Spiel das Spiel

Roman | Von der Autorin des preisgekrönten Debüts »Die jüngste Tochter«
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Buchprofile - Rezension
Eine französische Gymnasiastin aus einfachen Verhältnissen bereitet sich mithilfe ihrer Lehrerin auf die Aufnahme an eine Eliteuni vor.
Kayden, ein junges Mädchen mit algerischen Wurzeln, wohnt zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Schwester in den Banlieues von Paris. Der Vater hat sich früh der Verantwortung entzogen. Kayden und ihr Freundeskreis besuchen ein Gymnasium, eine ZEP (abgekürzt für „Zone d‘Education Prioritaire“, eine Schule in einem sozial schwachen Viertel). Die Jugendlichen interessieren sich für Musik, Mode und Sport, weniger für den Unterricht, und sind auf der Suche nach sexueller Orientierung. Sami macht eine duale Ausbildung zum Friseur, Nelly brennt für die Leichtathletik, Djenna kämpft gegen soziale Ungerechtigkeit und Kayden liebt das Schreiben. Als die neue Französischlehrerin Madame Garance Fontaine einen Text von Kayden liest, fängt sie an, das Talent des Mädchens zu fördern. Plötzlich interessiert sich das Mädchen für den Unterricht. Ihre Noten verbessern sich und die Schule schlägt eine Bewerbung an einer Elitehochschule vor. Madame Fontaine bereitet Kayden auf die Aufnahmeprüfung vor. Kayden entwickelt Gefühle für ihre Lehrerin, beide schreiben sich regelmäßig Nachrichten. Erst spät begreift Kayden, dass Madame Fontaine nach anderen Regeln spielt als sie selbst. – Daas fragt nach den Regeln des Milieus, aus dem wir kommen und erzählt von den Schwierigkeiten eines Aufstiegs. Ihr Coming-of-Age-Roman thematisiert Rassismus, aber auch Solidarität in Familie und Freundeskreis, sowie queere Beziehungen. Die tagebuchartigen Texte, die Kayden zur Selbstvergewisserung schreibt, sind kursiv gedruckt. Große Empfehlung!
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Artikelbeschreibung

»Fatima Daas schreibt über den Preis des sozialen Aufstiegs, über das Spiel der Macht - mit einer Sprache, die weh tut: klar auf den Punkt und ehrlich.« Deniz Utlu

Kayden ist nie allein: Zu Hause sind ihre Mutter und ihre große Schwester immer an ihrer Seite. In der Schule sind da ihre Freund:innen: Nelly, die Sportlerin, Samy, der Träumer, und Djenna, die sich nie etwas vormachen lässt. Kayden beobachtet, wie alle ihren Platz in einem starren System suchen. Sie schreibt auf, was sie sieht - und was sie nicht sieht.

Eines Tages liest Madame Fontaine, die strenge Französischlehrerin an ihrer neuen Schule, einen ihrer Texte. Eine Tür öffnet sich, das spürt sie: Kayden wird die nächste sein, die die Aufnahmeprüfung für die Eliteuni Sciences Po besteht. Kayden weiß nicht, ob sie das will; was sie will ist Zeit mit ihrer Lehrerin verbringen. Erst viel zu spät erkennt sie das Ungleichgewicht in ihrer Beziehung - dass Mme Fontaine nach anderen Regeln spielt als sie selbst.

Fatima Daas erzählt kraftvoll und eindringlich von engen Wohnungen und noch engeren Freund:innenschaften, von Solidarität und Rassismus - und von den engen Vorstellungen, die Institutionen von Jugendlichen aus der Banlieue haben. Muss Kayden das Spiel mitspielen - oder kann sie es verändern? 

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Personeninformation

Fatima Daas ist 1995 in Frankreich als jüngstes Kind algerischer Eltern geboren. In ihrem Debütroman Die jüngste Tochter setzt sie sich mit ihrer algerischen Herkunft und ihrem französischen Leben, ihrem muslimischen Glauben und ihrer Homosexualität auseinander. Der Roman stand wochenlang auf der französischen Bestsellerliste, wird von der Presse gefeiert und in zahlreiche Sprachen übersetzt. 2021 wurde die deutsche Übersetzung mit dem Internationalen Literaturpreis ausgezeichnet.

Sina de Malafosse, geboren 1984, lebt als Übersetzerin und Lektorin in Toulouse. Sie übersetzt u. a. Pauline Delabroy-Allard und Adeline Dieudonné.

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