Jarmy und Keila

Roman
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Buchprofile - Rezension
Ein Fortsetzungsroman für die Zeitung vom jüdischen Nobelpreisträger Isaac Singer.
Keila, ehemalige Prostituierte im Warschauer jüdischen Ghetto, und Jarmy, ein Kleinkrimineller, finden zusammen, wollen gemeinsam der Gosse mit einem geregelten Leben und der Liebe entkommen und heiraten. Ihr Glück währt nur solange, bis der Lahme Max, Sadist und teuflischer Charmeur auftaucht, der in Amerika zu Geld gekommen ist und Jarmy mit einer Vision von Reichtum und Freiheit verführt. Der Plan sieht eine Verbindung zu dritt vor, bei der Keila als Bordellmutter vorgesehen ist, nachdem entmündigte Mädchen am südamerikanischen Markt der Prostitution zugeführt werden sollten. Verstört und orientierungslos entflieht Keila der unheilvollen ménage à trois und trifft auf Bunem, Sohn eines Rabbiners, der sich von der jüdischen Geisteshaltung emanzipieren möchte, seiner Prägung aber nicht auskommt. In den erotischen Fängen Keilas, der Analphabetin, beschließt er, mit ihr nach Amerika zu gehen und dort in wilder Ehe zu leben. Natürlich tauchen Jarmy und Max auf und bedrängen Keila und missbrauchen sie. Bunem steht zwischen seinem triebhaften Hängen an der Frau und dem intellektuellen Bewusstsein, das diese Beziehung keine Zukunft hat. Indem Keilas Verwobensein in die bösen Machenschaften nicht mehr zu leugnen ist, beschließt Bunem, dieses Leben zu verlassen - wie weitreichend das ist, bleibt letztlich offen. - Dieser Roman ist literarisch nicht mit den preisgekrönten Werken Singers vergleichbar. Das Format des Fortsetzungsromans ist allzu deutlich. Singers Themen, beschriebene Milieus, Charaktere bis hin zur autobiographischen Situierung treten dennoch deutlich hervor und bilden versatzstückartig den leicht zu lesenden, eher trivialen Roman.
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Artikelbeschreibung

»Eine wunderbare, wunderbare Welt, diese schrecklich schöne Welt von Isaac Bashevis Singer!« Henry Miller

»Es kam selten vor, dass eine Frau, die schon in drei Bordellen gearbeitet hatte, noch heiratete ... Es war ein Omen für alle Warschauer Huren, nicht die Hoffnung aufzugeben, ein Zeichen, dass die Liebe noch immer die Welt regierte.«

Warschau 1911: Keila - die bereits mehrere Stationen in Bordellen hinter sich hat - findet in Jarmy, dem Ex-Häftling, ihre große Liebe. Das junge Ehepaar sehnt sich nach einem Leben außerhalb des jüdischen Gettos, in dem der Alltag von Armut und der Angst vor Pogromen geprägt ist. Dieser Traum scheint plötzlich zum Greifen nahe: Max, ein alter Bekannter, will in Amerika das große Geld machen - das Paar soll ihm dabei helfen. Keila soll junge Mädchen für die Bordelle in der Neuen Welt anwerben. Max selbst fühlt sich zu Jarmy hingezogen, dem er schon früher näherkam. Es entfaltet sich eine verhängnisvolle Dreiecksbeziehung. Da tritt der schüchterne und unerfahrene Bunem in ihr Leben, der sich auf ein Leben als Rabbiner vorbereitet. Für Keila, die er glühend verehrt, ist er bereit, mit allen Konventionen des Schtetls zu brechen. Werden die beiden in Amerika ihr Glück finden?

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Personeninformation

Isaac Bashevis Singer wurde am 21. November 1902 in Polen geboren. In seinen Jugendjahren gab er den 14. Juli 1904 als offizielles Geburtsdatum an, eine vorsichtige Richtigstellung erfolgte im Alter. Singer wuchs in Warschau auf und emigrierte 1935 in die USA. Er lebte in New York und gehörte dort bald zum Redaktionsstab des Jewish Daily Forward. 1978 wurde ihm für sein Gesamtwerk der Nobelpreis für Literatur verliehen. Er starb am 24. Juli 1991 in Miami.

Christa Krüger übersetzte u.a. Werke von Louis Begley, Penelope Fitzgerald und Richard Rorty. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Pressestimmen

»[Der Roman] zeichnet ein breites, detailreiches Gesellschaftspanorama jener Zeit nach, zeigt unbeschönigt das jüdische Milieu Warschaus und New Yorks, gibt überzeugend die Ängste und Hoffnungen der damaligen Migranten wieder, womit er für die Situation der heitigen sensibilisiert.« Marta Kijowska Frankfurter Allgemeine Zeitung 20190709
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