecka!" - So lautete die zentrale Frage bei einer Vorführung eines Elektroherds durch die Lechwerke im Jahr 1928. Warum? Elektroherde waren neu auf dem Markt und es kursierte das Gerücht, das Essen würde "elektrisch schmecken". Eine Aufgabe der Lechwerke war stets, Funktion und Nutzen von Elektrizität zu vermitteln: Glühbirne statt Gaslampe im Wohnzimmer, Elektroherd statt Kohleofen und heute die Wärmepumpe. Davon erzählt dieses Buch. Die faszinierende Geschichte der Elektrifizierung Bayerisch-Schwabens wird weiter vertieft: Bau der Wasserkraftwerke, Aufbau des Stromnetzes, die Debatte um Kernkraft und Solar. In über 120 Jahren hat das Unternehmen die Region geprägt und weiterentwickelt. Die Geschichte der Lechwerke wird dabei in größere historische Kontexte eingebettet: vom Königreich Bayern über den NS-Staat und die Bundesrepublik bis hin zur Ära des vereinten Europas

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