Der kommende Sturm

Der nächste große Krieg und wovor die Geschichte uns warnt
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Buchprofile - Rezension
Parallelen zwischen der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und der gegenwärtigen Weltlage.
Geschichte ist kein Schicksal; Menschen machen Geschichte und sind dabei durch Traditionen und Denkschablonen geprägt. Bleiben aber auch durch Einsicht handlungsfähig. So könnte man den Grundgedanken des norwegischen Historikers Odd Arne Westad zusammenfassen. Der Autor sorgt sich um die drohende Wiederholung der Auslösemechanismen des Ersten Weltkriegs. Zu vieles aus der Zeit kurz vor 1914 passt für ihn zur heutigen machtpolitischen Großwetterlage. Der Aufstieg Chinas, die Erosion des Westens, die Rückkehr imperialer Ambitionen – die strukturellen Zerwürfnisse gleichen denen kurz vor dem Attentat von Sarajevo. Aber die Welt ist nicht zur Wiederholung einer Katastrophe verdammt. Westad nennt Handlungsoptionen. – Präzise, fast chirurgisch und mit unaufgeregter Nüchternheit seziert der Norweger die Wirkmächte unserer Zeit. Da bleibt kein Platz für Redundanzen und Gelehrtenvokabular; die knapp 250 Seiten sind erkenntnissatt und unbestechlich in ihren Analysen. Darum fordert die Lektüre vom Leser ein hohes Maß an geistiger Offenheit. Man erhält keine einfachen Antworten, sondern wühlt sich unablässig durch komplexe Dilemmata. Wer diese intellektuelle Mühe nicht scheut, wird reich belohnt. Realisten lernen aufs Neue: Der Frieden ist kein Naturzustand, sondern Ergebnis fragiler Gleichgewichte, die es gilt, immer aufs Neue auszutarieren. Was für ein Wurf! Jedem Bestand ausdrücklich empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Das Buch über die größte Frage unserer Zeit: Krieg oder Frieden?
Stehen wir vor einem dritten Weltkrieg?

Die Weltordnung wankt: Immer mehr Großmächte ringen um Vorherrschaft - in Technologie, Handel und geopolitischen Zonen. Eindringlich warnt Odd Arne Westad vor den Gefahren eines neuen globalen Krieges von nie dagewesenem Ausmaß. Mit seiner tiefen Kenntnis der Vergangenheit schildert er die Parallelen zwischen der heutigen multipolaren Welt und der Vorkriegszeit vor 1914. Er zeigt, warum wir neue Wege in Diplomatie, Abschreckung und Kompromissfähigkeit brauchen - bevor es zu spät ist.

Die internationale Ordnung, wie wir sie kannten, gibt es nicht mehr. Der Ausbruch eines globalen Krieges scheint wahrscheinlicher denn je. Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie gibt wiederkehrende Muster preis. Um die Bedrohungen in dieser komplexen Welt zu verstehen, müssen wir auf die Lehren des frühen 20. Jahrhunderts blicken, das unserer Zeit auf unheimliche Weise ähnelt: Eine Zeit, in der Großmächte um regionale Dominanz rangen, Nationalismus, Populismus und Zollkriege auf dem Vormarsch waren. Scharfsinnig argumentiert Westad, dass unsere bisherigen Vorstellungen von internationaler Diplomatie nicht mehr greifen. Er plädiert für einen neuen Umgang mit Kompromissbereitschaft, nuklearer Abschreckung sowie diplomatischer Sprache und Praxis, bevor sich die alten Fehler wiederholen. Denn wer die Geschichte kennt, weiß: Der nächste Sturm kündigt sich leise an. Doch seine Wucht könnte alles übertreffen, was die Menschheit je erlebt hat.

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Personeninformation

Odd Arne Westad, geboren 1960, ist einer der international renommiertesten Experten zum »Kalten Krieg«. Von 1998 bis 2014 forschte und lehrte er an der London School of Economics. Von 2015 bis 2018 war er Professor für internationale Beziehungen und Globalgeschichte in Harvard. Seit 2019 lehrt er an der Yale University globale und internationale Geschichte.

Pressestimmen

»Westad wirkt nicht fatalistisch. Im Gegenteil: Er möchte sein neues Buch als Plädoyer verstanden wissen, Kompromisse zwischen den Großmächten anzustreben.« Thomas Speckmann, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. April 2026 Thomas Speckmann FAZ 20260421
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