Die leuchtende Republik

Roman
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Buchprofile - Rezension
Mystischer Roman über einige fremde Kinder, die auf einmal das Leben einer Stadt durcheinanderbringen.
In der großen argentinischen Provinzstadt San Cristobal tauchen unerwartet 32 fremde Kinder auf. Niemand kennt ihre Sprache, niemand weiß, woher sie kommen. Sie sind lästig und unberechenbar, sie stehlen, sie machen den Menschen Angst. Sie scheinen eine Art Geheimsprache zu sprechen, die einem Zwitschern ähnelt. Plötzlich verschwinden sie, mit ihnen auch einige der einheimischen Kinder. Schließlich macht sich eine Gruppe von Erwachsenen auf die Suche nach den Kindern, die aber in einer Katastrophe endet. Erzählt wird der Roman aus Sicht eines leitenden Angestellten der Sozialbehörde, der 20 Jahre später auf die dramatischen Ereignisse zurückblickt und der persönlich durch das Schicksal seiner Tochter betroffen ist. Im Rückblick reflektiert er das Verhalten der Stadtbewohner, der Verantwortlichen und seine eigene problematische Rolle, hinterfragt, wie es zur Eskalation gekommen ist, ohne eine eindeutige Antwort zu finden. - Es sind die Mehrdeutigkeiten, die diesen Roman lesenswert machen. Trotz unterschiedlicher Vermutungen ist nicht klar, woher die Kinder kommen - manch einer fühlt sich sogar an den "Rattenfänger von Hameln" erinnert. Offen bleibt auch die Frage nach Gut und Böse bzw. den Motiven der Kinder und der Bewohner der Stadt: Was suchen sie? Was sind ihre Wünsche und Hoffnungen? Was versteckt sich in dem dunklen unübersichtlichen Regenwald? Wie geht eine Gesellschaft mit dem für sie Fremden um? Was ist das eigentlich für eine Stadt - mit ihrem Dreck, ihrem Lärm und ihren Verfilzungen? Wie gehen wir mit den drängenden moralischen Fragen unserer Zeit um? Der Roman gibt keine eindeutigen Antworten bzw. lässt mehrere Möglichkeiten zu. Gerade das aber macht seinen Reiz aus. Bei mehrfacher Lektüre entdeckt man immer neue Facetten und Möglichkeiten.
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Andrés Barba, erzählt eine zuerst geheimnisvolle, dann immer unheimlichere Geschichte über eine Gruppe von Heranwachsenden, die eine ganze Stadt in Atem hält.

Aus der Distanz von 20 Jahren berichtet der Ich-Erzähler die Geschichte der Kinder-Gang aus einer sehr subjektiven Perspektive. Er trug damals als Leiter der Sozialbehörde eine gewisse Verantwortung und hat eine Stieftochter, die damals neun war. Auch für sich möchte er rekonstruieren, was da eigentlich geschehen ist. Aussagen aus Zeitungsberichten und Essays, Filmszenen und das Tagebuch eines Mädchens flicht er in seine Analyse ein. So macht er die Schwierigkeiten der Wahrheitsfindung sichtbar. Barba erzählt atmosphärisch dicht und poetisch, denn er ist auch den Gefühlen auf der Spur, den Ängsten und den Leerstellen in der Kommunikation über die Vorgänge, auch zwischen Liebenden, zwischen Eltern und Kindern. Als würde er in einen Urwald vordringen.

Andres Barba schildert exemplarisch, wie eine Gesellschaft angesichts von Angst in eine Krise gerät, zeigt die Eskalationsstufen, die eine Gemeinschaft aus dem Tritt bringen bis in einen krisenhaften Panikmodus, in dem Rationalität keine Rolle mehr spielt und sogar Kinder zu Todfeinden werden können.

Artikelbeschreibung

'Sollten Sie aus der großen Buchmessen-Ernte nur einen einzigen spanischen Roman lesen, es sollte dieser sein.' Paul Ingendaay, FAZ

Andrés Barbas international gefeierter Roman ist eine mitreißende Geschichte über die drängenden moralischen Fragen unserer Zeit: die Angst vor dem Fremden, die Verletzlichkeit der Zivilisation und den schmalen Grat zwischen Vernunft und Paranoia.Dichter grüner Regenwald, tropische Trägheit: San Cristóbal ist eine verschlafene lateinamerikanische Provinzstadt, bis eines Tages wildfremde Kinder von der anderen Seite des schlammig-breiten Eré-Flusses dort einfallen und die Ruhe stören. Niemand kennt sie. Niemand weiß, woher sie kommen. Niemand versteht ihre Sprache. Sie haben Hunger, sie stehlen, sie jagen den Menschen Angst ein. Die Bewohner von San Cristóbal stehen zunehmend unter Druck: Wie lange wollen sie dem Ganzen tatenlos zusehen? Wie unschuldig sind Kinder? Darf man Böses mit Bösem vergelten?

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