Mischpoke!

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Buchprofile - Rezension
Wunderbare deutsch-jüdische Familiensaga.
Die Ich-Erzählerin landet mit partieller Amnesie in einem Berliner Krankenhaus und sie steht unter dem Verdacht, Ausländer illegal eingeschleust zu haben. Mit Unterstützung ihrer Ärztin beginnt sie, sich zu erinnern, nicht an die unmittelbar vergangene Zeit, das wäre zu schmerzhaft, sondern ihr Gedächtnis greift weit in die Geschichte ihrer Familie zurück. Um die Jahrhundertwende lebt die jüdische Familie Kohanim in Westpreußen. Samuel und Mindel haben sieben Töchter, die "sieben biblischen Plagen" werden sie auch genannt. Jede hat ein anderes Temperament und findet ihren eigenen Lebensweg. Der Erste Weltkrieg führt die Familie nach Berlin. Die Ereignisse in der ersten Hälfte des 20. Jh., der Holocaust und der Zweite Weltkrieg wirbeln die weitverzweigte Familie durcheinander. Es geht drunter und drüber, Glück und Drama liegen eng beieinander. Das alles erzählt Zuckermann mit unglaublich viel Witz, sanfter Ironie und Charme. Damit der Leser nicht den Überblick verliert, gibt es im Vorsatz einen Stammbaum der Familie zum Nachschauen. Ein unterhaltsamer, historischer Familienroman, dem man viele Leser wünscht und den man gern weiterempfiehlt.
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Susanne Steufmehl empfiehlt:

In ihrem epochalen Generationenroman erzählt Marca Zuckermann die Geschichte der jüdischen Familie Kohanim. Von Westpreußen bis zum Berlin der Gegenwart wirbeln die Ereignisse des 20. Jahrhunderts die vielköpfige Familie gehörig durcheinander. Zu lesen, was ihr wann, wo und warum zugestoßen ist, fügt sich zu einer spannenden und trotz allen Schreckens ironisch-unterhaltender Lektüre zusammen.

Susanne Steufmehl, Buchberaterin Belletristik und Sachbuch

Artikelbeschreibung

'Zur Mittagszeit des 10. März 1902 ahnte niemand, dass der Untergang der Familie Kohanim von nun an seinen Lauf nehmen sollte.'Samuel Kohanim, Oberhaupt einer der ältesten jüdischen Familien in Westpreußen, ist durchschnittliches Unglück gewöhnt. Seine Frau Mindel, schroff und wortkarg von Natur, gebar ihm sieben Mädchen. Die 'sieben biblischen Plagen', wie die Kohanim-Töchter im Dorf genannt werden, strapazieren die väterliche Geduld: Selma, die mit ihrem religiösen Spleen alle meschugge macht, Martha, die am laufenden Band haarsträubende Lügengeschichten erfindet, Fanny, die nicht unter die Haube zu bringen ist, der Wildfang Elli, Jenny, Flora - und Franziska, 'die Katastrophe auf Abruf', bildschön, stolz und eigenwillig.Nach den Ersten Weltkrieg sucht die Familie Zuflucht in Berlin. Während Martha in gehobene Berliner Kreise einheiratet und ihr Mann Leopold zum Christentum konvertiert, lässt sich Franziska mit dem ebenso charismatischen wie unzuverlässigen jüdischen Willy Rubin ein und wohnt fortan im 'roten Wedding'. Auch die protestantische Oda, deutsch-russischer Adlige wider Willen und Freundin der Familie, hat es in die Hauptstadt verschlagen. Im Laufe der Jahre verbindet sich ihr Schicksal endgültig mit jenem der Familie Kohanim, deren Stammbaum die unterschiedlichsten Triebe ausbildet, jüdische wie nicht-jüdische, nationalistische wie kommunistische.

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