Der Name an der Wand

"Le Tellier gehört zu den virtuosesten Spielern der zeitgenössischen Literatur." Die Welt
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Buchprofile - Rezension
Spurensuche zum Leben des jungen Widerstandskämpfers André Chaix.
Der Name an der Wand eines Hauses, das er beziehen möchte: André Chaix – dieser Name ist der Ausgangspunkt für die Recherchen von Le Tellier. Das Leben von A. Chaix war sehr kurz, mit 20 Jahren ist er 1944 als Mitglied der Resistance den durch ein unvorhersehbares Zusammentreffen mit deutschen Soldaten erlittenen schweren Verletzungen erlegen. Le Tellier rekonstruiert mit Hilfe von unterschiedlichen Überbleibseln und schriftlichen Hinweisen dessen kurzes Leben, es sind aber oftmals nur Spekulationen, die möglich sind. Das Buch besteht in großen Teilen aus Darstellungen von politischen, sozialen, gesellschaftlichen Entwicklungen, die Le Tellier in direkten Ansprachen an den Leser „Abschweifungen“ nennt. Es gibt z.B. viele Hinweise auf Filme der 40er Jahre, die André und seine Verlobte vielleicht gesehen haben. Oder die Beschäftigung mit Herrn Roché, einem Schriftsteller, der in dem Ort Dieufilet wohnte und André bekannt gewesen sein könnte. Oder mit einer Schule und deren Leitung, die jüdische Kinder gerettet hat. Zahlreiche Fotos von André, seiner Verlobten, Freunden, Abdrucke erhaltener Briefe und Postkarten, dazu Lieder und auch Plakate bereichern das Buch. – Die Sprache der Übersetzung lässt sich gut lesen, zu empfehlen ist das Buch denen, die sich für Details der französischen Geschichte in dieser Gegend zur Zeit des Zweiten Weltkriegs interessieren.
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Artikelbeschreibung

Das mit Spannung erwartete neue Buch des Goncourt-Preisträgers nach seinem Welterfolg «Die Anomalie»: In Frankreich ist «Der Name an der Wand» ein gefeierter Bestseller und großer Presseerfolg.

Le Tellier sucht ein neues Zuhause in Südfrankreich, in der Nähe der Alpen, er will Wurzeln schlagen. Im beschaulichen Dorf La Paillette findet er ein Haus, früher eine Keramikwerkstatt. An einer der Mauern ist ein Name eingeritzt: André Chaix, der zwanzig war und in der Résistance, als er von den Deutschen erschossen wurde. Le Tellier macht sich auf die Suche. Bei einer Ausstellung über den Widerstand in der Region stößt er erneut auf André Chaix. Man übergibt ihm eine Schachtel mit Briefen, Bildern, persönlichen Gegenständen: Wer war dieser junge Mann? Was für ein Leben führte er, wer war seine erste große Liebe, was hat ihn bewegt, seine Existenz im Kampf gegen die Besatzer aufs Spiel zu setzen?

Dieses Buch verwebt persönliche Geschichten und europäische Historie. Ein Text, der uns in einer Zeit neuer Kriegsangst berührt, aber auch tröstet. Im Mittelpunkt ein Mann, der nicht mitgemacht hat.


«Ein Geschenk der Literatur an die Geschichtswissenschaft» Welt am Sonntag

«Le Tellier ist ein hinreißendes Buch gelungen, in dem man sich lange verlieren möchte.» taz

«Ein unheimliches spannendes Buch, sehr packend, sehr beeindruckend, sehr gut übersetzt.» Deutschlandfunk

«Der Autor spürt einen Résistancekämpfer auf, der 1944 getötet wurde. Eine Figur, die ihn berührt, und die Leser und Leserinnen mit ihm.» Le Monde

«Le Tellier gehört zu den virtuosesten Spielern der zeitgenössischen Literatur.» Richard Kämmerlings, Die Welt

«Ein prächtiger Text von erschütternder Schönheit und Menschlichkeit, der mitten ins Herz trifft.» Lire

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Personeninformation

Hervé Le Tellier, 1957 in Paris geboren, ist seit 1992 Mitglied der Autorengruppe OuLiPo, der u.a. Georges Perec, Italo Calvino und Oskar Pastior angehörten. Er veröffentlichte Romane, Erzählungen, Gedichte und Kolumnen und lebt in Paris. Für seinen Roman Die Anomalie erhielt er 2020 den Prix Goncourt. Das Buch wurde in 44 Sprachen übersetzt und verfilmt. 2026 wurde Hervé Le Tellier für sein Werk mit dem Würth-Preis für Europäische Literatur ausgezeichnet.

ROMY RITTE ist Übersetzerin und war

Jürgen Ritte, geboren 1956 in Köln, ist Übersetzer, Literaturkritiker, Essayist und Professor für Literaturwissenschaft an der Université Sorbonne Nouvelle in Paris. Ausgezeichnet mit dem Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis. Er übersetzte u. a. Patrick Deville, Edmond Jabès, Paul Morand, Georges Perec, Marcel Prousts Korrespondenz, Olivier Rolin.

Pressestimmen

Ein respektvolles Buch, ein ehrliches Buch, das jeder und jede in die Hand nehmen kann, der mal darüber nachdenken will, wie Menschen sich heute eigentlich engagieren müssten, damit sich Hass und Nationalismus nicht weiter ausbreiten. RBB Radioeins "Favorit Buch" 20250724
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