Die Philosophin, der Hund und die Hochzeit

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Buchprofile - Rezension
Emanzipation im 4. Jahrhundert vor Christus.
Die niederländische Comiczeichnerin porträtiert mit klaren, einfachen Bildern und Worten eine der ersten Philosophinnen. Hipparchia, Tochter einer wohlhabenden Familie, ist anders als ihre Altersgenossinnen wenig auf Äußerlichkeiten bedacht und schult ihren Geist in Schriften über Philosophen sowie beim Belauschen von Diskursen ihres Vaters und Bruders. Da das Denken den Männern vorbehalten ist, trägt sie ihre Gedanken vornehmlich Hunden vor. Mögliche Heiratsanwärter lehnt sie ab, da sie nicht ihrem Freiheits- und Bildungsdrang entsprechen. Ja, sie widersetzt sich allen Konventionen und glänzt verkleidet als junger Mann unter dem Decknamen Hipparchius beim Unterricht des Kynikers Krates, der Einfachheit und Bedürfnislosigkeit predigt und lebt. Hipparchia ist von seiner Philosophie überzeugt und bereit, ihr Leben mit ihm zu teilen. – Im Stile bekannter Vorbilder wie Hergé zeichnet Stok mit "ligne claire" großflächig mit klar abgegrenzten Linien, fast naiv. Diese einfache Illustration unterstreicht sehr gut die Denk- und Lebensweise Hipparchias. Selbst Philosophin, stellt sie sich wie ihr antikes Vorbild die Frage nach dem "richtigen, guten Leben" und setzt als Impuls eine zweiseitige Illustration über die Gegenwart am Ende des Comics. Ist es das, was wir wollen? Erläuterungen zu Kultur und Lebensweise im Griechenland der damaligen Zeit runden das positive Bild ab. – Für alle Bestandsgrößen sehr zu empfehlen.
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Artikelbeschreibung

Griechenland im 4. Jahrhundert vor Christus

Die junge Hipparchia lebt ein Leben, um das sie viele beneiden. Wohlhabend und gut behütet aufgewachsen, soll sie den mit dem Sohn einer angesehenen Familie verheiratet werden. Doch Hipparchia ist wissbegierig, möchte lesen und an den philosophischen Kreisen teilnehmen, die Männern vorbehalten sind. Als sie auf den eigensinnigen Philosophen Krates trifft, ist sie fasziniert von seinen befreienden Ansichten und seiner Lebensweise fernab von Reichtum und sozialen Normen. Schon bald muss sie eine radikale Entscheidung treffen. 

Hipparchia war eine reale Philosophin, die für Gleichberechtigung und Bildungschancen von Frauen einstand. Sie gehörte in der Antike zu einer philosophischen Bewegung, die einen minimalistischen Lebensstil propagierte und sich gegen alle gesellschaftlichen Rangordnungen stellte.

Eindringlich und humorvoll zeichnet Barbara Stok das Leben und die Ideen der mutigen Frau, die gerade in der heutigen Zeit wieder hochaktuell sind. 

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Personeninformation

Barbara Stok, geboren 1970 in Groningen, ist eine der bedeutendsten niederländischen Comiczeichnerinnen. Ihr Ziel ist es, Geschichten zu schreiben, die wirklich erzählt werden müssen. Geschichten über Minimalismus und Widerstand, über wichtige Entscheidungen und über Menschen, die es wagen, für ein höheres Ziel gegen den Strom zu schwimmen. Barbara hat inzwischen 14 Bücher veröffentlicht und ihre Graphic Novel Vincent ist in über 20 Ländern weltweit erschienen. Ihre neue Graphic Novel Die Philosophin, der Hund und die Hochzeit handelt von Hipparchia, einer der ersten weiblichen Philosophinnen.

Sylke Hachmeister, geboren 1966, studierte Kommunikationswissenschaften, Anglistik und Soziologie. Zunächst arbeitete sie als Lektorin, bevor sie sich als Übersetzerin selbstständig machte. Ihre Bücher wurden bereits vielfach ausgezeichnet.

Pressestimmen

"Stok erzählt mit Leichtigkeit und Humor, modern und besonders für jugendliche Leser:innen gut zugänglich." Carlotta Binder Buch&Maus 20250624
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