Hedwig

Die Braut der Landshuter Hochzeit
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Bayern im Buch-Rezension
Hedwig - die vergessene Braut.
Das prächtige, alle vier Jahre stattfindende Spektakel der Landshuter Hochzeit ist ein weit über Bayern hinaus bekanntes Schauspiel, das den Besuchern lebendige Einblicke in die Welt des ausgehenden Mittelalters gewährt. Im Mittelpunkt der prunkvollen Festlichkeiten stehen heute die Brautleute, Georg der Reiche (1455 - 1503), später Herzog von Bayern-Landshut, und Hedwig (1457 - 1502), Tochter des polnischen Königs Kasimir IV. und Elisabeth von Habsburg, wogegen in zeitgenössischen Überlieferungen die aufwändigen Feierlichkeiten, die hochrangigen Gäste und zahlreichen Akteure im Mittelpunkt standen, während das Brautpaar, insbesondere die Braut, vernachlässigt wurde. Während Georg der Reiche als bedeutende Persönlichkeit seinen Platz in der bayerischen Geschichte erhalten hat, rutschte Hedwig ins historische Abseits. Diese kleine Monografie der Historikerin Marita A. Panzer versucht nun anhand zeitgenössischer Dokumente und Urkunden, das Lebensbild Hedwigs aufzuschlüsseln. Geboren in Krakau, von Humanisten unterrichtet, trifft Hedwig nach abgeschlossenen Eheverhandlungen in Landshut ein, wo mit "gaudio et pompa" tagelang die Hochzeit gefeiert wird. Wegen meist fehlender Belege über das Verhältnis der Brautleute zueinander, ihren Charakter bzw. ihr Auftreten zeigt die Autorin die historischen Hintergründe und Rahmenbedingungen auf und erläutert die damals gültigen Rechtsverhältnisse und gesellschaftlichen Gepflogenheiten, die eben auch Aufschluss zu Hedwigs Leben geben. Diese Vorgehensweise behält sie weiter bei, da nach Hedwigs Umzug ins herzogliche Schloss von Burghausen die historischen Zeugnisse noch spärlicher werden und oftmals von Spekulationen überwuchert wurden. So erhält der Leser das Bild einer Frau, die selbst nie Geschichte schrieb, aber durch die Landshuter Hochzeit präsent geblieben ist.
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Artikelbeschreibung

Im Jahr 1475 feierte der bayerische Herzogssohn Georg mit der polnischen Königstochter Hedwig in Landshut ein prächtiges Hochzeitsfest, das noch heute alle vier Jahre zur Aufführung kommt. Zeitgenössische Chroniken überliefern die prunkvollen Festlichkeiten und erlauben uns damit Einblicke in das späte Mittelalter; sie beschreiben das Brautpaar, die Hochzeitsgäste und deren kostbare Gewänder, die Trauung, Festmähler, Tänze und Turniere. Allerdings geriet die Braut in der nachfolgenden historischen Forschung allmählich ins Abseits. Diese erste Monografie über Hedwigs Leben rückt sie als polnische "Königin", als Herzogin von Bayern-Landshut, als Tochter, Braut, Gemahlin und (Groß-) Mutter ins Zentrum der Betrachtung und beschreibt ihren Weg von Krakau über Landshut nach Burghausen, wo sie 1502 starb

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Personeninformation

Marita A. Panzer, Dr. phil., geb. 1949, studierte Geschichte, Germanistik und Geografie und hat zahlreiche Wissenschafts- und Sachbücher veröffentlicht. Als freie Autorin lebt die Historikerin in Regensburg und Irland
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