Das Zeitalter der Roten Ameisen

Roman | Ein Dorf in der Ukraine der 30er Jahre in einem Notstand, der aktueller kaum sein könnte
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Buchprofile - Rezension
In der Ukraine kommt es 1933 infolge der Politik Stalins zu einer Hungersnot.
Pyankova erzählt die Geschichte aus der Perspektive dreier Beteiligter. Swyryd, der sich den neuen Machthabern andient, hat heimlich ein Kind mit der Kulakin Tamara und muss erleben, dass auch sein eigener Sohn bald vom Hungertod bedroht ist. Auch Dusja gerät in die Fänge der Machthaber. Sie ist die Tochter von Swyryds großer Liebe Hanna. Auch ihr und ihrer Familie wird alles genommen, so dass sie den Winter kaum überleben können. Um ihren Bruder zu retten, muss sich Dusja Oleksij Bascha gefügig zeigen, dem für das Dorf zuständigen roten Funktionär. Solja, Baschas Frau, ist aufgrund einer psychischen Störung fettsüchtig geworden und muss in einem nahen Sanatorium abnehmen. Sie ahnt nicht, was draußen vor sich geht. - Durch die Ich-Perspektive werden die Leser/-innen direkt in die grauenhaften Ereignisse hineingezogen. Die detaillierten Schilderungen des körperlichen Verfalls und des brutalen Vorgehens der Machthaber machen das Buch zu einer beinahe unerträglichen Lektüre. Die Autorin findet immer neue düstere Bilder für das albtraumhafte Schicksal der Opfer des roten Terrors. Sicherlich eines der konsequentesten Bücher über die Rücksichtslosigkeit und Brutalität, zu der Menschen fähig sind.
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Artikelbeschreibung

'Tanya Pyankovas Roman ist ein Zeugnis der Entmenschlichung und damit auch ein Zeugnis der Menschlichkeit in dunkler Zeit.' Fridtjof Küchemann FAZMatschuchy, Ukraine, 1933: Die junge Jawdocha versucht verzweifelt, sich und ihre Familie am Leben zu halten - doch der Hunger setzt nicht nur ihren Körpern zu, sondern immer mehr Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung greifen zu verzweifelten, unmenschlichen Maßnahmen im Kampf um das nackte Überleben. Nur wenige Kilometer von ihnen entfernt wird Solja, die wohlhabende Frau des ortsansässigen Parteivorsitzenden, von ihren eigenen, völlig unterschiedlichen Dämonen heimgesucht und scheitert daran, Gewicht zu verlieren - und Swyryd, ein Repräsentant der sowjetischen Kommunalverwaltung, nutzt seine Machtposition, um seine große Liebe Hanna, Jawdochas Mutter, zu manipulieren.In drei verschiedenen Erzählstimmen erschafft Tanya Pyankova das erschreckend aktuelle Psychogramm einer Zeit und einer Nation, das relevanter nicht sein könnte: Die von der Sowjetunion besetzte Ukraine erlitt eine Hungersnot, die das Leben vieler Millionen Menschen forderte - und die von den Besatzern als politisches Machtinstrument gezielt hervorgerufen worden war. Dieser Genozid ging als Holodomor ("Tötung durch Hunger") in die Geschichte ein.'Pyankova hat die große Leistung vollbracht, für das Unsagbare eine literarische Sprache zu finden.' Mareike Ilsemann - WDR 5 Bücher

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Pressestimmen

»Die Sprachgewalt von Pyankova [...] ist beeindruckend, kongenial übersetzt von Beatrix Kersten.« Wolfgang Koydl Die Weltwoche 20221110
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