Sehr geehrte Frau Ministerin

Roman | Georg-Büchner-Preis 2025
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Buchprofile - Rezension
Experimenteller Roman über Autorschaft und über problembehaftete Mutter-Sohn-Beziehungen durch die Jahrhunderte.
Eva Paternak arbeitet in einem Kräuterduftladen in schlechter Lage in Essen. Der Kontakt zu ihrem redefaulen Sohn Philipp, einem Hikikomori, der mit über zwanzig noch in seinem Jugendzimmer lebt, beschränkt sich darauf, dass sie für alles bezahlt und ihm hinterherräumt. In ihrem Laden fällt ihr eine Frau mit einer roten Mütze auf, die ab und zu etwas kauft. Eva fühlt sich von ihr beobachtet. – Im zweiten Kapitel wechselt die Perspektive abrupt: „O.K., die Frau mit der roten Mütze bin ich“ (S. 121)“. Silke Aschauer, die Studienrätin, hat tatsächlich damit begonnen, über Eva zu schreiben. Damit beginnt eine Meta-Ebene des Romans, und ein Diskurs über das Ich und eine Autorfiktion. Silke ist Lateinlehrerin, und damit erklären sich nun auch die dazwischengeschalteten Passagen über Kaiser Nero und seine Mutter Agrippina, die schon als Romaneinstieg dienten – und den Leser:innen ein Rätsel aufgaben. Als vierte Ebene kommt noch die Justizministerin ins Spiel, auf die später eine Messerattacke verübt werden wird. – Ursula Krechels Roman ist nicht handlungsorientiert. Es geht um problematische Mutter-Sohn-Beziehungen, um Vorgänge in Frauenkörpern, auch um Gewalt. Der Roman steht auf der SWR-Bestenliste Februar und eignet sich für eine Leserschaft mit Interesse an Feuilleton-Literatur.
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Artikelbeschreibung

Georg-Büchner-Preis 2025

100 Beste Bücher des Jahres der ZEIT

»Frau Ministerin, ich gratuliere Ihnen zu Ihrem Sohn.«

Ein radikal gegenwärtiger Roman über die abgründigen Beziehungen zwischen Söhnen und ihren Müttern. Mit einer Sprachkraft, die Staunen macht, erzählt die preisgekrönte Schriftstellerin Ursula Krechel von symbiotischer Mutterschaft, von existenziell gefährdeten Frauen und von politischer Gewalt.

Mit seiner Mutter sprechen zu müssen, ist für den Sohn von Eva Patarak ein Staatsverbrechen. Für Eva hingegen ist es ein Verbrechen, dass ihr Sohn und sie offenbar ausspioniert werden. Welches Ziel verfolgt die Lateinlehrerin Silke Aschauer mit ihrer Observation? Will sie etwa einen Roman schreiben? Bieten die grausamen Familienverhältnisse der Antike, die sie für den Unterricht aufbereitet, nicht ausreichend Stoff für Faszination? Fest steht nur: Silke hält längst nicht alle Fäden in der Hand, denn ihr eigener Körper hat einen blutigen Aufstand gegen sie angezettelt, der sie in die Rolle der Patientin zwingt. In ihrer Ohnmacht wenden sich beide Frauen an die Justizministerin - ohne zu ahnen, in welche Gefahr sie die Staatsvertreterin damit bringen. Ursula Krechel schreibt in ihrem hoch politischen und stilistisch herausragenden Roman eine Kulturgeschichte aller Frauen - von einer römischen Kaisermutter zu einer Studienrätin, von einer Verkäuferin in einem kleinen Kräuterimperium zu einer Ministerin. Es ist die Geschichte ihres Widerstands gegen die Gewalt, die ihnen physisch und psychisch zugemutet wird.

»Niemand erzählt so formbewusst wie Ursula Krechel.« Andreas Platthaus, FAZ

»Mit ihr zeichnet die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung eine Autorin aus, die in ihren Gedichten, Theaterstücken, Hörspielen, Romanen und Essays den Verheerungen der deutschen Geschichte und Verhärtungen der Gegenwart die Kraft ihrer Literatur entgegensetzt. [...] Das Thema der Selbstbehauptung, Wiederentdeckung und Fortentwicklung weiblicher Autorschaft zieht sich als roter Faden durch ihr gesamtes Schaffen.« Jury des Georg-Büchner-Preises

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Personeninformation

Ursula Krechel, geb. 1947, war Theaterdramaturgin. Sie lehrte an der Universität der Künste Berlin, der Washington University St. Louis und ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt sowie der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz. 2025 wurde sie mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Sie lebt in Berlin.

Pressestimmen

»Ursula Krechels Buch [ist] zwar vordergründig ein Roman über Mütter und Söhne. Aber es ist auch ein Buch über das Erzählen. Als solches ist es raffiniert, virtuos und intelligent.« Anna Kardos, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 30. November 2025 Anna Kardos NZZ am Sonntag 20251130
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