Gesund genug

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Buchprofile - Rezension
Die Ich-Erzählerin beschreibt die letzten Wochen ihres sterbenden Vaters.
In den rückblickenden Abschnitten ihres Lebens beschreibt die Ich-Erzählerin ihren Vater als fanatischen Gesundheits-Apostel, nie wurden ihre kindlichen Essenswünsche erfüllt. So bald als möglich verließ sie ihr Elternhaus, aber auch dann blieb der Einfluss des Vaters bestehen. Ihre Männergeschichten und auch ihre Zeit in der WG mit einer älteren Dame waren nie von Dauer. Immer wieder bricht sie aus oder die Partner verlassen sie. Jetzt am Ende des Lebens ihres Vaters nimmt sie Abschied von dem Menschen, den sie indirekt für ihr unerfülltes Leben verantwortlich macht und der ihr die immer vermisste Liebe nie gewährte. In gewisser Weise versöhnt sie sich aber auch mit ihm, als sie entdeckt, dass es wohl auch ein Leben gab, das ihr Vater selbst nicht leben konnte, und das ihn so unglücklich machte. - Das Buch beschreibt die Sterbephasen eines Menschen und vor allem die Gedanken der diesen Menschen begleitenden Personen sehr realistisch. Die palliative Situation ist absolut lesenswert. Auch das Scheitern eigener Lebensentwürfe und -vorstellungen und Beziehungen ist gut beschrieben. Das Buch wirkt durch die kurzen Passagen mit den Schilderungen der Vergangenheit und Gegenwart etwas zerklüftet, auf der anderen Seite erzeugt dies auch einen wichtigen Spannungsbogen, wenn man Zeit hat, an diesem Buch dranzubleiben.
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Artikelbeschreibung

Als bei Hanne in Berlin das Telefon klingelt, ahnt sie, was kommt. Ihr Vater liegt im Sterben. 'Da kann man einmal sehen', hat der Gesundheitsfanatiker immer mit Genugtuung gesagt, wenn es andere erwischte. Nun leidet er selbst an Darmkrebs im Endstadium. 'Da kann man einmal sehen', würde Hanne jetzt gern zu ihrem Vater sagen. Alle hat er mit seinem Bio-Wahn und Reinlichkeitsfimmel terrorisiert, die Familie zu einer Sekte gemacht - in einer Zeit, als Gemüseraffel und Demeter noch längst kein Mainstream waren. Aber soll Hanne es ihm jetzt wirklich heimzahlen? Am Sterbebett erinnert sie sich an ihr Erwachsenwerden jenseits des väterlichen Diktats, an ihren Sommer als Mother's Help in London, an das Erwachen und Auskosten einer wilden Freiheit. Als sie zufällig eine Mappe mit alten Zeichnungen entdeckt, leuchtet plötzlich eine völlig unbekannte Seite dieses pedantischen Vaters auf. Hatte auch er einmal einen Freiheitstraum? Wo ist der hin?Gesund genug ist ein Roman über eine 'bio- dynamische' Radikalisierung und das Scheitern am eigenen Anspruch. Ursula Fricker erzählt berührend von den letzten Geheimnissen zwischen einer Tochter und ihrem Vater.

Produktsicherheit

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Pressestimmen

»Das Buch streift dabei große, letztlich politisch aktuelle Fragen, wie viel kann und sollte man um welchen Preis dafür tun, um Gesundheit zu erhalten?« Juli Zeh im Literarischen Quartett

Sehr anrührend und bewegend geschrieben.« Elke Heidenreich / SPIEGEL online

»Gesund genug ist die Geschichte einer Befreiung. Sie beeindruckt durch starke Gefühle und existentiellen Ernst und - nicht zuletzt - durch eine allzu menschliche Komik, bei der einem das Lachen im Halse stecken bleibt.« Eberhard Falcke / Deutschlandfunk

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Bewertungen

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