Palmen in Dublin

Roman
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Buchprofile - Rezension
Roman über einen Schriftsteller, der trotz mehrerer Muttersprachen seine Sprache zu verlieren droht.
Die Mutter des Ich-Erzählers stammt aus Deutschland, hat dort die Herrschaft der Nationalsozialisten und den Zweiten Weltkrieg miterlebt. Sein Vater hingegen ist gebürtiger Ire, der mit seinem Sohn zu Lebzeiten stets Gälisch sprach und Englisch als "Sprache der Straße" verschmähte. Noch als erwachsener Mann, der in den 1980er Jahren mit Frau und Kindern in Dublin lebt und arbeitet, belastet den Erzähler dieses Erbe: Zugehörigkeit, Heimat und Identität beschäftigen ihn nicht nur konzeptionell intensiv, sondern lassen ihn zunehmend verstummen. Weder in Wort, Schrift noch Gesang vermag er sich auszudrücken und zieht sich immer mehr in seine multisprachliche Gedankenwelt zurück. Erst neue Impulse in seinem privaten und beruflichen Umfeld erlauben es ihm, tiefere Wurzeln zu schlagen. - Ebenso wie Palmen in Dublin zunächst deplatziert wirken und dort eigentlich nicht gedeihen sollten, so stellt es auch den Erzähler vor eine große Herausforderung, seinen Platz im Leben zu finden. - Ein anspruchsvollerer Roman mit starker Bildsprache, ab größeren Beständen zu empfehlen.
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Artikelbeschreibung

Ein Wanderer zwischen den Sprachen: Der Icherzähler dieses Romans wuchs mit einer deutschen Mutter und einem irischen Vater auf, der das Englische verteufelte und von den Kindern verlangte, Gälisch zu sprechen. Inzwischen ist der Mann erwachsen, er kehrt mit seiner Frau und zwei kleinen Töchtern nach langer Zeit aus Berlin zurück und möchte in Dublin wieder heimisch werden. Doch Erinnerungen und Zweifel überwältigen ihn, und es fällt ihm schwer, Fuß zu fassen - anders als die Palmen in ihrer Straße, die hier gut gedeihen. Sie werden dem Icherzähler zum Sinnbild für seine eigene Wurzellosigkeit.

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Personeninformation

Hamilton, HugoHugo Hamilton wurde 1953 als Sohn eines irischen Vaters und einer deutschen Mutter in Dublin geboren. Er arbeitete zunächst als Journalist, bevor er Kurzgeschichten und Romane veröffentlichte. Mit seinen Erinnerungsbänden »Gescheckte Menschen« und »Der Matrose im Schrank« erregte er großes Aufsehen, die Werke wurden in 20 Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. 2007 erschien »Die redselige Insel«, ein irisches Reisetagebuch auf den Spuren Heinrich Bölls, und zuletzt 2014 der Roman »Jede einzelne Minute«. Hugo Hamilton lebt in Dublin. Ahrens, HenningHenning Ahrens, geb. 1964, lebt als Schriftsteller und Übersetzer in der niedersächsischen Provinz. Für seinen Lyrikband "Lieblied was kommt" (1998) erhielt er einen der Wolfgang-Weyrauch-Förderpreise beim Literarischen März 1999 sowie den Pro Litteris-Preis 1999 der Märkischen Kulturkonferenz und den Hebbel-Preis (2001). Er übersetzte u.a. J. C. Powys, Jonathan Safran Foer, Jonathan Coe und Hugo Hamilton. Zuletzt erschien sein Lyrikband "Kein Schlaf in Sicht" und der Roman "Tiertage".

Pressestimmen

"Auf seine stille Art ein umwerfendes Buch." Sunday Times
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