Die schwedischen Gummistiefel

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Buchprofile - Rezension
Als sein Haus auf einer Schäre vollständig niederbrennt, steht Fredrik Welin (70) vor dem Nichts. Woher soll er die Kraft zum Wiederaufbau nehmen?
Zwei linke Gummistiefel, viel mehr blieb Fredrik Welin nicht, nachdem sein Haus auf einer Schäre im Stockholmer Schärengarten abgebrannt ist. Mit knapp siebzig Jahren steht er vor dem Nichts. Natürlich, das Haus war versichert. Aber hat er auch die Kraft, es wieder aufzubauen? In Henning Mankells letztem Roman gibt es ein Wiedersehen mit einigen Figuren aus "Die italienischen Schuhe" (BP 07/812), an dessen Handlung der Roman lose anknüpft. Stets hilfsbereit zur Stelle ist der (inzwischen pensionierte) Postbote Ture Jansson. Und Welins Tochter Louise reist sofort aus Paris an, als ihr Vater ihr vom Brand berichtet. Bei dieser Gelegenheit teilt sie ihm mit, dass sie schwanger ist. Ihr Verhältnis ist immer noch schwierig; dem anderen zu vertrauen fällt beiden schwer. Welins Einsamkeit und Ratlosigkeit nach dem Brand werden erträglicher, als er sich in eine deutlich jüngere Journalistin verliebt, die über den Brand berichten soll. Doch auch diese Beziehung erweist sich als kompliziert. Welin bleiben seine Mitmenschen und ihre Reaktionen - und nicht zuletzt er sich selbst - fremd. Damit stellt Hennig Mankell in seinem letzten Roman die Frage nach dem Wesen des Menschen. Gegen seine vermeintliche Berechenbarkeit, wie sie die allgegenwärtigen Algorithmen suggerieren, besteht er auf der Rätselhaftigkeit des Menschen. Das andere große Thema des Romans ist die Frage nach Wert und Würde des Alters. Und die schwedischen Gummistiefel sind Symbol der absurden Folgen der Globalisierung. Während Importware sofort verfügbar wäre, muss Welin mehrere Monaten auf die Stiefel eines schwedischen Herstellers warten. Gesellschaftskritische Bezüge wie dieser fließen wie nebenbei in die Geschichte ein, deren Bildsprache und Wortwahl bis ins letzte Detail durchkomponiert sind. Ein weiser, melancholischer und kraftvoller Roman, ein beglückendes Leseerlebnis, das lange nachhallt. (Übers.: Verena Reichel)
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Artikelbeschreibung

Seit Fredrik Welin als Chirurg ein Kunstfehler unterlief, lebt er allein auf einer einsamen Insel in Schweden. Ihm ist nach dem Brand seines Hauses so gut wie nichts geblieben. Nur wenige Menschen, die ihm nahestehen: Jansson, der pensionierte Postbote, die Journalistin Lisa Modin, in die er sich verliebt, und seine Tochter Louise, die schwanger ist und in Paris lebt. Als sie wegen eines Diebstahls in Untersuchungshaft gerät, ruft sie ihn zu Hilfe. Während er in Paris über ihre Freilassung verhandelt, erfährt er, dass auf den Schären schon wieder ein Haus in Flammen steht. Mankells letzter Roman, der Nachfolger des Bestsellers "Die italienischen Schuhe", ist ein sehr persönliches Buch und beschwört die Möglichkeit menschlicher Nähe angesichts von Einsamkeit, Alter und Tod.

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