Das wiedergefundene Licht

Die Lebensgeschichte eines Blinden im französischen Widerstand. Übersetzt von Uta Schmalzriedt, überarbeitet von Tobias Scheffel
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Buchprofile - Rezension
Die Geschichte eines jungen Blinden, der mit seinem "inneren Licht" auch das KZ Buchenwald überlebte.
Ein etwas ungestümer französischer Junge namens Jacques verliert 1932 durch einen Schulunfall beide Augen und ist danach doch ein lebensfroher Mensch. Schon bald nach dem Unfall, der sein Leben ruiniert zu haben scheint, nimmt er ein inneres Licht wahr, das ihn führt und seine positive Lebenseinstellung sichert. Schon als kleines Kind war er von Licht fasziniert, spürte die Liebe seiner Eltern als Gabe einer höheren Instanz. Er nannte dies "innere Licht" schlicht sein Geheimnis. Töne, ja alles, womit er sich beschäftige, so auch die Zahlen erschien ihm farbig. Diese Verlebendigung schuf ihm gleichsam ein Universum und in gewisser Weise ein Abbild der Welt im Inneren. Seine einfühlsamen Eltern, die Anerkennung und Freundschaft, die Jacques durch Kameraden erfahren durfte, stärkten seine positive Welterfahrung durch dieses "innere Licht" und ließen ihn zu einer Führungsfigur werden. Ausführlich beschreibt Jacques Lusseyran seine Jugenderfahrungen am Gymnasium, sein Hineintasten ins Leben. Die Besetzung Frankreichs durch die Wehrmacht lässt Jacques zum Chef einer jungen Widerstandsgruppe werden. Die Gruppe wird verraten, die jungen Leute werden ins Konzentrationslager Buchenwald gebracht. Auch dort ist Jacques mit seinem inneren Licht eine anerkannte Ausnahmegestalt, die andere aufrichtet und ordnend eingreift. Er übersteht ohne ärztliche Hilfe eine lebensgefährliche Mehrfacherkrankung aufgrund seiner inneren Kraft, die ihm sogar inmitten des Vernichtungslagers eine innere Freude schenkte. Das wirkt etwas mystisch. Lusseyran beschreibt dieses "innere Licht" immer wieder, kann seine Herkunft selbst aber nicht erklären. Die Sprache des Buches wird davon geprägt, die Faszination erfasst den Leser. Das Buch ist bereits 1963 erschienen, 1966 in der deutschen Übersetzung von Uta Schmalzriedt; nach fast sechs Jahrzehnten ist diese Ausgabe nun für die Neuauflage von Tobias Scheffel überarbeitet worden. Dieses Buch legt man nicht so einfach nach der Lektüre beiseite.
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Artikelbeschreibung

»Einzigartig. Tief berührend, in einer Sprache voller Kraft und Poesie. Das Buch hat mein Leben verändert.« Andreas Pflüger

Jacques Lusseyran erblindet im Alter von acht Jahren. Doch dem Jungen gelingt es, den Schicksalsschlag in eine innere Stärke zu verwandeln, die ihn befähigt, auf unvergleichliche Weise zu »sehen«. So wird der charismatische Jugendliche Kopf einer Widerstandgruppe gegen die Nationalsozialisten und überlebt das KZ Buchenwald. Seine außergewöhnliche Lebensgeschichte erzählt vom unzerstörbaren Glauben an das Leben; inspirierend, poetisch und zutiefst bewegend.

Jacques Lusseyran verliert 1932 als achtjähriges Kind nach einem Unfall sein Augenlicht. Dank seiner Stärke und der Unterstützung durch seine Eltern schafft es der heranwachsende Junge, seine Blindheit zu akzeptieren und anders sehen zu lernen. Anders, das heißt für ihn die Entdeckung all jener Dinge, die ein Sehender wohl kaum wahrnehmen würde. Licht nimmt für ihn körperliche Gestalt an, und die Gegenstände um ihn herum werden Licht, auch die Farben, Töne, Gerüche und Formen. Sein Selbstvertrauen und seine innere Kraft haben eine fast magische Ausstrahlung auf Menschen, die Rat und Hilfe brauchen. Mit siebzehn Jahren gründet Jacques Lusseyran innerhalb der Résistance eine Organisation von Jugendlichen, die gegen die deutsche Besatzungsmacht kämpft. 1943 wird er mit seinen Freunden verhaftet und nach Buchenwald deportiert. Inmitten eigener und fremder Krankheit, Folter und Mord blieb der junge Lusseyran durch das, was er sein »inneres Licht« nennt, Widerstandskämpfer gegen Leid, Verzweiflung und Bosheit. Vielen konnte er, den sie als »den Mann der nicht gestorben ist« bewunderten, mit seinem unerschütterlichen Vertrauen helfen.

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Personeninformation

Jacques Lusseyran, am 19. September 1924 in Paris geboren, studierte nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager Literatur an der Sorbonne und wurde später in den USA Universitätsprofessor für französische Literatur. Er kam 1971 bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

Pressestimmen

»Auf einzigartige Weise ist es ihm gelungen, seine schier grenzenlose Fähigkeit zum Glücklichsein und seine seelischen Widerstandskräfte zu beschreiben.« Annemarie Stoltenberg, NDR Kultur, 22. Oktober 2024 Annemarie Stoltenberg NDR Kultur 20241022
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